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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Kuhfal: Der Hafen Mayaguez auf Portorico. 
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kende Barometer ging nun allmählich von 721,4 mm bis zu seinem um 5 Uhr 
Morgens am 20. eintretenden niedrigsten Stand von 715,0 mm*) (unred.) hinunter, 
um dann langsam wieder zu steigen. Zuvor traten, schon seit Mitternacht, 
heftige Böen aus NNE mit Regen auf, die mit der Zeit an Stärke zunahmen, 
indefs die Stärke 9 der Beaufort-Skala nicht überschritten. In den späteren 
Morgenstunden des 20. holte der Wind unter schweren, aber kurzen Böen mit 
heftigem Regen durch E auf SSE. . Am Nachmittage ließ die Windstärke all- 
mählich nach, während der heftige, ununterbrochene Regen bis in die folgende 
Nacht hinein anhielt. Auf der Insel Mona waren Richtung und Aenderung des 
Windes dieselben wie in Mayaguez, doch wehte es hier von 3 Uhr Morgens bis 
10 Uhr Vormittags den 20. mit voller Orkanstärke aus NE bis ESE. Während 
der Zeit von 5% bis 7!/ Uhr war die Luft so dick, dafs es nicht möglich war, 
eine Schiffslänge weit zu sehen. Am Nachmittage holte der Wind auf SSE und 
nahm rasch ab. Auch das Verhalten des Luftdruckes in Mona entsprach dem- 
jenigen von Mayaguez; am Abend des 19. betrug derselbe 721,6 mm, und um 
7 Uhr früh am 20. wurde mit 714,8 mm der tiefste Stand beobachtet. Am Abend 
dieses Tages hatte das Barometer wieder einen Stand von 717,5 mm (unred.) 
erreicht. 
Im Hafen von Mayaguez, nach welchem der Sturm aus allen Richtungen 
über das hohe Land hin wehte, scheint die Windstärke durch letzteres gebrochen 
zu sein. 
In den Monaten Juli und August wurde in der Passage zwischen Porto- 
rico und Mona ein sehr schwacher westsüdwestlicher Strom beobachtet; nur in 
den letzten Tagen des August und im Anfange des September setzte der Strom 
nördlich, so z. B. am 5. September, mit einer mittleren Geschwindigkeit von 
2 Knoten nach NNW. Seine gröfste Stärke erlangte dieser Strom zwischen 
Mona und Desecheo.?) 
Kleine Notizen. 
1. Eis bei Kap Horn. Kapitän C. Steincke von der deutschen Bark 
„Plus“ sichtete auf der Reise von Hamburg nach Talcahuano am 1. August 1889 
um 4 Uhr Nachmittags auf 54° 34‘ S-Br und 63° 20‘ W-Lg — etwa 17 Sm N0z0 
von Kap St. John, Staaten-Eiland — zwei große und drei kleine Eisberge, 4 Sm 
ONO vom Schiffe. Es wehte zur Zeit ein von heftigen Böen mit Schnee und 
Hagel begleiteter stürmischer Westwind; die Temperatur der Luft betrug 2,1° C. 
Angaben über die Temperatur der Meeresoberfläche sind nicht gemacht. In dem 
voraufgegangenen Etmal wurde eine Versetzung von 31Sm nach N28° W 
beobachtet. 
Ferner berichtet Kapitän H. Morisse von der deutschen Bark „Amaranth“ 
auf der Reise von Montevideo nach Iquique: Am 13. August 1889 um 4 Uhr 
Morgens auf 57° 30‘ S-Br und 62° 11‘ W-Lg, bei starker südwestlicher Briese 
und fast ganz bewölktem Himmel mit feinen Schneeböen auf Backbordhalsen bei 
dem Winde segelnd, sahen wir uns, nachdem wir bereits am vorhergegangenen 
Abend um 6 Uhr Packeis vor unserem Kurse angetroffen hatten, abermals von 
grofsen Eisfeldern und Schollen umgeben. Wir durchsegelten die Eismassen an 
ihrer schmalsten Stelle und hielten dann an der Leeseite — Nordostseite — 
derselben entlang, wobei wir manchmal bis Nord abhalten mufsten. Gegen 9* a. m. 
wurde das Meer in westlicher Richtung eisfrei, aber in SSW und SW konnten 
wir noch bis 11 Uhr Vormittags, trotz der Fahrt von 11 Knoten, welche das 
Schiff nach NW machte, Eis sehen. Die Temperatur der Meeresoberfläche be- 
trug um 12 Uhr Nachts — 3,8°, um 4 Uhr Morgens -+ 2,4°, um 8 Uhr Morgens 
4 0,2°, um 12 Uhr Mittags — 1,1° und um 4 Uhr Nachmittags -+ 2,5°, die der 
1) Das Instrument ist nicht verglichen, offenbar um etwa 45 mm zu niedrig! 
2) Siehe auch diese Annalen Jahrg. 1888 S. 199.
	        
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