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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1892,
Inklination. Aus einer gröfseren Reihe von Bestimmungen im Anfange
des Juli wird die Inklination zu 67° 57,26‘ berechnet. Da nach der für 1885,5
von Dr. Schaper entworfenen Karte die Inklination um etwa 1‘ größer ist als
in Lübeck, diese nun für 1891,5 = 67° 56,52‘ angegeben ist, so erscheint der
in Barth beobachtete Werth ganz entsprechend.
Wustrow. Die Zahl der regelmäfsig die Deklination und Inklination beob-
achtenden Stationen ist im laufenden Jahre um eine vermehrt worden. Die Herren
Navigationslehrer Brandes und Reimer, welche schon seit Jahren die meteoro-
logischen Beobachtungen für die Seewarte ausführen, bestimmen seit Anfang 1891
fortlaufend mit einem Magnetometer No. 585 von Hechelmann die Größe der
magnetischen Deklination und der Inklination; erstere wird zu verschiedenen
Tageszeiten alle 2 Tage, letztere etwa alle 10 Tage beobachtet. Das Instrument
steht dabei auf einem Eichenstamm im Garten des Grofsherzoglichen Navigations-
schul-Gebäudes, fern von eisenhaltigen Objekten. Die Azimute von 3 Miren sind
durch sorgfältige vielfache Beobachtungen seitens der Herren Brandes und
Reimer bestimmt worden.
In den nachfolgend für jeden Monat gegebenen Werthen für Deklination
sind die einzelnen Beobachtungen nach der Kew-Periode auf das Mittel des
Tages reducirt und daraus die Monatsmittel gebildet, die Inklination jedoch wird
ohne Reduktion gegeben. Die in Klammern dabeigesetzten Zahlen geben an,
aus wie viel Einzelbeobachtungen das Mittel gezogen wurde,
Deklination
Januar 11° 6,8‘ W (11)
Februar 11° 6,1’ W (14)
März 11° 4,1‘ W (16)
April 1° 21‘ W (15)
Mai 11° 3,0‘ W (15)
Juni 11° 45 W (15
Juli 11° 3,8 W (16
August 11° 3,4 W (14
September 11° 3,7/ W (15,
Oktober 11° 3,1’ W (16
November 11° 5,3‘ W (15)
Dezember 11° 44 W013) . .
Mittel 18915 = 11° 4.19 W
Inklination
68° 52‘ N
68° 40 N
58° 48 N
58° 36‘ N
38° 34
58° 22
58° 50 N
68° 54 N
68° 538‘ N
68° 34' N
68° 34 N
38° 5; >»
68° 39.00
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Während die Deklination in ihrem Werthe ganz entsprechend ist dem,
was für dies Gebiet etwa zu erwarten war, ist die Inklination erheblich zu grofs.
Da die Annahme eines lokal gestörten Gebietes hier ausgeschlossen erscheint,
dürfte die Abweichung vom normalen Werthe in Fehlern der Nadel oder des
Instrumentes (Gehäuses für die Inklinationsbestimmungen) zu suchen sein.
Flensburg. Herr Navigationslehrer Pheiffer, Agent der Seewarte, hat vom
15. April ab bis zum Ende des Jahres 41 Bestimmungen der Deklination aus-
geführt, theils mit dem Magnetometer von Bamberg No. 252, theils mit dem von
Plath No. 1. Die Beobachtungen sind sehr verschieden über die in Betracht
kommenden Monate vertheilt, so daß die unten gegebenen Mittelwerthe, die je
auf Tagesmittel reducirt wurden, nicht gleichwerthig sind, vor Allem aber nicht
als eigentliche Monatsmittel angesehen werden dürfen.
1891 April 12° 37,6‘ W (3) September 12° 30,1‘ W (2)
Mai 12° 32,5 W (7) Oktober 12° 28,00 W (5)
Juni 12° 36,6‘ W (3) November 12° 27,0‘ W(&)
Juli 12° 29,7‘ W (3) Dezember 12° 31,0‘ W (2)
August 12° 28,3’ W (8) 1891,6 Mittel = 12° 31,20' W
Da die in den früheren Jahresberichten veröffentlichten Werthe der
Deklination mannigfache Schwankungen zeigen, so ist von einer Ableitung der
Säkular-Aenderung vorläufig abzusehen.
Die Inklination wurde am 18. und 27, August beobachtet und beide Mal
zu 68° 34,2' N gefunden.