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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Reise von Apia nach den Gilbert- und Marschall-Inseln. 
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worden, und zwar liegt die eine (rothe) am SW-Ende der südlichen 0,5 m-Stelle, die 
andere (weifse) an dem SO-Ende der nördlichen 2,5 m-Stelle. In Capsu-Bucht stand 
eine sehr hohe nordwestliche Dünung, so dafs ein Ankern daselbst nicht möglich war. 
Reise von Matupi nach Stephansort und von da nach Sydney. 
Am 16. Februar verließ S. M. Kr. „Sperber“ Matupi. Im St. George-Kanal 
wurde wiederum eine Stromversetzung nach Süden von 1 Sm pro Stunde konstatirt. 
Das Wetter war bis zum Insichtkommen von Kaiser Wilhelmsland gut. Wind 
SE bei Windstärke 1 bis 3. Von da ab trat trübes, regnerisches Wetter ein, 
Wind sehr veränderlich, von Süd nach WNW in der Stärke 1 bis 4 herum- 
springend, Starke nordwestliche Dünung. In der Vitiaz-Straße wurde eine 
Stromversetzung in nordwestlicher Richtung von 2 bis 2,5 Sm pro Stunde kon- 
statirt, die bis zur Astrolabe-Bai bis auf 1 Sm pro Stunde abnahm. Die Berge 
Hanstein und Below auf Neu-Pommern, sowie die Fortifikationsspitze auf Kaiser 
Wilhelmsland sind sehr gute Peilobjekte, die auch selbst in der diesigen Witterung 
gut sichtbar waren. 
Auf der Ueberfahrt nach Sydney wurden in der Nähe des Kaiser Wilhelms- 
landes und des Luisiaden-Archipels regnerische Witterung und gröfstentheils 
Windstille, die nur zeitweise für einige Stunden durch leichten nördlichen Wind 
unterbrochen wurde, angetroffen. Nach Passiren des Luisiaden-Archipels war der 
Wind südöstlich, Stärke 3, und später nordöstlich, Stärke 5 bis 6, wobei er aber auch 
nicht stetig blieb, sondern wiederholt durch südliche Winde unterbrochen wurde. 
Das Wetter war bis zum Wendekreis gut, wurde dann aber trübe und reg- 
nerisch und blieb so bis zum Eintreffen in Sydney. Die beobachteten Strömungen 
stimmten mit den in der Karte und den Segelanweisungen aufgeführten überein. 
Das Maximum des Barometerstandes betrug bis zum Wendekreise 763, das Minimum 
759, von da ab stieg jenes bis 765 und wurde als Minimum 761,9 beobachtet. 
Fahrten an der Küste von Ecuador. | 
Kapitän W. Frerichs vom Schiffe „Aeolus“ berichtet: Nach 97tägiger 
Reise von Malaga, bestimmt nach Guayaquil, sichteten wir am 2. September 1889 
um 10% Uhr Vormittags bei mälfsiger südsüdöstlicher Briese das Kap Blanco, 
welches um 4 Uhr Nachmittags in die Peilung rw. Süd, bei einem Abstande von 
10 Sm, gebracht war. Am Tage wurde ein starker westlicher Strom beobachtet. 
Von 4 Uhr Nachmittags an steuerten wir bei leichtem südwestlichen Winde den 
Kurs nach der Insel Santa Clara. Um 3 Uhr Morgens, den 3. September, 
fanden wir durch eine Peilung des Feuers der eben genannten Insel, dafs uns 
der Strom 10 Sm nach Nord versetzt hatte. Um 10 Uhr Vormittags, als wir 
noch 3 Sm Süd von der Insel standen, ging die südwestliche Briese in Wind- 
stille über, welche eine Stunde später, gerade mit dem Eintritt der Ebbe, durch 
schwachen NW-Wind ersetzt wurde. Der Wind holte dann auffrischend allmäh- 
lich auf West, wodurch es uns ermöglicht wurde, um 8 Uhr Abends einen 
Ankerplatz unter der Insel Puna zu erreichen. Am folgenden Morgen holten 
wir um 7 Uhr einen Lootsen von dem Orte Puna, lichteten dann unsern Anker 
und trieben bei veränderlichen Winden mit der Fluth den Fluß aufwärts. Um 
Mittag kam Südostwind durch, der uns nach Guayaquil brachte, auf dessen Rhede 
wir am Abend um 102 Uhr den Anker fallen liefsen. Die ganze Reise hatte 
eine Dauer von 99 Tagen; von Gibraltar betrug sie 91 Tage. 
Die Tonne an dem südlichen Ende der Mala-Bank hat einen weißen An- 
strich mit schmalen rothen horizontalen Streifen, nicht aber einen rothen, wie 
es in meiner Karte heifst. *) 
Von Guayaquil hatten wir nach Manta zu segeln, um dort, sowie an 
einigen anderen Küstenplätzen Steinnüsse für Europa ‚zu laden. Demgemäfs 
wurde ersterer Platz am 5. Oktober um 5 Uhr Morgens wieder verlassen. Am 
7. Oktober um 8 Uhr Morgens waren wir bis zum Örte Puna gelangt, woselbst 
1) Nach der Britischen Admiralitäts-Karte No. 1813 und der „South Pacific Directory“, 
Findlay 1884, Seite 272, ist die Mala-Bank durch drei weilse Glockenbojen bezeichnet; nach dem 
Bericht des Kapitän Hansi in den „Annalen der Hydrographie etc.“, Jahrgang 1890, Seite 95, sind 
die Bojen unter der Wasserlinie roth, oberhalb derselben weils angestrichen, und tragen sie auf 
einer Stange eine dunkelfarbige Kugel. 
Ann. d. Hydr. etc., 1592, Heft VI
	        
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