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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 189%.
angewöhnlich hohen Stand. Da sich in dem betreffenden Meerestheile damals eine
verhältnilsmäfsig grofse Zahl von Schiffen befand, welche für die Seewarte
Beobachtungen anstellen, läfst sich das Auftreten dieser Erscheinung ziemlich
genau verfolgen. Um dies übersichtlicher thun zu können, werden die betreffenden
Beobachtungen in der unten folgenden Tabelle nach Zeit geordnet mitgetheilt.
Die darin angeführten Schiffe sind: „Neptun“, Kapt. Dreyer, „Roland“, Kapt.
Jülicher, „J. H. Lühken“, Kapt. Inhülsen, „Germania“, Kapt. Susewind,
‚Polynesia‘“, Kapt. Bertmann, „Inca“, Kapt. Gille, „Aeolus“, Kapt. Reiners,
„Paradox‘, Kapt. Opitz, „Banco Mobiliario“, Kapt. Warmuth, „Emil Julius“,
Kapt. Jäger, und „Ceres“, Kapt. Kophamel. Von diesen gelangte der
„J. H. Lübken“ zuerst in dies Gebiet hohen Druckes. Bei ihm hatte am
22, August unweit 41° S-Br in 95° W-Lg, nachdem das Barometer einen niedrig-
sten Stand von 731,5 mm erreicht hatte, ein Ausschiefsen des stürmischen
Windes von NW nach SW stattgefunden, worauf dann während der nächsten
Tage, bei anhaltend stürmisch wehendem Winde ein stetiges Steigen des Luft-
drucks erfolgte, bis derselbe am Mittage des 26. August, bei 42,7° S-Br und
91,4° W-Lg einen Stand von 770,5 mm erreicht hatte. Während der folgenden
Tage stieg das Barometer, bei schwächer werdendem und sich durch Süd nach SE
veränderndem Winde noch ferner, so dafs am 30. August in 47° S-Br und 91° W-Lg
ein höchster Stand von 777,5 mm abgelesen werden konnte, Es herrschte dann
leichte östliche Briese. Gleichzeitig beobachteten die Mitsegler die in der Tabelle
angegebenen Winde und Barometerstände. Das Gebiet hohen Druckes erstreckte
sich diesen Angaben nach also damals über mehr als zehn Breitengrade und
weiter als 25 Längengrade, Es verursachte bei dem am Ööstlichsten stehenden
„Paradox“ stürmischen Südwind und bei „Roland“ und „Germania“, die sich im
nordöstlichen Viertel der Erscheinung befanden, leichte südöstliche Briese. Aus
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den Angaben des „J. H. Lübken“ scheint sich zu ergeben, dal das Hochdruck-
gebiet sich später langsam nach Süden und Osten hin verschob. Am 31. August
wurde von „Roland“ in 54,2° S-Br und 84° W-Lg mit 782,5 mm der höchste hier
beobachtete Barometerstand abgelesen (vergleiche das Kärtchen). Eigenthümlich
war an diesem und dem vorhergehenden Tage die Bewegung des Luftdrucks bei
„Banco Mobiliario‘“ und „Emil Julius“, den beiden in der Nähe des Kaps Horn
befindlichen Schiffen, wie auch bei der damals noch nördlich von Staaten-Land
stehenden „Ceres‘“. Es war, als ob eine Ausbuchtung des Hochdruckgebietes
rasch über diese Schiffe dahinzog. Das Barometer stieg bei den beiden erst-
aM a vom 30. auf den 31. August um 12mm, sank aber in der zweiten
älfte des letzteren Tages schon wieder um ein Bedeutendes. Die Luftdruck-
zunahme war bei dem, etwa drei Grade westlicher als „Banco Mobiliario“ stehenden
„Emil Julius“ eine bedeutendere, wie auch der gröfste 773,8 mm betragende
höchste Druck. Desgleichen erfolgte auch das Sinken des Barometers hier in
geringerem Mafse, Um 12p war der Luftdruck bei dem sich unweit von 56° S-Br
und 71° W-Lg befindenden „Emil Julius“ auf 768 mm gefallen, dagegen bei
„Banco Mobiliario“ in 57° S-Br und 66,5° W-Lg schon auf 760,7 mm. Ueber die
Umgebung des Kap Horn scheint sich damals das Hochdruckgebiet nicht erstreckt