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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Einige Bemerkungen über die Vorausberechnung von Chronometer- 
ständen. 
Von Dr. CC. F. W. Peters in Krel. 
In dem Jahrgang 1875 (pag. 343 —348) dieser Zeitschrift habe ich auf 
(rund der bis dahin auf der Sternwarte in Kiel angestellten Chronometer- 
heobachtungen die von Villarceau für die Darstellung von Chronometergängen 
angegebene Reihe einer Disenssion unterzogen, und kam zu dem Resultate, dass 
bei guten Chronometern die in der Reihe berücksichtigten Ursachen der Gang- 
änderungen im Allgemeinen genügen, um wirklich beobachtete Gänge darzu- 
stellen, Ich machte indessen schon darauf aufmerksam, dass eine Formel, durch 
welche eine Anzahl von Beobachtungen genähert dargestellt wird, noch keines- 
wegs immer das Gesetz ausdrückt, welches die beobachteten Daten befolgen, 
ımd dass es daher unter Umständen bedenklich sein kann, die Formel ausser- 
halb der Grenzen der beobachteten Daten anzuwenden. Hierdurch wurde ich 
zu der Ansicht geführt, dass für die Vorausberechnung von Chronometerständen 
die täglichen Gänge nach der Formel: 
tägl. Gang = y' = y + a0 + bO? 
zu bestimmen sind, wo © die Temperatur und y den täglichen Gang bei 0° 
hezeichnet. Man wird nun die Formel für die praktische Anwendung bequemer 
folgendermassen ausdrücken: 
tägl. Gang = g = g, + a(t— 15°) + b (t — 15°) 
Hierin bezeichnet t die Temperatur nach Celsius, und g, den täglichen 
Gang bei + 15°C. Nimmt man nun an, dass die Grössen a und b, d. h. die 
Coefficienten der Temperatur und des Quadrates der Temperatur, für ein 
Chronometer auf längere Zeit constant bleiben, so ist, da die wirklich statt- 
findenden Gänge der obigen Formel doch nur genähert, und nicht in aller 
Strenge entsprechen, eine zweite Annahme, dass nämlich g,, oder der tägliche 
Gang bei + 15° C., veränderlich ist, nicht zu vermeiden. Auf die Grösse gy 
wirken alle den Gang des Chronometers beeinflussenden Ursachen, ausser den 
beiden ersten Potenzen der Temperatur, ein, und solcher Ursachen giebt es 
vermuthlich sehr viele. Hierhin gehören z. B. die Einflüsse, welche durch 
Dickwerden des Oeles, Fehler im Isochronismus und Aenderungen in der 
Elasticität der Spirale, namentlich aber durch die Bewegung des Schiffes ent- 
stehen, und vielleicht giebt es noch mancherlei andere, die zum Theil der 
Untersuchung bisher noch entgangen sind. 
Offenbar wird die Summe der Einflüsse, welche die Veränderlichkeit von g, 
bestimmen, sehr verschieden sein, je nachdem das Chronometer sich auf dem 
Lande oder auf Soe befindet, und man kann mit Gewissheit annehmen, dass 
in dem letzteren Falle die Veränderungen grösser sein werden als im ersteren. 
Ayun. d. Hydr.. 1877. Heft Y. (Mai).
	        
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