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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1892.
erfolgte während der zweiten Hälfte des Tages eine weitere Luftdruckabnahme
bis zu dem um 12 p abgelesenen Stand von 744,5 mm. Der Wind wehte zur
letzteren Zeit aus SSE in Stärke 4. Ein viertes Schiff, die „Polynesia“,
Kapt. Reitmann, das einzige von den hier angeführten, welches auf der Aus-
reise begriffen war, befand sich am Mittage des 21. Juni in der Nähe von
57,8° S-Br und 70,2° W-Lg und wurde dort von leichtem Ostwinde begünstigt.
Das Barometer zeigte dort auf 749,5 mm. Um 12p beobachtete „Polynesia“
SSE-Wind, Stärke 5, und Luftdruck gleich 749 mm. Das letzte Schiff ist die
„Deutschland“, Kapt. Lüders, dessen Schiffsort am Mittage des 21. Juni 55° S-Br
in 77,3° W-Lg war. Es hatte am Morgen noch in Stille getrieben, aus welcher
sich jedoch gegen Mittag eine leichte ENE-Briese entwickelte. Das Barometer
zeigte dabei auf 752,6 mm und zwölf Stunden später, als Ostwind, Stärke 4, wehte,
auf 750 mm. Bis zum Mittage des 22. Juni wurde der sich bis dahin nach SE
verändernde Wind bei „Deutschland“ und „Polynesia‘‘ stürmisch, während die
drei westlicher stehenden Schiffe noch Stille oder leisen Zug, gleichzeitig aber
auch einen rascher sinkenden Luftdruck beobachteten. Am Mittage des 22. Juni
herrschte bei „Industrie“ in 54,8° S-Br und 57,3° W-Lg SSW-Wind, Stärke 2, und
Luftdruck gleich 743 mm. Zwölf Stunden früher am selben Tage hatte bei ihr,
während es windstill war, der Luftdruck 739,5 mm betragen. Um 12p wurde
schon ENE-Wind Stärke 9 und Barometerstand gleich 744,7 mm beobachtet Das
Schiff „Apoll‘“, bei dem die mittlere Windstärke während der vorhergehenden
vier Tage kaum mehr als 2,5 betragen hatte, beobachtete am Mittage des 22. Juni
in 54,7° S-Br und 59° W-Lg NNW-Wind, Stärke 2, und Luftdruck gleich 743,3 nm
und um 12 p ENE-Wind, Stärke 8, und Barometerstand gleich 742 mm. Bei dem
dritten Mitsegler, dem sich am Mittage des 22. Juni in der Nähe von 55,7° S-Br
und 69° W-Lg befindenden „Gerd Heye‘“, welcher mit 737,2 mm den niedrigsten
von diesen Schiffen beobachteten Luftdruck hatte, herrschte Windstille. Als
auch bei ihm nach wenigen Stunden ein frischer NE-Wind durchkam, stieg das
Barometer, so dafs um 12p bei Ostwind, Stärke 8, ein Stand von 744 mm ab-
gelesen werden konnte. Dagegen hatte bei „Polynesia‘* und „Deutschland“, den
beiden am westlichsten stehenden Schiffen, der Ostwind vom Mittage des 21, bis
zu dem des 22. Juni nicht allein ununterbrochen geweht, sondern dessen Stärke
40°
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hatte auch mehr und mehr zugenommen. „Polynesia‘“ benutzte denselben, um
möglichst rasch nach Westen hin vorzurücken. Am 23. Juni wehte bei allen
fünf Schiffen stürmischer Ostwind (vergleiche das Kärtchen), der bei den beiden
am östlichsten stehenden „Industrie“ und „Apoll“, aus nordöstlicher, bei dem sich
in der Mitte der Gruppe befindlichen „Gerd Heye“ aus ostsüdöstlicher und bei
„Polynesia“ und „Deutschland“ aus südöstlicher Richtung kam. Am 24. Juni
veränderte sich bei der rasch nach Norden segelnden „Polynesia“ der kräftig
wehende Wind nach Süd, und am 25. Juni, an welchem Tage der Luftdruck auf
{61 mm gestiegen war, nach SW, Bei den übrigen Schiffen wehten am 24. Juni