168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1892.
auftretendes Hochdruckgebiet wurde in der zweiten Hälfte des September 1883
von mehreren deutschen Schiffen beobachtet. Nachdem der heftig stürmende
Westwind bei den beiden auf der Ausreise begriffenen Schiffen von Nord nach
SW ausgeschossen war, veränderte er sich während der nächsten Tage bei lang-
sam zunehmendem Luftdrucke allmählich durch Süd nach Ost. Die einen nörd-
lichen Kurs verfolgenden Schiffe gelangten dann zuerst im die südliche Hälfte
des Hochdruckgebietes. Ein drittes für Kap Horn steuerndes Schiff betrat es
bei leisem, sich aus Stille entwickelndem Ostwinde. Indem dieser Wind bald
stärker wurde, wehte er, trotz des im Verhältnils zur Breite recht hohen Baro-
meterstandes, während mehrerer Tage als voller Sturm.
Das vorher erwähnte Ausschiefsen des Windes erfolgte bei „Rosa y Isabel“,
Kapitän Schlüter, am Mittage des 18, September in 59,6° S-Br und 74,3° W-Lg
and bei der von Kapitän Kirchhoff geführten „Industrie“ um 4 Uhr Nach-
mittags desselben Tages in 58,7° S-Br_ und 70,2° W-Lg. Beide Führer hatten,
gewarnt durch das plötzliche Abflauen des vorher wehenden Nordsturmes und den
angewöhnlich niedrigen Barometerstand, ibre Schiffe gerade rechtzeitig herum-
gehalst und über Steuerbordsbug gelegt, bevor der Wind mit orkanartiger Ge-
walt aus SW wieder einsetzte. Dies Ausschielsen, wie der niedrigste Barometer-
stand von 713 mm, stellte sich bei „Rosa y Isabel“ gerade vier Stunden früher
als bei „Industrie“ ein. Das Verhältnils dieses Zeitunterschiedes zu der damals
zwischen den beiden Schiffen liegenden Entfernung wie auch die verschiedenen
Windrichtungen machen es wahrscheinlich, dafs sich das Tiefdruckgebiet damals
mit einer angenäherten Schnelligkeit von 30 Sm in der Stunde nach nordöst-
licher Richtung bewegt hat. Die zu grofse Stärke des während der nächsten
Tage wehenden Windes verhinderte jedes Ausnutzen desselben. Beide Schiffe
verloren vielmehr an Länge derartig, daß am 20. September Mittags „Rosa y Isabel“
sich nach 57,4° S-Br in 72,4° W-Lg und „Industrie“ nach 58° S-Br in 69° W-Lg
zurückgedrängt sah. Bei jenem Schiffe herrschte damals SW-Wind in Stärke 9
und Luftdruck gleich 755 mm, bei diesem SW-Wind, Stärke 11, und Barometer-
stand gleich 752 mm. Zur selben Zeit war bei dem dritten Schiffe, dem von
San Francisco kommenden, in 54,7° S-Br und 86,8° W-Lg stehenden „C. R. Bishop“,
Kapitän Wolters, der am vorhergehenden Tage frisch aus WNW wehende Wind
im Stille übergegangen. Aus dieser entwickelte sich wenige Stunden später, bei
einem Barometerstande von 762,5 mm, ein leiser östlicher Zug, der bald auf-
frischte, stürmisch wurde und so während mehrerer Tage wehte. Als sich bei
den anderen beiden Schiffen der endlich mäfsig gewordene Wind am 21. Sep-
tember, bei auf 765 mm gestiegenem Luftdrucke, von SW nach SE veränderte,
wurde dadurch angezeigt, dafs nun auch sie, was beim „CU. R. Bishop“ am Tage
vorher geschehen war, in die nördliche Hälfte des sich wahrscheinlich langsam
nach SO bewegenden Hochdruckgebietes gelangt waren. Am 22. September
Mittags befand sich „Industrie“ in 56,7° S-Br und 72,4° W-Lg, „Rosa _ y Isabel“
in 555° S-Br und 79° W-Lg und „C. R. Bishop“ in 57° S-Br und 87,2° W-Lg.
Bei dem ersteren Schiffe beobachtete man zur Zeit Ostwind Stärke 5 und Luft-
druck gleich 767,5 mm, bei dem zweiten ENE-Wind, Stärke 7, und Barometer-
stand von 762 mm, und bei dem dritten Sturm aus Ost, Stärke 10, und einen
Luftdruck von 764 mm. An diesem Tage hatte das Barometer bei allen Schiffen
seinen höchsten Stand erreicht. Bald darauf begann es zu fallen, und indem der
Wind seine Drehung nach links fortsetzte, stellten sich bei „Rosa y Isabel“ und
„Industrie“ am 24. September, bevor sie 50° S-Br hatten erreichen können, und
bei „C. R. Bishop“ am 25. September nordwestliche, das Herannahen einer neuen
Depression ankündigende Winde ein.
Sehiff
C. R. Bishop. .
Rosa y Isabel .
Industrie ....
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