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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1892, 
Die Instrumente, mit welchen die magnetischen Aufnahmen in Norddeutsch- 
land durchgeführt sind (Dr. Eschenhagen in Nordwestdeutschland, Dr. Schaper- 
Lübeck zwischen Elbe und Oder, Referent im Auftrage der Seewarte östlich 
von der Oder bis zur russischen Grenze), sind unter einander verglichen 
und stimmen innerhalb der Beobachtungsfehler überein. Nimmt man für den 
Nordwesten Kew, für den Südosten Wien als Basisstation, so würden sich für 
die folgenden Stationen zur Reduktion auf Kew bezw. auf Wien die nachstehenden 
Korrektionen ergeben in C. G. S.-Einheiten: 
Keow + 0,00000 Wien = 0,00000 
Rijckevorsel’s Theodolit -+ 0,00008 Petersburg (Pawlowsk) — 0,00044 
Paris Parc St. Maur +} 0,00063 (bezw. 50) Laschober (Theod. Jones) — 0,00039 
Utrecht + 0,00040 Pola — 0,00049 
Wilhelmshaven + 0,00034 Rom Theod. Dover (Chistoni 1881) — 0,00052 
Hamburg Fheod, Hechelmann \ wie Wilhelmshaven Rom Theod. Dover (Laschober 1890) — 0,00003 
Wo nichts Anderes angegeben, sind die Stände der Variations-Apparate 
gemeint. Ist also noch ein Vergleich zwischen Kew und Wien gemacht, dann 
ist der Ring geschlossen, und für Centraleuropa würde man Karten nach einem 
völlig einheitlichen Maße und Stande der Horizontal-Intensität entwerfen können. 
Dr. Duderstadt. 
Beiträge zur Kenntnils der Wind- und Wetterverhältnisse des 
der Südspitze Amerikas benachbarten Meeres. 
Nach Beobachtungen aus den Jahren 1882—1891. 
Von Kapt. H, HALTERMANN, Assistent an der Seewarte, 
Die Wind- und Wetterverhältnisse in dem die Südspitze Amerikas umgeben- 
den Meere sind infolge der so stark vermehrten Fahrten deutscher Schiffe nach 
der Westküste Amerikas und Australien den Seeleuten während der letzten Jahr- 
zehnte weit besser bekannt geworden, als sie es früher waren. Die Umschiffung 
des Kap Horn hat dadurch Vieles von den früher oft geschilderten Schwierig- 
keiten verloren; trotzdem bietet das Durchsegeln der zwischen 50° S-Br im 
Atlantik und 50° S-Br im Pacifik liegenden Strecke deren noch immer übergenug. 
Ueber die dort herrschenden meteorologischen Verhältnisse sind eingehende Unter- 
suchungen kaum veröffentlicht worden, obgleich Stoff dazu in den zahlreichen 
Tagebüchern des Archivs der Seewarte hinreichend vorhanden ist. Die Größe 
der Aufgabe wird noch auf lange Zeit hinaus eine solche Arbeit unmöglich 
machen. Eine Bearbeitung der verschiedenen meteorologischen Angaben zu 
Mittelwerthen würde aber auch gerade für diesen Meerestheil höchst unzuver- 
Jässige Werthe ergeben, Denn als Folge des Verlaufes der diese Meere durch- 
ziehenden Schiffswege würden sich z. B. die Winde für den südlich von 57° S-Br 
liegenden Meerestheil, mehr als wahr, als aus westlicher Richtung wehend heraus- 
stellen, weil dorthin fast nur auswärts bestimmte, durch Westwinde in ihrer Fahrt 
aufgehaltene Schiffe gelangen. Und Ostwinde würden anscheinend häufig sein in 
den etwa 15° westlich oder 10° östlich von der Länge des Kaps Horn gelegenen 
Meerestheilen, weil dorthin vorherrschend nur heimwärts, durch Ostwind zurück- 
gehaltene Schiffe gelangen. Nur in der Nähe des Kaps, wo ausgehende und 
heimkehrende Schiffe annähernd in gleicher Zahl vorkommen, würde sich durch 
die sogenannte Extrahirarbeit ein wahres Bild der meteorologischen Verhältnisse 
erlangen lassen. Eine Darstellung der Witterungsverhältnisse auf synoptischen 
Karten, der besten erreichbaren Weise, um ein übersichtliches, verläfsliches Bild 
zu gewinnen, war, weil es dazu sowohl an Mitteln, wie an Kräften fehlte, nicht 
zu ermöglichen; es ist daher mit den folgenden kurzgefafsten Beschreibungen 
und Tabellen der Versuch gemacht worden, wenigstens die in den betreffenden 
Meerestheilen während des letzten Jahrzehnts vorgekommenen ungewöhnlicheren
	        
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