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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

138 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1892, 
Kanal eingelaufen war, wodurch die gröfstmögliche Ausnutzung der Tageshelle 
gestattet war, so konnte mit Leichtigkeit der als erster Ankerplatz gewählte Eden 
Harbour erreicht werden. Die Fahrt durch den Messier- Kanal erfolgte bei 
schönem, klarem Wetter und fast Windstille. Um 3% 45” p. m. wurden die 
English Narrows ohne Schwierigkeit passirt und um 5* 20” p. m. in Eden 
Harbour in 53m Wassertiefe, Ankergrund Schlick mit Sand, geankert. Die 
Korvetten ankerten hinter der Eden-Insel in 30 m Wassertiefe, in etwa 800— 1000 m 
Entfernung vom Flaggschiff. Am 21. Dezember, 4* a. m., wurde die Fahrt durch 
den Wide- und Concepcion-Kanal fortgesetzt bei trübem, regnerischem Wetter. 
Beim Passiren der Indian Reach wurde die Bake auf dem Covadonga Rock in 
Port Biofrio nicht gesehen, desgleichen fehlte die Boje auf Abtao Shoal. Um 
1M 30" p. m, wurde in Molyneux Sound in 45m Wassertiefe, Ankergrund Schlick, 
geankert. Molyneux Sound wurde als Aufenthaltsplatz gewählt, da bis zu dem 
als letzten Ankerplatz ausersehenen Isthmus Harbour kein geeigneter Ankerplatz 
‘ir ein Geschwader vorhanden war, derselbe aber von hier aus noch am nächsten 
Tage mit Sicherheit erreicht werden konnte. Molyneux-Hafen ist der beste 
Ankerplatz, den das Geschwader vorfand, es konnte in geschlossener Formation 
eingesteuert und zugleich in Gruppe geankert werden. Die Zeit Nachmittags 
wurde in Molyneux Sound dazu verwandt, von den Mannschaften der drei Schiffe 
während 2 Stunden Holz fällen zu lassen, mit welchem dann an Bord S, M. S. 
„Leipzig“ ein Brennversuch vorgenommen wurde. 
Am 22. Dezember, 3" 30" a. m., wurde die Reise durch den Smyths 
Channel fortgesetzt bei regnerischem, trübem, oft von starken Regenböen be- 
yleitetem Wetter. Nachmittags 4* 40” wurde in Isthmus Bay geankert auf 52 m 
Wassertiefe, Grund felsig mit Schlick. Am 23. Dezember wurde um 3” 30° a. m. 
Anker gelichtet und die Fahrt durch den Smyths Channel fortgesetzt. Während 
des Passirens des Smyths Channel herrschte klares, zeitweise von starken Böen 
begleitetes Wetter. Bei Annäherung an die Magellan-Strafse änderte sich die 
Witterung, und unter schweren Regenböen lief S. M. S. „Leipzig“ & a, m. in 
lie Strafßse ein. Um 9* 20” a. m. wurden doppelt gereffte Vor- und Grofsmars- 
segel, Fock und Klüver gesetzt und unter Dampf und Segel nach Peilung zeit- 
weise 14 Sm über den Grund gehend, bis zur English Reach gelaufen, wo der 
Wind abflaute, so dafs die Segel nicht mehr mit Vortheil gefahren werden 
konnten. 
Um 3* p. m. wurden die Segel festgemacht. Um 7" p. m. wurde Kap 
Froward und um 9% Kap Isidro passirt. Während der Nacht wurde mit lang- 
samer Fahrt nördlicher Kurs gesteuert und um 4" a. m. am 24. Dezember auf 
Punta Arenas-Rhede geankert. 
Während des Aufenthaltes in Punta Arenas herrschten anfangs mäßige 
westliche Winde, die im Laufe der Tage bei stark fallendem Barometer und 
schweren Böen auffrischten und am 29. bei einem Barometerstande von 734 
einen sturmartigen Charakter annahmen, so dafs das Kohlenübernehmen unter- 
brochen werden mußte. 
Nachdem am 29. und 30. Vormittags die Kohlen aufgefüllt waren, wurde 
am 10% 30” a. m. am 30. Dezember Anker gelichtet und die Reise nach Montevideo 
fortgesetzt. Bei wenig sichtigem, regnerischem Wetter wurden bis 6" p. m. 
beide Narrows passirt, worauf vorübergehend im starken Regen die Küste voll- 
ständig aus Sicht kam; die schwarze Boje an der NO-Spitze der Orange-Bank 
wurde später gesichtet und erwies sich als eine sehr gut sichtbare Marke. Bis 
32h a. m. am 31. Dezember 1891 wurde mit östlichem Kurs aus der Straße ge- 
steuert und darauf nördlicher Kurs aufgenommen. 
Um 5% 35" p. m. am 6. Januar 1892 wurde auf Montevideo-Rhede 
yeankert.
	        
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