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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Ann. d. Hydr. ete., XX. Jahrg. (1892), Heft V. 
LH 
Bericht der Deutschen Seewarte über das Ergebnils der 
magnetischen Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete 
während des Jahres 1891. 
Die möglichst regelmäfsige Beobachtung‘ der Werthe der magnetischen 
Elemente an mehreren deutschen Küstenpunkten gehört zu den Hauptaufgaben 
der Deutschen Seewarte. Nicht als ob es allenthalben eine wissenschaftliche 
Gepflogenheit wäre, sei es aus rein theoretischem, Sei es aus praktischem Inter- 
esse, zum Besten der Schiffahrt, in bestimmten Zeiträumen im Laufe eines Jahres 
fortlaufend den Werth der magnetischen Elemente zu bestimmen, ging man bei 
den sehr erheblichen Lokalstörungen an den deutschen Küsten von der Ueber- 
zeugung aus, dafs es wünschenswerth wäre, die Werthe der Elemente und deren 
Säkular-Aenderungen so genau wie nur immer möglich durch Beobachtungen zu 
bestimmen. Man durfte sich dabei der Hoffnung hingeben, dafs, läge nur einmal 
eine größere Reihe zuverlässiger Beobachtungen vor, es sich möglich erweisen 
dürfte, mit erheblich gröfserer Sicherheit die Werthe für eine vorausliegende 
Epoche zu bestimmen, als dies gegenwärtig noch der Fall ist. Aus den Beob- 
achtungen, so weit sie bis jetzt diskutirt vorliegen, kann man den Schluß ziehen, 
dafs die Werthe der Säkular-Aenderung der einzelnen Elemente — selbst für 
nahe bei einander liegende Lokalitäten — nicht unwesentlich von einander ab- 
weichen, eine Erscheinung, deren Ursache noch immer in Dunkel gehüllt ist. 
So lange dieses aber der Fall sein wird, ist es Stets eine ungewisse Sache, die 
Werthe der Elemente für eine vorausliegende Epoche abzuleiten, und aus diesem 
Grunde schien es wichtig für die Praxis, durch fortlaufende Beobachtungen die 
Unsicherheit in dieser Hinsicht zum Mindesten  abzuschwächen. 
Gleich in dem ersten Jahresberichte für die Periode 1875 bis 1878°) 
wurde eine Zusammenstellung der Bestimmung der magnetischen Elemente seit 
dem Bestehen der Deutschen Seewarte und für verschiedene Küstenpunkte mit- 
getheilt. In einem jeden der folgenden 12 Jahresberichte wurde in gleicher 
Weise das Wesentlichste über diesen wichtigen Gegenstand zusammengetragen 
and zur allgemeinen Kenntnifs gebracht. Es bedarf wohl keiner weiteren Dar- 
jegung, dafs auf diese Weise ein höchst werthvolles Material über die magne- 
tischen Verhältnisse der deutschen Küste zusammengetragen wurde, das sich mit 
der Zeit auch für die theoretische Arbeit als nützlich -erweisen kann, zumal, 
wenn man erwägt, dal unterdessen in Norddeutschland drei Observatorien 
zur Beobachtung der magnetischen Vorgänge entstanden sind, das in Wilhelms- 
haven, das in Lübeck und neuestens das in Potsdam, und überdies in Göttingen 
and in Kiel magnetische Registrir-Beobachtungen ausgeführt werden, wodurch 
für die an der Küste ausgeführten Beobachtungen ein vortrefflicher Anhalt ge- 
boten wird. Weiterhin ist die magnetische Landesaufnahme im Litorale Deutsch- 
lands während der letzten Jahre so weit gefördert worden, dafs die Untersuchung 
von der holländischen bis zur russischen Grenze als ziemlich vollständig ange- 
sehen werden darf,?) 
Auf diese Weise ist die Mittheilung der Beobachtungen über den Werth 
der magnetischen Elemente aus dem Rahmen eines Jahresberichtes heraus- 
gewachsen, und erscheint es um deswillen zweckmäfsig, in Zukunft die Ergebnisse 
der Forschung auf diesem Gebiete im Verlaufe eines Jahres in einem besonderen 
Berichte niederzulegen, welcher in den Spalten dieser Zeitschrift veröffentlicht 
werden soll und dadurch naturgemäfs eine weitere Verbreitung erlangen kann, 
') Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, Jahrgang I, No. 1, Seite 105 u. f£ 
7) Dabei wird zunächst an eine magnetische Aufnahme im Einzelnen nicht gedacht.
	        
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