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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1892, 
Kap Horn, Guaymas und Santa Rosalia. 
Aus dem Reisebericht des Kapt. G. Burmester, Führer der deutschen Bark „Guaymas“, 
Die Ansegelung des Kap Horn vom Atlantischen Ocean und das Schneiden 
des Aecquators im Stillen Ocean bei der Bestimmung nach dem Golf 
von Kalifornien. 
Kapitän Burmester schreibt am Schlusse seiner Reise von Santa Rosalia 
über Falmouth nach Hamburg am 30. Oktober 1889, wie folgt: Wie auf meinen 
früheren Reisen rund Kap Horn, so war es auch auf meiner letzten, der 27. 
im Südatlantischen Ocean mein Bestreben, von Kap Frio an die Küste zu halten. 
Ich habe eine Beförderung meiner Reisen darin gefunden, stets in einem Abstande 
von 80 bis 100 Sm derselben entlang zu segeln und zur Zeit der Pamperos 
selbst in die südlich vom Kap Frio ziemlich weit nach Westen einfallende Bucht 
hinein zu gehen. Nur auf einer Reise im Mai 1873 war es mir, um südwärts zu 
kommen, nicht möglich, meine sonst übliche Route innezuhalten; ich stand in 
45° S-Br vielmehr nahe dem Wege der heimkehrenden Schiffe, wo ich allerdings 
eine günstige Gelegenheit traf, um mit südlichem Winde die Küste in 46° S-Br 
zu machen. Nach dem Passiren der Breite von Kap Blanco trachte ich danach, 
zuerst noch etwa einen Grad mehr West mit anzuholen, und setze dann, je nach 
Umständen, meinen Kurs auf Kap St, Diego oder Staaten-Land. Die Passage 
durch die Strafse Le Maire habe ich häufig benutzt und bin sogar dreimal in 
der Nacht bei klarer Luft hindurchgesegelt und habe stets einen beträchtlichen 
Vorschub dadurch erfahren. 
Den Aequator schnitt ich im Stillen Ocean auf meiner letzten Reise in 
105° W-Lg. Zu diesem westlichen Schnittpunkt veranlafsten mich meine auf 
früheren Reisen nach der Westküste von Central-Amerika gesammelten Er- 
fahrungen, welche dahin gehen, dafs man östlich von 100° W-Lg in dieser 
Jahreszeit —- Monat Februar — viel mit Windstillen zu kämpfen hat. Dieses 
Mal hätte ich nun freilich besser daran gethan, den Aequator zwischen 95° und 
100° W-Lg zu überschreiten, Der deutsche Dreimastschuner „Helene“, Kapitän 
H. Behrmann, der mit mir zusammen den Golf von Kalifornien hinaufkreuzte, 
war in 97° W-Lg über die Linie gegangen und hatte von dort bis Kap San 
Lucas eine sechs Tage raschere Reise als wir gehabt. Er traf auf dieser Fahrt 
keinen durchstehenden Nordostpassat wie wir, sondern mehr veränderlichen 
Wind, der ihn um so viel rascher vorwärts brachte. 
I. Einige Bemerkungen über Guaymas und Santa Rosalia. 
In dem rings von Land umschlossenen Hafen von Guaymas war der Wind 
vom 27. Februar bis 15. März 1889 sehr veränderlich und der aufserhalb des- 
selben im Golf vorherrschende NW-Wind kam nicht zur Geltung. Der Luft- 
druck schwankte zwischen 757,6 und 759,2 mm (red.), die Temperatur am Baro- 
meter von 21,6° bis 23,2° C. Um 6 Uhr Abends am 15. März verliefen wir 
den Hafen von Guaymas, und als um 7 Uhr 15 Min. das Nordende der Insel 
Pajaros in einer Entfernung von einer halben Seemeile mw, Süd peilte, verließ 
uns der Lootse. Nachdem wir unter Kreuzen gegen einen leichten südlichen 
Wind das Kap Haro passirt hatten, holte der Wind auf West und setzte sich 
hier fest. KErst am Mittage des 17,, als die Insel Tortuga Süd peilte, lief 
der Wind nördlich, worauf wir am 18. um 2 Uhr Morgens bei einer leichten 
Briese aus dieser Richtung auf der Rhede von Santa Rosalia zu Anker kamen, 
Am folgenden Morgen setzte ein frischer NW-Wind ein. der eine solche See 
hervorrief, dafs bis zum 25. kein Verkehr an der Brücke möglich war. Hierauf 
folgten gute Tage, in denen wir unsere aus 50 Stück zerlegbarer Eisenbahn- 
Güterwagen, zwei Kesseln und anderweitigem Eisenbahnmaterial bestehende 
Ladung bis zum 8. April löschten. Nur an zwei Tagen konnten wir wegen 
einer nordwestlichen See nicht an der Brücke liegen. Nachdem dann der 
sogenannte Kupferkasten, der fast die ganze Länge des Schiffes einnahm und in
	        
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