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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Weyer: Ueber eine neue Ausgabe der amerikanischen Seekarten. 187 
eingeschlagene Weg überhaupt zur absolut einfachsten Lösung der Aufgabe ge- 
ührt habe. Es blieb immer noch fraglich, ob jener breite Kompafsring in der 
Karte oder an ihrem Rande ganz unentbehrlich sei? Ob die Lösung der Auf- 
gabe sich nicht einfacher gestalte in Beziehung auf den allein gesuchten anfäng- 
lichen Kurs, wenn man in allen Fällen einen und denselben bestimmten Längen- 
unterschied, z. B. 20°, festsetze. Sachlich kam es ja bei dieser Kursfrage nur 
darauf an, aufser der Lage des Abfahrtpunktes (A) noch irgend einen zweiten 
Punkt (B) auf dem beabsichtigten gröfsten Kreise anzunehmen, der unbedenklich 
mit einem bestimmten: Längenunterschied gewählt werden konnte. Damit war 
aber die Mannigfaltigkeit aller möglichen Fälle schon weit enger begrenzt, denn 
es würde sich jetzt nur noch darum handeln, zwischen zwei Meridianen, die 20° 
in Länge verschieden wären, die sphärischen Kurse von den verschiedenen Punkten 
des einen Meridians zu den Punkten des anderen zu finden. Und wenn solche 
Kurswinkel nun, im sphärischen Dreiecke berechnet, etwa von 5 zu 5 Graden 
der Breite, alle vorliegen (s. Tab. I am Schlusse dieses Aufsatzes), so liefse sich 
doch von dieser sphärischen Figur so viel auf die Ebene übertragen, dafs die 
sphärischen Winkel an’den Abfahrispunkten durch eben so grofse geradlinige 
Winkel an einer Reihe von Punkten dargestellt würden. Diese Punktreihe 
mülste nur in die entsprechende Lage gebracht werden, dafs die Schenkel der 
geradlinigen Winkel auch die berechneten Richtungen nach einer zweiten Reihe 
von Punkten darstellen, die in verschiedenen gegebenen Breiten liegen, aber in 
Länge denselben Unterschied von 20° mit der ersten Punktreihe behalten, 
Dieser Plan zeigte sich vollständig durchführbar. Zur Erläuterung kann die 
%olgende Fig. 2 dienen. Fig. 1 giebt nur eine Andeutung der Lage der Punkte 
auf der Kugel. Um ein bestimmtes Beispiel zu haben, sind 6 Punkte gewählt, 
die auf 0°, 45° und 70° Breite legen. 
AgyQ. 
Zur Konstruktion der Fig. 2 wurde von der Basis 20 als der einzigen 
gegebenen Seite ausgegangen und dort die berechneten sphärischen Kurse (Tab. I) 
angelegt, wodurch auch die Stücke des Meridians ihre bestimmte Größe (Tab. II) 
erhielten, nämlich 0, bis 45, = 5848 und 0, bis 70 = 160,66. Sowie es nun 
zu den Linien 0, bis. 45» = 58,48 und 45, bis 70, = 102,18 nebst ihren gegen- 
überliegenden Winkeln 71° 7‘ und 11° 47‘ nur einen einzigen Punkt 0, giebt (wie
	        
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