1932
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1892.
21. September NE-Wind von gleicher Stärke beobachtete, wehte damals steifer
bis stürmischer West- und SW-Wind. Der Wind hielt sich bei den meisten dieser
Schiffe auch später im südwestlichen Viertel, wehte dann aber in geringerer
Stärke und ermöglichte es dadurch, dafs sie etwas rascher nach NW vorrücken
konnten. Der Luftdruck sank dabei nicht tiefer als auf 755mm. Nachdem er
diesen Stand erreicht hatte, erfolgte wieder ein Steigen des Barometers bis über
770 mm. Ueber die Ausdehnung und Lage dieses zweiten Hochdruckgebietes
geben die Beobachtungen der fünf Mitsegler dann ziemlich befriedigende Aus-
kunft. Nach den Angaben des „Emil Julius‘, welcher am 23. September unweit
von 44° S-Br in 79,5° W-Lg den höchsten Stand von 771mm beobachtete, bei
dem der Luftdruck am 24. September aber schon rasch wieder zu fallen begann
und dessen beobachteter frischer SE-Wind darauf hindeutete, dafs dies Schiff sich
damals an der NO-Seite des Hochdruckgebietes befand, scheint es sich nach
Norden nicht weiter ausgedehnt, wohl aber nach Süden hin verschoben zu haben.
Am 24. September Mittags beobachtete „Emil Julius“ in 41° S-Br und 79,5° W-Lg
Ostwind Stärke 6 und Luftdruck gleich 765mm, „Salisbury“ in 53° S-Br und
77° W-Lg Westwind Stärke 2 und Luftdruck gleich 772,4 mm, „Paradox“ in
36,8% S-Br und 73° W-Lg WSW-Wind Stärke 6 und Luftdruck gleich 770 mm,
„Ventilia“ in 57° S-Br und 71° W-Lg Westwind Stärke 6 und Luftdruck gleich
768 mm und „Kriemhild“ endlich in 57° S-Br und 67° W-Lg Westwind Stärke 6
and Luftdruck gleich 765mm. Die späteren Beobachtungen dieses letzteren
Schiffes ergeben, dals auch in diesem Falle das Hochdruckgebiet sich nicht weiter
nach Osten hin bewegte. Denn bei Kriemhild begann der Luftdruck am 25. Sep-
tember rasch abzunehmen bis zu einem tiefsten Stande von 754,5 mm. „Paradox,“
„Salisbury‘“ und ‚„Ventilia“ beobachteten im Oktober noch einmal wieder
einen sehr hohen Luftdruck. Sie erreichten das sich von 45° bis 35° S-Br er-
streckende Gebiet, in welchem derselbe herrschte, bei frischem, auf einen mehrere
Tage vorher stattgefundenen Ausschiefser folgenden SW-Winde.
Hochdruckgebiet im November 1886. Ueber ein anscheinend nur
kurze Zeit bestehendes und nur geringe Ausdehnung besitzendes Hochdruckgebiet,
welches Anfang November 1886 im südöstlichen Theile des Stillen Oceans auf-
trat, geben die Tagebücher mehrerer für die Seewarte beobachtender Schiffe
nähere Auskunft. Es waren dies: „Kepler“, Kapitän Haase, „Weser“, Kapitän
Harde, „Ceres“, Kapt. Kophamel und die von Kapt. Bielenburg geführte
„Undine“. Von ihnen war „Undine“ allein auf der Ausreise begriffen. Als sie
sich am 5. November nahe bei 58,5° S-Br und 72° W-Lg befand, veränderte sich
dort, nachdem das Barometer mit 749,5 mm seinen tiefsten Stand erreicht hatte,
der mäßige Wind von NW nach West. Der Luftdruck begann darauf zuzunehmen,
and indem dies geschah, setzte der Wind während der nächsten Tage seine
Drehung nach links weiter fort.
Unweit von 55° S-Br in 79° W-Lg wurde die Windrichtung eine süd-
östliche. Als „Undine“ sich am 8. November bei 54° S-Br in 81° W-Lg befand,
hatte das seit vier Tagen stetig steigende Barometer mit 771 mm seinen höchsten
Stand erreicht. Der Wind wehte dann aus Ost mit der Stärke 4. Am 9. No-
vember nahm der Luftdruck schon wieder langsam ab, und gegen Ende dieses
Tages veränderte sich der ganz schwach gewordene Wind nach NW.
Von den heimwärts bestimmten drei Schiffen befand sich das eine, die
„Weser“, am Mittage des 8. November in 47,3° S-Br und 89,7° W-Lg, wo
leichter südöstlicher Zug und Luftdruck gleich 769 mm beobachtet wurde. Bei
der in 47,38° S-Br und 88° W-Lg stehenden „Ceres“ wehte gleichzeitig SE-Wind,
Stärke 3, und zeigte das Barometer auf 767 mm, und an Bord des sich in 43°S-Br
und 88° W-Lg befindenden „Kepler“ beobachtete man zur selben Zeit SE-Wind,
Stärke 3, und Luftdruck von 768 mm. Bei diesen Schiffen nahm der Luftdruck
am 9. November noch um etwas zu, und ebenso wie bei „Undine“ veränderte
sich auch bei ihnen der Wind an diesem Tage nach NW. Es erscheint daher
nicht unwahrscheinlich, dafs das Hochdruckgebiet sich damals etwas nach Norden
hin verschob, gleichzeitig aber auch von einem von Westen her sich nähernden
neuen Tiefdruckgebiete verdrängt wurde.