Bemerkungen über die Rhede von La Guayra und die Ansteuerung von Aux Cayes. 215
Cayes als Peilungsobjekte benutzt werden. East Cay, welches bereits auf 8 Sm
durch etwa 5 bis 6 scheinbar im Wasser stehende Kokospalmen sehr gut kenntlich
war, mit dem WNW davon liegenden Grande Caye ä 1’Eau in Deckpeilung, brachten
das Schiff so weit an das Östriff von Vache-Insel, bis die SO-Kante desselben
SW peilte. Von hier ab wurde der Kurs auf NWzN etwa parallel dem Ostriff
in 2 Sm Abstand von demselben geändert und so weit verfolgt, bis Grande Caye
ä l’Eau W!/S peilte. Auf diesem Punkte befand sich das Schiff gleichzeitig auf
der Verbindungslinie Westkante Orange-Cay, welches nunmehr durch die beiden
auf dem Westende der sonst flachen Insel liegenden Hügel kenntlich geworden
war, und Ostkante Vache-Insel, und fernerhin erschien die NW-Kante von Vache-
Insel zwischen Grande-Caye ä l’Eau und East-Cay in der Mitte.
Von hier aus führte der Kurs WzN das Schiff auf Aux Cayes recht vor-
aus in der Mitte des Fahrwassers bis dicht an den Ankerplatz.
East Cay und Grande Caye ä l’Eau in Verbindung der Ost- und Westkanten
von Vache-Insel bezw. von letzterer und Abacon Point bieten sehr gute Mittel,
den Schiffsort zu kontroliren. Auch kamen bereits auf 10 Sm Entfernung die
nordöstlich von Aux Cayes gelegenen Patches of White Cliffis (Engl. Adm.-Karte
No. 476 (VII 256) in Sicht, deren Peilung die Vermeidung der Mella shoals
nördlich vom Kurse unterstützt. Eine erhebliche Stromversetzung konnte nicht
festgestellt werden.
Kompagnie-Insel ostnordöstlich von Aux Cayes konnte erst auf 1 Sm
Abstand mit Sicherheit ausgemacht werden.
Der kurz vor dem Ankern an Bord genommene Lootse, welcher gleich-
zeitig als Sanitätsbeamter fungirte, machte einen unzuverlässigen Eindruck, da
bei Befolgung seiner Anweisungen das Schiff vermuthlich auf den Dryad Rock
gesetzt worden wäre. .
S. M. S. „Moltke“ aukerte in Sz0'.0 5 Kabllg. von der Südkante der
Kompagnie-Insel.
Reise von Apia nach den Gilbert- und Marschall-Inseln.
(Aus dem Bericht S. M. Kr. „Sperber“, Kommandant Korv.-Kapt, FISCHER.)
S. M. Krz. „Sperber“ verließ am 15. Dezember 1891 Apia, um die Rund-
reise durch die Schutzgebiete anzutreten. Bei dieser Gelegenheit sollten gleich-
zeitig einige Inseln der Gilbert-Gruppe, und zwar zunächst die Insel Maiana,
besucht werden.
Das Wetter war während der Ueberfahrt, die bis zum 22. Dezember
dauerte, gut, der Wind N—NE, Stärke 1— 4; Barometer schwankte zwischen 763
und 761, die Lufttemperatur betrug im Maximum 31,8. Der gröfste Besteckunterschied
wurde zwischen 6° und 7° S-Br beobachtet und zwar in 24 Stunden S837° W
26 Sm; während der übrigen Tage betrug der Besteckunterschied nur ca 9 bis 15 Sm
in 24 Stunden in der Richtung SSW—W. — Durch ein gut observirtes Mittagsbesteck
wurde festgestellt, dafs die S-Huk der Insel Maiana in der Karte Titel XI No. 412
(Br. Adm.-Karte No. 731) um 2‘5“ zu nördlich gezeichnet ist. — Die Insel Bikirk
markirt sich beim Ansteuern der Insel von NO sehr wenig, und der Flaggen-
stock konnte erst kurz vor der Peilung O0 mw. ausgemacht werden. Es wurde
nach den in den „Annalen der Hydrographie“ von 1890, S. 90 angegebenen Pei-
lungen auf den Ankerplatz zugesteuert und dort auf 18 m Wassertiefe geankert;
Grund: Korallensand. Die Tiefe des Wassers in einem Umkreise von 200m um
den Anker betrug in der Richtung von Nord durch Ost nach Süd vom Schiff aus
bis 16 m, nach West nahm dieselbe gleich wieder sehr zu, bis 40 m und darüber.
Am 23. Dezember Morgens verliefs S. M. Krz. „Sperber“ Maiana, um nach der
Insel Taputeuea zu gehen, und dieselbe wurde auch am 24. Dezember Morgens
gesichtet; Peilobjekte waren außer den Huks nicht vorhanden. Die in den
„Annalen der Hydrographie“, Heft III für 1890, Seite 89 angegebene Kirche
konnte der dahinter liegenden Palmen wegen nicht ausgemacht werden und wurde
erst nach dem Ankern gesehen. Es wurde auf Peakok Anchorage zugesteuert
und in der Peilung NW-Spitze der Insel im NNO und erster Durchbruch des