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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Mahlke: Bericht über die Bestimmung der Länge des einfachen Sekundenpendels. 131 
Ausdehnungskoeffizienten für das Pendel besonders vorzunehmen. . Dieselbe 
wurde ausgeführt in einem hinter der Seewarte befindlichen Pavillon, der durch 
Gasöfen in kurzer Zeit erwärmt werden konnte. Um Pendel und Maafsstab 
während des Hängens im Komparator auf möglichst konstanter Temperatur zu 
erhalten, wurden beide mit Watte umwickelt und, um ihre Temperatur bestimmen 
zu können, durch diese kleine Thermometer hindurchgesteckt, deren Gefäfse in 
direkte Berührung mit dem Metall der Instrumente kamen. Durch Vergleichung 
der beiden Instrumente bei Temperaturen von — 3° bis 422° ergab sich als 
Mittel von vier Reihen als Längenausdehnung des Pendels für 1° C 
0,00872 mm -+ 0,000088 mm. 
Durch diese Bestimmung war es möglich, die bei allerdings nur wenig 
verschiedenen Temperaturen ausgeführten Messungen des Schneidenabstandes auf 
dieselbe Temperatur von 7,5° C zu reduziren. Jede Messung wurde so vorge- 
nommen, daß der Schneidenabstand an 6 verschiedenen Punkten bestimmt wurde, 
die zu je drei auf beiden Seiten der Pendelstange um 5mm von dieser und 
ebenso viel von einander entfernt lagen. Aus je 6 solchen Längen wurde das 
Mittel genommen und im Ganzen 80 solcher Messungen ausgeführt, von denen 
die eine Hälfte vor, die andere nach den Koinzidenzbeobachtungen stattfanden. 
Als Schneidenabstand fand sich für die Temperatur von 7,5° C im Mittel 
500,26646 mm -+ 0,00033 mm. ; 
Dieser Werth würde noch eine Korrektion erfordern, weil die Messungen 
an den äußeren Marken der Pendelschneide merklich gröfsere Werthe lieferten 
als die inneren. Dieser Umstand wurde veranlaßfst durch die vermöge der 
Elastizität der Schneiden bei Aufhängung des Pendels bewirkte Krümmung der- 
selben, wodurch deren Endpunkte um etwa 1'2 Hundertstel Millimeter über ihre 
Mitte gehoben wurden. Die deswegen anzubringende Korrektion läfst sich nicht 
genau bestimmen, da die Achatplatten auf dem Stativ um 5mm von einander 
weiter entfernt sind, als die Pendeldicke beträgt. Aus diesem Grunde wurde 
von derselben abgesehen; sie würde im Maximum — 0,0054 mm betragen. ; 
Setzt man die so gefundenen Werthe für die Schwerpunktslage und den 
Schneidenabstand des Pendels nebst den obigen Reihen der Schwingungszeiten 
in die Formel für die Länge des einfachen Sekundenpendels ein, so erhält 
man aus 
Reihe wo leicht. 
A 
Gew. am Arm für 2 
994.3121 mm 
2791 
2882 
3346 
3025 
3311 
3201 
2909 
2537 
3352 
3304 
3000 
3239 
3426 
3355 
3436 
Li 
nm 
V 
VD 
VII 
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XI 
XU 
XII 
XIVY 
XV 
XVI 
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Hieraus ergiebt sich als Mittel für die Länge des Sekundenpendels, wenn 
leicht, Gew. am Arm A wenn leicht Gew. am Arm B 
994,3073 um 994,3206 mm 
und als Gesammtmittel 
994,3140 mm -+ 0,0062 mm. 
Hierzu kommt noch als Reduktion auf das Meeresniveau für die Höhe 
des Beobachtungsortes von 24,09 m*) über Nordseemittelwasser 
0,0051 mm. 
1) Durch Uebertragung von der im Keller der Seewarte von dem hamburgischen Ver- 
messungsbureau angebrachten Höhenmarke erhalten.
	        
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