Haltermann: Wind- und Wetterverhältnisse an der Südspitze Amerikas. 229
folgenden Tages anhaltenden Windstille ab. Der auf diese folgende Südwind
setzte schwach ein und wehte später nur in mäfsiger Stärke. „Plus“ hatte am
Ende des 5. August ebenfalls für kurze Zeit Windstille gehabt, doch wehte bei
diesem Schiffe am Mittage des 6. August schon voller Sturm aus Südost, zu
einer Zeit, als „Schiller“ noch in Stille trieb. Der günstige Wind kam also in
diesem Falle zu dem östlichen Schiffe viel früher als zu dem westlicher stehenden.
„Mimi“ und „Banca‘ beobachteten wohl unbeständigen und zeitweise flauen
Wind, aber keine Stille vor dem Umlaufen des Windes von westlicher nach süd-
östlicher Richtung, und auch bei diesen beiden Mitseglern stellte sich der kräftige
Südostwind früher ein als bei „Schiller“, Diese Thatsache wie der Umstand,
dafs der niedrigste Luftdruck bei allen vier Schiffen, bei „Schiller“ wie bei der
sich am östlichsten befindlichen „Mimi“, am Nachmittage des 6. August beob-
achtet wurde, macht es wahrscheinlich, dafs das diese Veränderungen hervor-
rufende Tiefdruckgebiet sich in von NW nach SO gerichteter Form nach Osten
und Norden bewegte. (Siehe die kleinen Karten vom 6. und vom 7. August.)
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Da der Wind sich nach dem Ausschielßsen dauernd in südlicher Richtung
hielt, konnten alle nordwärts bestimmten Schiffe später raschen Fortschritt
erzielen. Der Luftdruck stieg dabei bis auf 778 mm. Am 10. August erstreckte
zich das nun entstandene Hochdruckgebiet von „Schiller“ in 41° S-Br und
92° W-Lg bis nach „Amaranth‘“ in 56° S-Br und 63° W-Lg. (Siehe Karten vom
10. und 11. August.) Es dauerte bis zum 14. August, an welchem Tage der
Emftdruck, besonders bei den westlich stehenden Schiffen, rasch abzunehmen
egann.
Ann. d. Hydr. etc., 1892, Heft YVIL.