accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

126 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1892, 
Für die Kontrole: und um zuverläfslichere Mittelwerthe zu bekommen, mufßs man 
womöglich mehr als zwei Stationen in verschiedenen Höhen haben. Eine gute 
Station auf der Thurmgalerie und eine an Bord des Expeditionsschiffes wird man 
wohl immer haben können. Aus meinen eigenen Berechnungen geht hervor, 
jafs die Beobachtungen auf der Galerie mit denen auf der meteorologischen 
Station allein die erforderliche Genauigkeit nicht geben könnten. Um so werth- 
voller sind die Beobachtungen an Bord gewesen, und nur durch die Kombination 
von allen habe ich gewagt, bestimmte Zahlenwerthe abzuleiten. Es handelt sich 
um Unterschiede von Zehnteln der die Temperaturgrade, den Dampfdruck, die 
Windgeschwindigkeit ausdrückenden Zahlen, und zwar für einen Zwischenraum 
von 100 m, eine Höhe, die kaum von irgend ‚einem Leuchtthurm und von keiner 
Takelage erreicht wird. 
Bestimmung der Richtung des Windes an der Station und auf dem Meere. 
Bestimmung der Höhe der Schallquelle über dem Meere. 
Bestimmung der Hörweite der Signale in verschiedenen Azimuten, beson- 
ders so nahe als möglich in Lee, dwars und zu Luvart vom Signalgeber, und in 
verschiedener Höhe über dem Meere. Versuche mit Signalapparaten in ver- 
schiedenen geringeren Höhen aufgestellt. 
Versuche im Nebel selbst, Hier wird die Bestimmung des Schiffsorts 
schwieriger werden, besonders wenn eine merkliche Strömung herrscht. 
Es wäre interessant und wichtig, Untersuchungen über die absolute Ge- 
schwindigkeit des Schalles im Nebel anzustellen. Die Nebelbläschen mögen die 
Energie der Schallschwingungen beeinträchtigen oder auch einen Einfluß auf die 
bei den Schwingungen so bedeutungsvolle Wärmeentwickelung haben. Auch auf 
eine physiologische Wirkung des Nebels auf die Hörempfindung mufs man achten. 
Bei der Anlage eines Nebelsignalapparates ist es empfehlenswerth, den 
tönenden Körper so hoch wie möglich anzubringen. . 
Mögen diese vorläufigen Bemerkungen Anlafs zu fortgesetzten Unter- 
suchungen über eine Frage geben, welche für den Seefahrer von so grofser 
Wichtigkeit ist, damit mit vollkommeneren Apparaten und durch allseitigere Be- 
leuchtung die Beantwortung derselben gefördert werde. Ich hoffe selbst, Ge- 
jegenheit zu erhalten, in solchen zukünftigen Versuchen als Mitarbeiter mitzuwirken. 
Bericht über die in den Räumen und mit den Apparaten der 
Seewarte ausgeführte Bestimmung der Länge des einfachen 
Sekunden-Pendels und der Schwerkraftskonstanten 
in Hamburg. 
Von Herrn Alfons Mahlke, 
In den Monaten Februar und März des Jahres 1891 wurden unter An- 
leitung des Direktors der Deutschen Seewarte, Herrn Dr. G, Neumayer, mit 
dem Pendelapparate dieses Instituts von mir Beobachtungen zur absoluten Be- 
stimmung der Intensität der Schwere angestellt, Das hierzu benutzte Pendel, 
ein Reversionspendel nach Bessel’scher Konstruktion, wurde im Jahre 1883 
für die Deutsche Seewarte nach den Angaben des Direktors derselben von dem 
Mechaniker G. Hechelmann in Hamburg angefertigt. Eine Beschreibung nebst 
Abbildung der Aufstellung desselben befindet sich im Archiv der Deutschen See- 
warte, Jahrgang 1884, Nr. 2, Seite 32; das Instrument selbst wurde in der 
physikalischen Sektion der Naturforscher-Versammlung in Berlin im Jahre 1886 
in allgemeinen Zügen beschrieben.) Als Stativ diente für dasselbe ein in 
gleicher Weise konstruirtes, wie jenes, mit welchem auf der „Gazelle“-Expedition ®) 
;) Siehe Bericht über diese Versammlung, Seite 188. 
7) Forschungsreise S. M. S. „Gazelle“, II, Seite 297 f,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.