100 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1892,
lag wenigstens während ihres hiesigen Aufenthaltes immer auf dem Winde. Wenn
nicht Windstille bezw. Regenschauer einsetzten, lag das Schiff die Striche
zwischen WNW und OSO über Süd, meistens WSW an.
2. Von St. Thom6 nach Kamerun.
Auf der Reise von St. Thom& nach Principe hatte S. M. Knbt. „Hyäne“
keine Stromversetzung. Erst kurz vor der Einfahrt bei Port Garca wurde ein
südöstlicher Strom bemerkt. Beim Vorbeisegeln an der Ostseite der Insel sprang
im Abstande von ungefähr 1 Sm der südwestliche Wind bei starkem Gewitter
öfters um und hörte auch zeitweise ganz auf.
Beim KEinfahren in die St. Antonio-Bucht empfiehlt es sich, von Süden
kommend, Kurs auf Roque Island zu nehmen. Die Lage dieser Insel markirt
sich bei Dunkelheit durch den bei Santa Anna Point befindlichen Sattel. Die
östliche Kante dieses Sattels war bei der Ansteuerung nach eingetretener Dunkel-
heit gut bemerkbar, und führte der Kurs „östliche Sattelkante NzW!/4AW“ direkt
auf die Roque-Insel.
Stromversetzung auf der Reise nach Fernando Po betrug N 88° O 0,6 Sm
pro Stunde. Die Insel kam bei dem diesigen Wetter erst auf 6 Sm Entfernung
in Sicht. Zum Einsteuern wurde der Kurs SO auf den Flaggenstock des Gouver-
nements henutzt. Dasselbe liegt, wie von dem vorigen Kommando schon be-
richtet, über der Jacobsleiter.
Stromversetzung auf der Reise nach Kamerun war S14°W 0,8Sm pro
Stunde. Bereits 6,5 Sm N0zO von der Ansegelungstonne machte sich das Wasser
des Kamerun-Flusses durch die schmutzig gelbe Farbe mit einer sich scharf ab-
grenzenden Kante bemerkbar, Die Tonnen lagen, soweit sie kontrolirt werden
konnten, richtig. Auf der Barre wurde bei halber Fluth nicht weniger als
42 m gefunden.
Callao, Corinto, La Union.
Bericht des Kapitän G. Green, Führer der deutschen Bark „Elisabeth“.
Callao. Auf einer Reise von Birkenhead nach Callao standen wir am
19. Dezember 1888 um 12 Uhr Mittags auf 13° 59‘ S-Br und 76° 49 W-Lg. Es
wehte eine mäfige Briese aus SSE; der anfangs ganz bedeckte Himmel war
gegen 10 Uhr Vormittags abgeklart, doch blieb in der Richtung nach dem Lande
eine dicke Cumulusbank mit einigen unbeweglichen Cirren darüber stehen. Gegen
Mittag kam die Küste indefs in Sicht, worauf wir durch eine Peilung feststellen
konnten, dafs unsere Länge 24’ westlicher als nach dem Chronometer war;
ein Fehler, den wir übrigens schon beim Passieren von Juan Fernandez entdeckt
hatten. Die Meeresoberfläche hatte seit dem Morgen eine röthliche, schmutzige
Farbe. In der folgenden Nacht wurde die Briese von SSE etwas flauer. Es
fand eine starke Thaubildung statt, und über dem Lande lagerte eine dicke
Dunstbank, so dafs diefes nicht zu sehen war. Gegen 9*a.m. am 20. Dezember
hellte die Luft so weit auf, dafs die Küste sichtbar wurde; leider aber blieb die
Briese sehr flau, was zur Folge hatte, dafs wir um 12 Uhr Mittags nicht weiter
als bis nach 12° 25‘SBr, den Feuerthurm auf St. Lorenzo in mw. N 10° W,
kamen. Erst um 8 Uhr Abends passirten wir die Nordseite der genannten
Insel, und um 10 Uhr 15 Min. ankerten wir nach einer Reise von 119'/2 Tagen
von Birkenhead in der Bai von Callao.
Das Klima und die meteorologischen Verhältnisse an der Peruanischen
Küste sind hinreichend bekannt, so dal ich davon absehe, darüber etwas zu
sagen; allein ich will es nicht unterlassen, auf eine ganz aufserordentliche Er-
scheinung während meines fünfwöchentlichen Aufenthaltes, nämlich auf die un-
gewöhnlich lange anhaltende Dünung und Brandung vom 2. bis zum 15. oder
16. Januar 1889 hinzuweisen. In diesem Zeitraum konnte kein Ballast am Strande