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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Aus dem Reiseberichte S. M. Kr.-Freg. „Leipzig“ 
Von 4 Uhr Morgens ab wurde gelothet. Die Lothungen ergaben in 3° 43‘ S-Br 
und 144° 24‘ O-Lg eine Tiefe von 24m und in 3° 44’ S-Br und 144° 23’ O-Lg 
eine Tiefe von 34m, bei beiden Lothungen bestand der Grund aus Schlick. 
Vor und nach diesen Lothungen wurde auf 180m (100 Fad.) kein Grund ge- 
<unden. Beim Hellwerden befand sich das Schiff bereits in entfärbtem, hell- 
grünem, undurchsichtigem Wasser. Die Grenze desselben lag jedoch 12 Sm 
südlicher und westlicher als auf der Karte angegeben. Naturgemäfs wird diese 
Grenze eine veränderliche sein, je nach den Gezeiten und der Wassermenge im 
Kaiserin. Augusta-Flufßs. Auf dem weiteren Wege zwischen der Insel Vulcan und 
dem Festlande von New- Guinea zeigt das Wasser überall die blaue Färbung, 
welche auf grofse Tiefen schliefsen läßt. 
Um 12 Uhr Mittags befand sich das Schiff in unmittelbarer Nähe vor dem 
Hafen Hatzfeld. Als treffliche Ansegelungsmarke für die von Westen kommenden 
Schiffe dienen die etwa 8 Sm weit sichtbaren Stationsgebäude. Von Hatzfeld- 
Hafen aus wurde zwischen dem Kap Croisilles und der Insel Dampier und danach 
durch die Vitiaz- Straße gedampft. Am nächsten Nachmittag, den 22, August, 
ankerte 5. M. S. „Leipzig“ in Finschhafen und wurde auf 32 m Wasser in folgenden 
Peilungen vermoort: 
Haus des Landeshauptmanns SW!/2S; Flaggenhalbinsel in Süd. 
Während des letzten Theils der Reise zwischen dem Festlande und der 
vorgelagerten Inselkette hindurch, wurde ein Gegenstrom (nach NW) nicht ge- 
funden. Dies gilt auch für die Straße zwischen dem Kap King William‘) und 
der Insel Rook, entgegen der Angabe der brit. Adm.-Karte No. 2766, auf welcher 
2 bis 4 Sm NW-Strom verzeichnet stehen. Das Wetter während der Reise war 
im Grofsen und Ganzen gut zu nennen; Stillen und leichte östliche Winde waren 
vorherrschend, gelegentlich unterbrochen durch heftige Regenböen. 
Strombeobachtungen auf der Nord Hinder-Bank, 
Von Ingenieur E, Engelenburg. 
Seit verschiedenen Jahrzehnten sind von den niederländischen Feuerschiffen: 
„Noord Hinder“, „Schowwenbank“ und „Terschellingerbank“ regelmäfsig stündliche 
Beobachtungen der Geschwindigkeit und Richtung des Oberflächenstromes an- 
gestellt. Die Geschwindigkeiten wurden bis auf Achtel Knoten geloggt und die 
Richtungen mittelst des Kompasses bestimmt. Zu gleicher Zeit wurde auch die 
Temperatur des Seewassers an der Oberfläche und in zwei Tiefen mittelst Thermo- 
meter gemessen. Ebenso wurden Richtung und Stärke des Windes, letztere zehn- 
heilig, jede dritte Stunde aufgezeichnet und regelmäfsig ein meteorologisches 
Journal geführt. 
Die ungefähre Position des Schiffes „Nord Hinderbank“ ist 2° 32’ O-Leg, 
51° 36‘ N-Br. 
Die Beobachtungen von diesem Schiffe während des Jahres 1887 sind mir 
durch die Güte des Herrn Abtheilungs- Vorstandes am Königlichen Niederländischen 
Meteorologischen Institute, P. F. Baron van Heerdt, dem ich hier öffentlich 
meinen Dank ausspreche, zeitweise überlassen. 
Die theilweise sehr übertriebenen Vorstellungen von dem Drehen der 
Gezeitenströme und der grofse Vortheil einer genauen Kenntnils dieser Strömungen 
in diesem engen und sehr besuchten Theile der Nordsee machen eine Darstellung 
des mittleren Verlaufs der Ebbe- und Fluthströmung, wie sie sich aus den 
Beobachtungen ergeben, sehr erwünscht. 
) „Pacific Islands“ Vol. I, Seite 140.
	        
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