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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1892,
3. BEisberichte aus dem Stillen Ocean.
Datum
Schiff | Breite | Länge
Bemerkungen
1889
Dezember 28
1890
Mai 12
Nestor
S ) W
48,0° 1176,7°
Eisberge in SSO vom Schiffe,
2 Eisberge, einer West 6 Sm, ein anderer NO 8 5Sm
vom Schiff,
1 Eisberg in NNW 8 Sm entfernt.
Nebliges Wetter, um 11b a, m. ein Eisberg nahe längs-
seits, in dessen Nähe sehr viel kleines Eis trieb.
38h a, m. ein Eisberg 1 Sm südlich vom Schiff, etwa 45 bis
60m über Wasser; 10% ein zweiter, ebenfalls in Süden,
6m hoch; 11% a, m, ein dritter, nahebei in Norden,
5m hoch, in dessen Nähe eine grofse Eisscholle trieb.
Eine Aenderung der Luft- und der Wassertemperatur
in der Nähe des Eises wurde nicht wahrgenommen.
Um 9h p. m ein grofser Eisberg südlich vom Schiff,
ziemlich weit sichtbar. Wasserwärme 4,6°, stieg am
nächsten Tage auf 5,9°.
2 Eisberge.
1 grofser Berg in Süden, 10 Sm entfernt.
i grofser Berg in NO, 6 Sm.
Nachts ein Eisberg mit zwei kleineren Stücken in der
Nähe, vor denen ausgewichen werden mulste.
Verschiedene Eisberge.
Um 3h p. m ein grofses Stück Eis in Süden, 2 bis 3Sm
entfernt, 50 bis 60 m lang und 3 bis 4m hoch. Wasser-
temperatur dieselbe wie um Mittag, 8,6° C.
Atalanta
52,2° 138,7°
Mai 13
51,7° 1138,17
516° 130,3°
Juli 6
J. C, Julius
53,3° 119,8°
bis
53,3° !119,1°
33,39 1117,69
1891
März 8
März 9
Rohilla
50,2° .135,7°
50,3° '133,4°
50,4° ‘131,0°
50.4° '129,6°
März 10
März 10
Aurora
50,5° 128,5°
B0.4° 123,4°
1892
Februar 12
India
53,4° 1139,00
bis
58.49 1137,0°
Um 10b a. m. kam Eis in Sicht. Bis zum Mittage
passirte das Schiff acht grofse Berge von 35 bis 45m
Höhe, die alle mit Schnee bedeckt waren, und
L6 kleinere von 3 bis 6m Höhe. Vom Topp aus
waren noch mehrere zu sehen. Obgleich Eisberge an
beiden Seiten und dem Schiffe ziemlich nahe waren,
fand man die Wassertemperatur nur wenig verändert.
Nachmittags wurden bis zum Dunkelwerden um 9h p. m.
noch neun meist grofse Berge passirt.
ji grofser Eisberg in SSO.
Kapt. Reinicke bemerkt: „Um 10h 30 passirten wir
3 Sm südlich von einem Eisberge. Derselbe war 21 m
hoch und in der Ost-Westrichtung 200m lang und
hatte ein unregelmäfsiges, zerklüftetes Aussehen, als
»b er in einem Zustande schnellen Aufthauens wäre.
Verschiedene Male sahen wir die See in der Nähe
les Berges etwa 30m hoch aufspritzen. Ich glaube,
Jlafs dies durch abfallende Stücke bewirkt wurde; ein
etwaiges Branden der See gegen die Eismasse würde,
vom Schiffe aus gesehen, wohl kaum so hoch und
jedenfalls breiter erschienen sein.“
Februar 13
März 27
Magnat
53,5° 134,1°
1,39 1119,8°
In Bezug auf die absprechenden Urtheile über den Nutzen der Wasser-
temperatur-Beobachtung bei der Annäherung an Eis, welche sich in verschiedenen
der hier aufgeführten Berichte finden, mufs darauf hingewiesen werden, dafs es
zum richtigen Verständnifs jener Beobachtungen durchaus nothwendig ist, die
yemessenen Temperaturen mit der für den fraglichen Ort und die fragliche
Jahreszeit sich ergebenden Mitteltemperatur zu vergleichen, und die Ermöglichung
zolcher Vergleichungen ist einer der Hauptvortheile, den die von der Seewarte
im Physikalischen Atlas des Atlantischen und des Indischen Oceans veröffent-
lichten Karten der Mitteltemperatur des Oberflächenwassers der praktischen
Schiffsführung bieten. Wo in den vorliegenden Berichten sich Angaben über
Beobachtungen der Wassertemperatur finden, war letztere fast immer und oft
sehr erheblich niedriger als die normale. Derartige Abweichungen haben immer
ein aufsergewöhnliches Ereignifs zur Ursache, und als solche ist, wenn auch die
geographische Lage es wahrscheinlich macht, in erster Linie das Auftreten von
Eis anzusehen.