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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Haltermann: Wind- und Wetterverhältnisse an der Südspitze Amerikas. 231 
annähernd gleicher Breite, aber um mehrere Grade weiter östlich als jene 
beiden Mitsegler standen, erfolgte die Veränderung des hier nur geringe Stärke 
besitzenden Windes erst am 16. August, auch sank das Barometer dabei nicht 
unter 760 mm. Diese beiden Schiffe spürten also von dem westlich von ihnen 
nach Süden ziehenden Tiefdruckgebiete nur wenig. Am 17. August war bei 
der sich in 42° S-Br und 90° W-Lg befindenden „Mimi‘“ der Luftdruck schon 
wieder auf 771,5 mm gestiegen. 
Tiefe Depression beim Kap Horn. April 1890. Während des 
April 1890 erschien unweit Kap Horn ein Niederdruckgebiet, in welchem das 
Barometer unter 700 mm sank. Dieses seltenen Vorkommens wegen und weil 
die Tagebücher verschiedener, für die Seewarte beobachtender Schiffe genauere 
Angaben darüber enthalten, wird darüber Folgendes mitgetheilt. Es ist den 
Tagebüchern der in der Tabelle angeführten Schiffe: „Potrimpos“, Kapt, Bahlke, 
„Matador“, Kap. Jordan, „Banca“, Kapt. Baeberow, „Parchim“, Kapt. 
Früdden, „Nereus“, Kapt. Schulte, „Anna“, Kapt. Lahmeyer, „Livingstone“, 
Kapt. Asmus, „Werner“, Kapt. Reumann, „Prompt“, Kapt. Schlüter und 
„Adolph“, Kapt. Scheepsma entnommen. Aufser dem 80 aufserordentlich 
geringen Luftdrucke dieser Depression zeichnete sich dieselbe noch dadurch aus, 
daß der Raum, über dem der sehr niedrige Barometerstand gleichzeitig beob- 
achtet wurde, sich verhältnifsmäfsig weit ausdehnte. Die durch dies Nieder- 
druckgebiet verursachten Winde wehten zwar bei fast allen Schiffen für kurze 
Zeit heftig, doch war ihre Stärke und Dauer dem so ungewöhnlichen Barometer- 
sturze bei den dem Mittelpunkte näher stehenden Schiffen keineswegs ent- 
sprechend. Nur „Adolph“, der sich zur Zeit noch nördlich von Staaten-Land 
befand, berichtet über Wind von orkanartiger Stärke. Aus den Beobachtungen 
scheint sich zu ergeben, daß die Fortbewegung dieses Tiefdruckgebietes nach 
nordöstlicher Richtung hin geschah. Mit welcher Schnelligkeit dies aber erfolgte, 
Jäfst sich mit angenäherter Sicherheit nicht bestimmen. Aus dem Verhältnis 
des vier Stunden betragenden Unterschiedes in der Zeit, wann der niedrigste Luft- 
druck bei „Alma“ und „Parchim“ eintrat, zu der etwa 390 Sm grofsen Entfernung in 
der West-Ostrichtung dieser beiden Schiffe von einander scheint das Tiefdruck- 
gebiet sich mit der ganz unwahrscheinlichen Schnelligkeit von 100 Sm in der 
Stunde nach Osten fortbewegt zu haben. Ob dies auch nur einigermaßen ver- 
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läfslich ist, erscheint in hohem Grade zweifelhaft; ist es doch nicht ausgeschlossen, 
dafs damals gleichzeitig mehrere Minima im Gebiete niedrigen Druckes vor- 
handen gewesen sind. Sehr rasch mag die Bewegung aber doch geschehen sein, 
denn obgleich „Nereus“ und „Banca“ etwa 320 Sm in der West-Ostrichtung von 
einander standen, als sich bei ihnen der niedrigste Barometerstand einstellte, 
geschah dies doch nur mit zwei Stunden Zeitunterschied, Auffallend waren 
auch die Windveränderungen, welche mehrere Schiffe beim Vorübergange des 
Mittelpunktes der Depression beobachteten. Am stärksten war dieses bei 
„Nereus‘“, der Fall, welches als das am südlichsten stehende Schiff auch den 
tiefsten Barometerstand von 698,4 mm ablas. (Siehe Karte vom 13. April.) 
Wenige Stunden, bevor dies geschah, krimpte hier der in Stärke 9 wehende
	        
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