Flaschenposten.
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Flaschenposten.
Bei der Seewarte sind in letzter Zeit von Schiffen der deutschen
Handelsmarine folgende Flaschenposten eingegangen:
a) Ausgesetzt von dem Dampfer „Ceard“, Kapitän J, Göttsche, auf der
Reise von St. Vincent (C.V.) nach Madeira, am 6. Juni 1890 auf 22° 42’ N-Br
und 22° 19 W-Lg; gefunden am 30. Januar 1891 an der Ostküste der Insel
Barbuda (Westindien) auf etwa 17° 32’ N-Br und 61° 45 W-Lg.
Der Fundort der Flasche liegt von dem Orte des Ueberbordwerfens der-
selben loxodromisch W*%/4S 2240 Sm. Höchstwahrscheinlich aber hat die Flasche
einen südlichen Umweg gemacht, vielleicht über 15° N-Br. in 40° W-Lg, und
würde dann in 238 Tagen rund 2500 Sm zurückgelegt haben,
Eingesandt vom Board of Trade in London.
b) Äusgesetzt von dem Dampfer „Tijuca“, Kapitän H. Langerhansz,
auf der Reise von Terceira nach Rio de Janeiro, am 3. November 1890 auf
21° 41‘ N-Br und 40° 7' W-Lg; gefunden von dem Herrn Antonio Picoza am
10. Dezember 1890 unweit der Bai von Armag&o dos Buzias an der Ostküste
von Brasilien, in 22° 45’ N-Br und 41° 54’ W-Lg. Näheres nicht angegeben,
Die Flasche hat unter den bekannten Voraussetzungen 118 Sm nach
SWzW';/W in 37 Tagen zurückgelegt.
Eingesandt vom Kaiserlich Deutschen Konsulat in Rio de Janeiro,
c) Äusgesetzt von der Bark „Birma“, Kapitän F. Hullmann, auf der
Reise von Newcastle o. T. nach Valparaiso, am 9. Mai 1890 auf 18° 37’ N-Br
and 25° 30‘ W-Lg; gefunden von Charles Renaud am 4. Januar 1891 am Strande
der Insel Little St. Vincent (Grenadinen, Westindien) auf 12° 31‘ N-Br und
61° 23' W-Lg. Die Flasche war mit Muscheln bewachsen. ;
Der Ört, an dem die Flasche nach Verlauf von 240 Tagen wieder auf-
gefunden wurde, liegt loxodromisch 2082 Sm nach W'„S von dem des Ueber-
bordwerfens derselben. Auf dem wahrscheinlichen Umwege über 10° N-Br in
45° W-Lg beträgt die Entfernung rund 2250 Sm, ;
Eingesandt durch das Kaiserlich Deutsche Konsulat in Barbados.
d) Äusgesetzt von der Bark „Pamelia“, Kapitän H. Dehnhardt, auf der
Reise von Hamburg nach Valparaiso, am 20. April 1890 auf 10° 50‘ N-Br und
26° 24‘ W-Lg; gefunden von C. P. Schwengle am Strande der Südküste der
Insel Oruba (Leewärts-Inseln, Westindien) auf 12° 25‘ N-Br und 70° 1‘ W-Lg,
am 6. Februar 1891.
Die Flasche hat unter den bekannten Voraussetzungen in 292 Tagen
2565 Sm nach W'/sN zurückgelegt.
Eingesandt durch das Kaiserlich Deutsche Konsulat in Curacao.
e) Ausgesetzt von dem Dampfer „Campinas“, Kapitän A, Barrelet, auf
der Reise von Lissabon nach Pernambuco, am 24. Mai 1890. auf 20° 48‘ N-Br
und 21° 11‘ W-Lg; gefunden von dem Fischer St. Leon am 7. Januar 1891 am
Strande in der Nähe des Ortes Capesterre auf dem Südostende der Insel Maria
Galante, in 15° 55'’N-Br und 61° 15‘ W-Lg.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 228 Tagen
2300 Sm nach WS zurückgelegt. Auf dem wahrscheinlichen Umwege über
etwa 15° N-Br und 30° W-Lg dürfte die Trift der Flasche 100 bis 150 Sm mehr
betragen haben.
E£ingesandt durch das Reichsmarine-Amt.
f) Ausgesetzt von dem Dampfer „Ceard“, Kapitän J. Göttsche, auf der
Reise von Hamburg nach Montevideo, am 3. August 1890 auf 1° 23‘ S-Br und
29° 15‘ W-Lg; gefunden von Frederick Dicksen am 13. März 1891 bei Old
Harbour (Jamaika) in etwa 17° 52’/N-Br und 77° 15‘ W-Lg, auf dem Strande
liegend. Die Flasche war mit Langhalsen bewachsen. ;
Trift derselben unter den bekannten Voraussetzungen in 222 Tagen
3062 Sm nach WNW.
Eingesandt von dem Finder.
Ann, d, Hydr, etc., 1892, Heft ILL