Die Insel Rotti.
207
Bucht, ferner die Bai von Bokai und endlich die Bai von Batu Tua (Cyrushafen),
die einzige, welche zur Zeit der Stürme des Westmonsuns vollständigen Schutz bietet.
Die NW-Küste wird von einer schmalen, kaum eine größere Breite als
1 km erreichenden und häufig durch Kalksteinfelsen unterbrochenen Strandebene
begleitet. An der SO-Küste ist sie noch schmaler oder verschwindet gänzlich.
Auch die Thäler einiger Flüsse erweitern sich zu kleinen Thalebenen, besonders
die der beiden gröfsten, des Gonggo im Gebiete von Dengka und des Flusses
von Läle.
Die Küsten von Rotti sind fast überall von Riffen umgeben, unter denen
einzelne sich als Felsen und Inselchen über das Niveau des Meeres erheben.
Unweit der Westspitze liegen einige gröfsere Inseln, unter denen das flache,
sandige Pulu Dau die gröfste ist und mit dem benachbarten Pulu Doö eine eigene
Regentschaft bildet.
KARTE
DER
INSEL ROTTI
A Wichmanie
Mofsstab 1: 500.000
+ x
T
—_—_—
fe
+—
w* EA
Ch
_ .
"Abu A
LP
M 0OR
S
8 Bere
OT
y
Positäozuwbestimmunm gen)
Namudale fFapge) 10” 49° 20.4" 3.Br 123% 27 19,9" OLTK
RNusch- 40° 15° S37 € 122° 447 40,6% 72
Tajg.Korbaffe 10* 95720.7° » 128° 11750.0* *
Fusa Bibi 10° 27'I9.6" # 0 128%28721.4
EFT
129° Östliche Länge von Greenwich
a a
In Bezug auf die klimatischen Verhältnisse von Rotti liegen nur höchst
dürftige Angaben vor; doch läfst sich aus ihnen schliefsen, da(s dieselben im
Grofsen und Ganzen mit denjenigen des südwestlichen Timor übereinstimmen.
Der Westmonsun setzt, ohne an strenge Regeln gebunden zu sein, gegen Ende
November oder Anfang Dezember ein und dauert bis April. Während der
Monate Juli bis Oktober fällt häufig gar kein Regen; der Oktober zeichnet sich
durch Windstille und grofse Hitze aus. „Bemerkenswerth sind die gewaltigen
Orkane, von denen das Eiland von Zeit zu Zeit heimgesucht worden, wie der-
jenige im April 1843, der neben anderem Unheil auch die Vernichtung fast des
gesammten Bienenbestandes herbeiführte. Kin ähnlicher Orkan wüthete am
5. Mai 1863.“ ,
Die Bergabhänge und die Hochflächen sind meist mit einer dichten Decke
von Alang-Alang (Imperata arundinacea Cyr.), einem harten Grase, bekleidet,
welches den unzähligen Büffeln und Pferden als Futter dient und in einigen
Gegenden als Material für Dachbedeckung Verwendung findet. Während der
Trockenzeit verdorrt dieses Gras und verleiht dann der Insel den wiederholt