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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Die Witterung an der deutschen Küste im Februar 1892, 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
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Windstärke 
(Beaufort) 
> ]9 m [8p. 
08,118 
3,3 3,51 3,2 
2,7| 2,8| 3,0 
2,7| 3,1 2,6 
2,9| 3,3] 2,7 
3,1] 3,7] 3,2 
3,8| 3,9| 3,7 
3,6/ 3,2| 3,3 
2,8/ 2,5/ 2.1 
3,11 8,31 8,1 
Vgl. die Erläuterungen bei der Januartabelle, S. 76. 
Bis zum 12, d. M. herrschte vorwiegend trübes Wetter mit fast täglichen, 
wenn auch geringen Niederschlägen, aufser am 7., wo an der Nordseeküste bis 
zu 17mm Niederschlag fiel. Die Temperatur lag über ihren normalen Werthen, 
wie zu Ende Januar, und zeigte bei den vorherrschenden Winden oceanischen 
Ursprungs, die am 1, in der Nordsee stellenweise stürmisch, an den übrigen 
Tagen meist schwach bis mäfsig wehten, in den ersten Tagen im Westen wenig 
Aenderung, an der Ostseeküste langsame Abnahme; nachdem am 8. und 9. öst- 
liche Luftströmung ein Sinken der Temperatur herbeigeführt hatte, traten bald 
wieder Winde aus westlichen Richtungen ein, und es erfolgte ein Ansteigen der 
Temperatur bis zum 12. An diesem Morgen lag im Norden Skandinaviens eine 
Uyklone, welche über die mittlere Ostsee und den Riga’schen Busen nach SO 
fortschreitend, unter dem Andrängen des im Westen lagernden Maximums bei 
nord-südlichen Isobaren und starken Gradienten stürmische Winde für die ganze 
Küste aus NW—NE hervorrief, und zwar mäfsigen Sturm in der Nordsee, starken 
Sturm in der Ostsee, der im Osten bis zum 14. anhielt. 
Der 13. Februar war ferner ausgezeichnet durch sehr starke Störungen in 
dem magnetischen Zustand der Erde, indem die magnetische Kraft eine unge- 
wöhnliche Zunahme zeigte und erst am 14, allmählich wieder zu ihren normalen 
Werthen zurückkehrte. Die Benutzung der Telegraphenleitungen wurde an 
diesem Tage mehrfach gestört; der telegraphische Verkehr zwischen Christiania 
und Stockholm sowie Drontheim wurde fast unmöglich, wie auch u. A. in Nord- 
amerika derartige Störungen auftraten. Von Jowa bis an den Atlantischen 
Ocean wie im Norden Europas, einschliefslich Norddeutschlands, wurde in 
der Nacht vom 13. zum 14. sehr. starkes Nordlicht beobachtet. Ob diese Er- 
scheinungen im Zusammenhang stehen mit der seit Anfang des Monats beobach- 
teten Erhöhung der Sonnenthätigkeit, welche sich durch das Auftreten besonders 
ausgedehnter Sonnenflecken bekundet, ist bekanntlich eine offene Frage. 
Infolge der starken Luftzufuhr von Norden und Nordosten her und dann 
infolge von Erkaltung durch Ausstrahlung sank die Temperatur vom 13, bis 17. 
resp. 18. und erreichte in diesen Tagen ihre niedrigsten Werthe, als wiederum 
stärkeres Steigen der Temperatur bis zum 19—21. unter dem Einflufs der Luft- 
zufuhr von Südosten wie von Westen her erfolgte; die Morgentemperatur stieg 
vom 18. zum 19. in Neufahrwasser um 12°, in Memel um 13°, 
Die Tage vom 16. bis 20. boten ein besonderes Interesse durch das Zu- 
sammenfallen von strenger Kälte mit niedrigem Luftdruck, sowie durch die eigen- 
artige Luftdruckvertheilung über Europa, indem sich mehrere Minima um einander 
herumwirbelten, resp. um einen etwa in Centraleuropa liegenden Centralpunkt. 
Große Schneemassen führten diese kleinen Luftwirbel mit sich, zumal in Süd- 
deutschland am 15. und 16., so dafs in.Baden, dem Elsafs und der Pfalz der Eisen- 
bahnverkehr vielfach stockte; bedeutende Schneemassen fielen auch im Salz- 
kammergut, in Frankreich und in der Schweiz, wo in Davos und im Prätigau 
mehr Schnee gefallen ist, als seit 1817 vorgekommen war. Starke Schneefälle und 
„Stürme herrschten über Grofebritannien vom 17. bis 20., ein furchtbarer Schnee-
	        
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