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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

Mohn: Studien über Nebelsignale.

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Signale bisweilen beobachten konnte, mag diese Erklärungsweise in den bezüglichen
 Fällen befriedigend sein. Ich will nur bemerken, dafs die Tyndall’schen
vertikalen Luftschichten mit höherer Temperatur und Feuchtigkeit dem Schall
eine größere Fortpflanzungsgeschwindigkeit geben müssen als die benachbarten
und also dazu beitragen müssen, die Schallstrahlen in die Höhe zu beugen, was
auf dasselbe herauskommt, als die Berührungspunkte des Schallschattens mit der
Meeresoberfläche der Schallquelle näher zu bringen, die Hörweite zu verkürzen.
Die vertikalen Streifen können also auch ohne Reflexion dazu beitragen, dafs die
Signale auch in kurzer Entfernung nicht gehört werden. Wir haben aufserdem
oben gesehen, dafs eine hohe Temperatur und Feuchtigkeit in den niederen
Schichten der Atmosphäre, aber mit rascher Abnahme mit der Höhe, auffallend
kurze Hörweiten geben.
Für die Erklärung der Schallerscheinungen beim Ausbruch des Krakatau
reichen die Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, bei Weitem nicht aus.
Zu diesem Ende wäre es erforderlich, die Krümmung der Erde, die Fortpflanzung
der Schallwellen in den höheren, uns ziemlich unbekannten Schichten der Atmosphäre,
 sowie die Modifikation dieser Fortpflanzung, welche von einer Explosion
 anstatt von einem Tone bedingt sein ‚mag, in die Berechnung hineinzuziehen,
gewifs eine schwierige, aber interessante Aufgabe.

Ein Schiffer, der sich in der Nähe einer Nebelsignalstation glaubt, aber
im Nebel nichts von dieser weder sehen noch hören kann, mag über Richtung
and Abstand von der Station ungewifs sein, aber es scheint doch, daß er es in
seiner Macht haben kann, die Hörweite der Nebelsignale zu bestimmen und danach
 seine Mafßregeln zu treffen. Aus der Beobachtung des Thermometers und
eines Windmessers in verschiedenen Höhen, wozu die Takelage Gelegenheit
bietet, kann er At, 4e und Aw finden, und daraus die Hörweite für die .verschiedenen
 Azimute und Ohreshöhen berechnen. Falls er kurze Hörweiten findet,
mahnt ihn dies zur Vorsicht, obgleich er die Signale nicht hört.
UVebrigens glaube ich, dafs man die folgende Anleitung geben kann, um
sich im Nebel in der Nähe einer Nebelsignalstation zu orientiren. Es folgt aus
der Natur der Sache, dafs eine solche Anleitung von etwas negativer Natur ist,
indem sie Vorsicht einschärfen mul, wenn man die Signale nicht hört.
Die Signale werden in der Höhe in gröfserer Entfernung gehört als unten
auf dem Deck,
Wenn es kalt ist, werden die Signale nicht so weit gehört, als wenn es
warm ist.
In Lee vom Signalapparat werden in der Regel die Signale in gröfserer
Entfernung gehört als dwars und dwars in größerer Entfernung als zu Luvart.
Je größer die Windstärke ist, desto kürzer wird die Hörweite zu Luvart, desto
länger in Lee.
In derselben Richtung vom Signalapparat aus kann sich die Hörweite der
Signale schnell und bedeutend ändern.
Je höher über dem Meere der Signalgeber steht, desto größer wird die
Hörweite der Signale.

Meine Untersuchungen über die Schallverhältnisse bei den Färder-Nebelsignalen
 kann ich nur als vorläufige betrachten. Die aus ihnen gezogenen Resultate
 haben weitere Bestätigungen nöthig, unter mehrfach geänderten Umständen
 und von anderen Lokalitäten, wie es auch im Mai 1891 zu versuchen
beabsichtigt war. Für fernere Untersuchungen über diesen Gegenstand möchte
ich Folgendes empfehlen. _
An der Signalstation die Bestimmung der Lufttemperatur, der Feuchtigkeit
und der Geschwindigkeit des Windes in verschiedenen Höhen über dem Meere.
Hierzu wird ein hoher Leuchtthurm die beste Gelegenheit bieten. Man könnte
auch die von der Takelage des Expeditionsschiffes sich darbietende Gelegenheit
benutzen. Die Instrumente müssen sehr genau unter einander verglichen sein,
denn es ist hier eben der Unterschied zwischen ihren Angaben, worauf es ankommt.
 Die Schwierigkeit besteht darin, geeignete Plätze für die Instrumente
zu finden, damit sie die wahren Unterschiede in den verschiedenen Höhen zeigen.
Ann. d. Hydr. etc... 1892, Heft 1Y.
            
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