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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1892. 
In der Sapudi-Strafßse fanden wir bei mallendem Winde einen ziemlich 
starken Gegenstrom. Um 2 Uhr Nachmittags den 21. September ankerten wir 
auf der Rhede von Bezuki, nach einer 23tägigen Reise. Nachdem wir hier 
1214 Tonnen Zucker geladen hatten, versegelten wir am 17. Oktober nach 
Pasuruan, woselbst wir am folgenden Tage ankamen. Hier wurden noch 
451 Tonnen Zucker eingenommen, so dafs unsere ganze Ladung aus 1665 Tonnen 
bestand, womit das Schiff einen Tiefgang von 21 Fufs 4 Zoll vorn und 21 Fufs 
9 Zoll hinten hatte. Am 29. Oktober war das Schiff beladen, und es wurde 
die Reise nach dem Kanal für Order angetreten. 
Während unserer Anwesenheit in Bezuki und Pasuruan stellte sich jede 
Nacht eine beständige Landbriese ein. Die Seebriese war dagegen sehr veränder- 
lich, sowohl in Richtung als auch in Stärke. KErstere schwankte an den ver- 
schiedenen Tagen um mehrere Striche; zuweilen trat die Seebriese steif auf, 
häufig blieb sie ganz aus. 
Bezuki ist ein kleiner Platz. Die Leichter können nur mit Hochwasser 
and auch dann nur mit einer Theilladung den Ort verlassen. Eine volle Ladung 
abzubringen, ist ihnen nur bei Hochwasser zur Springzeit möglich. Fast die 
halbe Zeit hindurch ist das Fahrwasser vollständig trocken. Pasuruan hat in 
dieser Beziehung etwas günstigere Verhältnisse, allein hier liegen die Schiffe 
23 Sm weiter vom Lande, auf einer Wassertiefe von 11,9m (6'/2 Fad.), während 
die Tiefe auf dem Ankerplatz von Bezuki nahe am Lande 22 m (12 Fad.) beträgt. 
Auch in gesundheitlicher Beziehung steht Bezuki hinter Pasuruan zurück, 
An ersterem Orte kamen mehrere Cholerafälle vor; ein englisches Schiff, welches 
vor uns dort gewesen war, hatte an dieser Krankheit vier Mann verloren. Es 
ist daher rathsam, die Leute in Bezuki nicht ans Land gehen zu lassen. Es ist 
wohl der dementsprechenden Verfügung meinerseits mit zuzuschreiben, dafs wir 
von Krankheitsfällen verschont geblieben sind. 
Reise der deutschen Schiffe „Adolph‘‘, Kapitän E. Westergaard 
und „Gustav & Oscar‘, Kapitän M. Seemann, von Hongkong 
nach der Sunda-Strafse und durch dieselbe. 
Am 15. November 1889 verließen wir, so berichtet Kapitän Westergaard, 
den Hafen von Hongkong mit günstiger nordöstlicher Briese, welche aufserhalb 
der Lema-Inseln östlicher holte und steif wurde. Da das Schiff ziemlich rank 
war, hielt ich ab und steuerte einen Kurs, um westlich von den Paracels zu 
passiren. Dabei hatten wir dann noch die Genugthuung, dafs der Wind unter 
ler Küste von Cochinchina wieder nördlicher holte und die See ebener wurde. 
Am 19. November war der Schiffsort 7° 50‘ N-Br und 109° 30‘ O-Lg. Hier 
wurde es zuerst flau und still, worauf der Nordost-Monsun bereits in 7° N-Br ganz 
zufhörte und flaue südwestliche Winde an seine Stelle traten, mit denen wir die 
Weiterreise auszuführen hatten. Nachdem wir zwischen den Anamba- und 
Natuna-Inseln passirt waren, gelangten wir am 24, November zu der St. Esprit- 
Gruppe und sichteten am Abend des 25. nach einer 1Otägigen Reise die Insel 
Gaspar. Als am folgenden Abend der Stolze-Kanal beinahe durchsegelt war, 
rat ein Gegenstrom auf, der uns wieder zurücktrieb. Wir standen darauf nach 
Westen hinüber und kreuzten am 27. durch den Macclesfield-Kanal. Mit Dunkel- 
werden befanden wir uns 2 Sm im Süden der Discovery-Klippen, woselbst der 
Strom kenterte und uns wieder nördlich von den Klippen brachte. Mit einer 
ım 9 Uhr Abends von NW aufkommenden Böe konnten wir wieder südlich von 
den Klippen gelangen, allein nicht weit genug, um einen Ankerplatz mit geringer 
Wassertiefe zu erreichen, weshalb es nothwendig wurde, den Anker auf einer 
Tiefe von 60m — 33 Fad. — fallen zu lassen. Am Tage hatten wir zwei 
Schiffe in unserer Gesellschaft; das eine war ein Bekannter, der Hongkong am 
2. November, also 13 Tage vor uns verlassen hatte. Beide Schiffe ankerten nördlich
	        
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