170 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1892,
dabei weiter bis auf 766 mm. Diese beiden Schiffe konnten daher auch bei den
auf dieses Ausschiefsen folgenden Winden, trotz ihrer günstigen Richtung, die
Umsegelung von Kap Horn nicht vollenden. Vielmehr zeigte ihnen bald nörd-
licher Wind und fallendes Barometer das Nahen eines neuen Tiefdruckgebietes
an. Viel günstiger traf es dagegen der Mitsegler „Kaiser‘, bei dem der raume
Wind zwar auch bald abflaute, aber doch frisch genug blieb, um das Schiff rasch
nach Norden und Westen zu führen. Am 1, September erreichte „Kaiser“
50° S-Br in 85° W-Lg, wo ein höchster Barometerstand von 771,5 mm beobachtet
wurde. Die bei den anderen beiden Mitseglern erwähnte neue Depression machte
sich jetzt auch bei „Kaiser“ bemerkbar, doch wehten hier im Gegensatze zu den
bei jenen Schiffen beobachteten die Westwinde als Folge der nördlicheren
Stellung im Tiefdruckgebiete weniger stürmisch und nicht so schral, dafs nicht
mit Backbordshalsen weiter nordwärts gesegelt werden konnte. Um 11p des
4. September sprang bei dem in 465° S-Br und 81° W-Lg stehenden „Kaiser“,
bei niedrigstem Luftdrucke von 743,5 mm, der stürmische Wind aufs Neue um
nach SW, und das Barometer begann wieder zu steigen. Bei „Pallas“ erfolgte
dieses Mal das Ausschiefsen des nicht stürmischen Windes bei auf 730,5 mm ge-
zsunkenem Barometerstande um etwa 4a des 5. September in 56,8° S-Br und
76° W-Lg und bei „Louise“ um nahezu dieselbe Zeit in geringer Entfernung von
diesem Punkte. Der darauf folgende, alle drei Mitsegler begünstigende, steife
und beständige SW-Wind führte nun auch „Pallas‘“ und „Louise“ bald nördlich
von 50° S-Br und dort in ein stark ausgeprägtes Hochdruckgebiet. Am 9, Sep-
tember beobachtete „Kaiser“ in 36,5° S-Br und 83,5° W-Lg, bei mäfsigem
SE-Winde, einen Barometerstand von 779 mm, „Pallas“ am Nachmittage desselben
Tages unweit von 47° S-Br in 80° W-Lg, bei WNW- Wind, Stärke 7, einen
höchsten Luftdruck von 772 mm, und bei „Louise“ war am Mittage des 9. September
in 45° S-Br und 79,5° W-Lg das Barometer auf 777 mm gestiegen, während gleich-
zeitig frischer SW-Wind wehte. Die Lage dieses Hochdruckgebietes ist in diesem
Falle durch die Angaben dieser drei Schiffe deutlich dargestellt, wird aber noch
vervollständigt durch die gleichzeitigen Beobachtungen eines vierten verläfslichen
Mitarbeiters der Seewarte, des Kapitäns Rehberg vom heimwärts bestimmten
Schiffe „Van den Bergh‘“. Dies Schiff befand sich am 9. September Mittags in
37,5° S-Br und 86,5° W-Lg, wo Wind aus ENE Stärke 3 und Barometerstand
von 780 mm beobachtet wurde. Von 25° S-Br in 82° W-Lg an hatte es bis da-
hin einen mehr als 770 mm betragenden Luftdruck beobachtet und auch bis zum
9. September fast nur östliche Winde gefunden. Und da das Barometer bei
„Van den Bergh‘“ erst südlich von 40° S-Br wieder unter 770 mm sank, hatte
dies Schiff mehr als 15 Breitengrade im Hochdruckgebiet zurückgelegt. „Kaiser“
und „Pallas“ — „Louise“ hatte unterdessen schon Valparaiso erreicht — fanden
Jliese für sie günstigen Verhältnisse nicht mehr. Sie wurden vielmehr auf ihrem
weiteren Wege nach Norden noch einmal wieder durch ein Tiefdruckgebiet und
Jadurch verursachte nordwestliche Winde zurückgehalten. Die polare Passat-
grenze wurde infolge dessen so weit nach Norden verschoben, dafs „Kaiser“
erst am 25. September in 19° S-Br und 95° W-Lg und die nach Callao bestimmte
„Pallas‘“ am 5. Oktober in 20° S-Br und 77,5° W-Lg Passat antraf,
29, August 1883
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