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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

216 Annalen der Hydıographie und Maritinen Meteorologie, Juni 1892. 
Landes in OzS auf 11m Tiefe geankert. Die in der Specialkarte der Peakok 
Anchorage, Titel XI, No. 412 (Br. Adm.-Karte No. 731) angegebenen Wasser- 
tiefen scheinen noch unverändert zu sein, jedenfalls wurden beim Lothen um das 
Schiff herum bei 200m Abstand keine gröfseren Tiefen als 16m und keine 
kleineren als 10 m gefunden. Der Wind war während der Fahrt nordöstlich 
gewesen, Stärke 1 bis 3. Erst nach dem Ankern ging er auf NW über, und 
Abends wurde Wetterleuchten beobachtet; Barometer war normal, 764 bis 762. 
Am 25, Dezember, 8 Uhr Morgens, verließ S. M. Krz. „Sperber“ Tapu- 
teuea um nach Jaluit zu gehen. Der Wind war Anfangs West, Stärke 3 bis 5, 
sprang dann für einige Stunden auf NE und ging dann wieder auf SW zurück, 
wo er in den Böen die Stärke 7 erreichte und von Regen und Gewitter begleitet 
war. Barometer war normal, 763. Auf ca 2° N-Br ging der Wind auf ENE, 
Stärke 2 bis 3, und änderte sich auch während des Aufenthaltes in Jaluit nicht. 
Das Wetter war immer böig und regnerisch. 
Rundreise durch den südlichen .Theil der Marschall- Gruppe 
sowie nach Butaritari und Nauru. Am 1. Januar 1892, 6 Uhr Nachmittags, 
verließ 8. M. Krz. „Sperber“ Jaluit mit dem stellvertretenden Kommissar für 
das Schutzgebiet der Marschall-Inseln, um eine Rundreise durch den südlichen 
Theil dieses Schutzgebietes zu machen. Es wurden zunächst die Inseln Majuro, 
Arno und Mille angelaufen, jedoch nur bei ersterer in die Lagune gedampft, bei 
den anderen dagegen nur an der Lee- (Aufßen-) Seite gestoppt und von hier aus 
mit dem Lande in Verbindung getreten. Das Wasser ist bei allen diesen Inseln 
so tief, dafs man mit dem Schiffe dicht an die nicht weit hervorspringenden Riffe 
herangehen und letztere mit einem Boote bei Hochwasser passiren kann. 
Der Wind war auf dieser Fahrt immer NE, Stärke 5 bis 6, dabei hohe 
nordöstliche Dünung und viel Regen. Der Barometerstand war normal, zwischen 
763 und 761. 
Des Weiteren wurde die zu der Gilbert-Gruppe gehörige Insel Butaritari 
und hierauf Nauru (Pleasant Island) besucht. Wind und Wetter war auf dieser 
Reise wie früher. Der auf der Fahrt nach Nauru erwartete östliche Strom wurde 
nicht angetroffen: dagegen wurde auf der Reise von Nauru nach der Insel Ebon 
in 45 Stunden eine Stromversetzung von 72 Sm in der Richtung N 88° W konstatirt. 
Reise von Jaluit nach Matupi. Am 28. Januar verließ S. M. Kr. 
„Sperber“ Jaluit, um nach Matupi zu gehen. In den ersten beiden Tagen war 
der Wind nordöstlich, Stärke 4, und lief eine hohe nördliche Dünung, in der der 
Kreuzer bis 25° nach jeder Seite krängte. Auf 2° N-Br hörte der Passat auf, 
regelmäfsig zu wehen, der Wind ging auf SE, und es wurde dann still, während 
die Dünung noch weiter bestehen blieb. Der gröfste Besteckunterschied wurde 
zwischen 1° und 2° 35‘ N-Br konstatirt und betrug in 24 Stunden in der Rich- 
tung N 68° W 25 Sm. Beim Passiren des St. George-Kanals wurde ein ca 1'/ Sm 
pro Stunde laufender SO-Strom konstatirt. Der Wind war NW, Stärke 5 bis 6, 
das Wetter regnerisch und unsichtig. 
Rundreise von Matupi nach Nusa und Capsu. Am 6. Februar Morgens 
verliels S. M. Kr. „Sperber“ Matupi, um zunächst nach Herbertshöh in der 
Blanche-Bay zu dampfen. 
Auf der Fahrt nach der Steffen-Strafse wurde in 12 Stunden eine Strom- 
versetzung von 15 Sm in der Richtung N 34° W beobachtet. 
Die am Eingange der Steffen-Strafse liegenden Riffe wurden der schlechten 
Beleuchtung wegen erst beim Passiren des Kap Jaeschke gesichtet. : Sie mar- 
kiren sich durch heilgrünes Wasser. Oberhalb der Wasserfläche wurden keine 
Steine bemerkt. Die am Kap Jaeschke befindlichen Riffe markirten sich sehr 
yut, so dafs ganz dicht unter genanntem Kap gehalten werden konnte. Zur 
Weiterfahrt nach Nusa wurde die Nusa-Passage gewählt. Das bei der Insel 
Lisseno befindliche Riff springt nicht so weit nach West heraus, als es in der 
Karte vorgezeichnet ist, das östliche dagegen erstreckt sich etwas weiter nach NO. 
Das an der SO-Seite der Globig-Insel befindliche Riff ist um ca 1 Kbllg. 
zu. weit gezeichnet. Man kann nämlich, wenn man dicht an das westliche Riff 
der Lisseno-Insel herangeht, fast direkt Kurs auf die Insel Nago setzen. Die in 
Karte "Lit. X1l, 121a (D. Adm.-Karte No. 91) eingezeichneten Baken sind nicht 
mehr vorhanden, sie sollen jedoch, wie mir mitgetheilt wurde, in nächster Zeit 
wieder errichtet werden. Dagegen sind in dem Fahrwasser zwei Bojen gelegt
	        
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