Kuhfal: Der Hafen von Mayaguez auf Portorico.
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Der Hafen Mayaguez auf Portorico und der Orkan vom
19. bis 20. September 1891 daselbst.
(Nach dem Bericht von Kapt. KUHFAL.)
Mit einer Kartenskizze,
Kapitän O0. Kuhfal, Führer des spanischen Dampfers „General Contreras“,
hat im Verein mit dem Hafenmeister von Mayaguez, Don Rafael Garcia, am
3. und 4. September 1891 in der Bai und dem Hafen von Mayaguez Lothungen
angestellt und das Resultat derselben in der beigegebenen Kartenskizze und
einem Bericht an die Seewarte niedergelegt, welch letzterer wie folgt lautet:
Die Bojen der Innern Manchas- und der Allart-Bank sind vor einigen
Monaten an ihre jetzigen Plätze, wie sie die Kartenskizze bezeichnet, hingelegt
worden, nachdem sie zuvor von ihren früheren Plätzen vertrieben waren. Trotz
sorgfältigster Untersuchung und vieler Lothungen konnten zwischen diesen beiden
Bojen so geringe Wassertiefen als 3'/2 bis 4 Fad.— wie sie ältere Karten angeben —
nicht aufgefunden werden, White Rock liegt etwas südlicher, als bislang an-
genommen wurde. Schiffe mit einem Tiefgange von weniger als 14 Fufs finden
bei einem nicht zu unruhigen Seegange eine gute Passage direkt über den nörd-
lichen Theil der Allart-Bank, doch dürfen sie sich dabei der Boje an dem Ende
derselben nicht mehr als bis auf 1 Kabllg. nähern; innerhalb dieser Grenze ist
der geringste Wasserstand auf der ganzen Bank. Kine gute und sichere Land-
marke für diesen Weg hat man in der hochstehenden Kaserne, einem grofsen,
viereckigen, weißen Gebäude. Diese, in Deckung mit dem dahinter liegenden
zuckerhutförmigen Berg Montuoso, zeigt die Linie an, auf der man, über die
Allart-Bank segelnd, nicht weniger als 3'/a Fad. Wasser antrifft.
Bei einer Einsegelung durch die grofßse Passage — zwischen der Innern
Manchas- und der Allart-Bank — dient, bevor die Bojen, von denen die eine
das Südende der ersteren, die andere das Nordende der letzteren bezeichnet, in
Sicht gekommen sind, auch der eben erwähnte zuckerhutförmige Berg als Leiter,
und man hat denselben in Linie oder eben rechts von einem dicht hinter dem
Orte liegenden allmählich ansteigenden Hügel zu halten. Auf diesem Kurse weiter
segelnd, passirt man recht in der Mitte zwischen den obengenannten Bojen.
Nachdem dieses geschehen ist, verändere man seinen Kurs gerade auf die beiden
hellscheinenden Thürme der Kirche des Ortes und ankere dann nach Angabe
des mittlerweile und rechtzeitig an Bord gekommenen zuverlässigen Lootsen.
Ein auch bei schlechtem Wetter in der Orkanzeit sehr guter Ankerplatz
ist derjenige in der Bucht nahe der französischen Werft bei Vigos, welcher bei
ausgezeichnetem Grund und genügender Wassertiefe (5 Fad.) selbst gegen einen
nordwestlichen Wind hinreichenden Schutz gewährt. Beim Einlaufen in diese
Bucht vermeide man aber die vor derselben liegende Bank mit einem Wasser-
stande von nur 3 Fuß. Um diesen Zweck zu erreichen, hat man sich möglichst
nahe der Nordküste der Bucht, die bis in ihrer unmittelbaren Nähe frei von Un-
tiefen ist, zu halten und querab von der Werft auf einer Wassertiefe von 5 Fad.
zu ankern.
Die gröfseren französischen Dampfer löschen direkt an der Werft, an die
sie, mit dem Heck voran, heranholen und. an welcher der geringste Wasserstand
3 Fad. beträgt.
Kleine Schiffe suchen während der Orkanzeit Zuflucht in und vor der
Bucht innerhalb der Landzunge Poca Punta del Algarrobo, an welcher eine neue
Werft gebaut wird, und der Barre vor der Mündung des Flusses Mayaguez, wo-
selbst ihnen die genannte Landzunge vollständige Sicherheit gegen nordwest-
lichen Wind gewährt, besser als auf dem ersterwähnten Ankerplatz. Schiffe mit
einem Tiefgange von über 9 Fuß müssen jedoch aufserhalb der Linie Poca Punta
del Algarrobo — Flufsmündung ankern.
Orkan vom 19./20. September 1891. Ueber das Auftreten dieses
Ka desselben, welcher Martinique heimsuchte, in Mayaguez berichtet Kapitän
uhfal: