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Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
bis Mitte Oktober setze man den Kurs auf 10° N-Br und etwa 146° W-Lg,
durchschneide den Gürtel unzuverlässiger Winde zwischen Nordost- und Südost-
passat, der sich im April und Mai bis ungefähr 1° N-Br, im August, September
und Oktober bis 5° N-Br erstreckt, auf möglichst kurzem Wege, indem man nicht
westlicher als rw. SSW steuert, und nehme nun die Route mit dem Südostpassat
nordwestlich von den Fiji-Inseln und südöstlich von Neu-Caledonien. Auf dieser
Strecke sollte man immer den Kurs den angetroffenen Windverhältnissen an-
passen, so dafs die meiste Länge in dem Striche frischester Briese gutgemacht
wird. Trifft man z. B. den Nordostpassat flau, so kann man gern den Schnitt-
punkt von 10° N-Br bis zu 5° östlicher nehmen und dann in südlicheren Breiten
einen westlicheren Kurs steuern. Die beste Gelegenheit, Länge abzulaufen, findet
sich im Südostpassat in der fraglichen Jahreszeit meistens in der Nähe der Linie
und etwas südlich davon. Hier weht der Wind durchschnittlich am frischesten,
und aufserdem hat man hier den Vortheil des günstigen Aequatorlalstroms, durch
welchen die Fahrgeschwindigkeit des Schiffes nicht selten um volle 1'2 Kn
vermehrt wird’ Es dürfte sich sehr empfehlen, diese Gelegenheit auszunutzen,
indem man sich möglichst lange in den genannten Breiten hält. Andererseits
kann man, wenn man steifen Nordostpassat antrifft, den Parallel von 10° N
auch wieder einige Grade westlicher schneiden und sich noch mehr dem kürzesten
Wege nähern; für den später einzuhaltenden südlicheren Kurs ist der Südost-
passat raum genug. Den Gürtel der Aequatorkalmen und die zunächst liegenden
Breitengrade (s. die Tabelle der mittleren Passatgrenzen) durchsegele man, selbst
wenn man dort gute Briese findet, auf kurzem Wege, wie angegeben. Bei Gegen-
wind hier suche man vor Allem Süd zu machen.
Es erscheint nicht rathsam, zu nahe an die Nordwestseite der Fijz-Inseln
zu gehen, da hier ein Abflauen des Passats zu befürchten steht. Indessen ist
auch zu berücksichtigen, daß der Passat zwischen den Fiji-Inseln und Neu-
Caledonien oft eine schrale, südliche Richtung hat, und sollte man deshalb den
Abstand von jenen Inseln auch nicht zu grofs nehmen; jedenfalls sollte man, nach-
dem man die Länge der Inseln passirt hat, nach Möglichkeit Süd anzuholen suchen.
Dann setze man den Kurs in Sicht von Walpole-Insel und dann über 30° S-Br
and 156° bis 157° W-Lg auf den Bestimmungsplatz.
Wird die Reise von Mitte Oktober bis Ende März angetreten, so
setze man von der Nordgrenze des Nordpassatgebietes aus den Kurs auf 10° N-Br
und ungefähr 142° W-Lg, durchsegele den Gürtel unzuverlässiger Winde, der im
November und Dezember die Breiten 10° Nord bis 5° Nord und im Februar, März
und April die von 5° Nord bis 0° einnimmt, auf kürzerem Wege, indem man SSW
rw. oder südlicher steuert, und nehme dann die Route zwischen den Samoa- und
Cook-Inseln hindurch nach der Südseite der Tonga-Inseln. Die in der Karte
vorgezeichnete Route gilt nur für den Fall, dafs im Südostpassatgebiet eine
einigermafsen günstige Gelegenheit angetroffen wird. Findet man, was eher zu
erwarten, den Passat gestört, so nehme man sogleich den Kurs südlicher, um so
rasch als möglich den Strich frischen beständigen Passats, der sich in der frag-
lichen Jahreszeit südlich von den Inselgruppen befindet, zu erreichen. Um in
diesen Strich zu gelangen, wird es mitunter nothwendig sein, den südlichen Kurs
vis über 25° S-Br hinaus zu verfolgen; man mufs aber bedenken, dafs ein west-
licherer Kurs, wenn er den Weg abkürzt, recht in das Gebiet des gestörten
Passats hin und so zu Aufenthalt führt. Trifft man im nördlichen Theile des
Südostpassatgebietes eine frische Briese an, so möchte es sich vielleicht empfehlen,
den Kurs anfänglich etwas westlicher zu nehmen, nördlich von Maldon-Insel
zu passiren und dann den Strich des gestörten Passats, der sich meistens von
10° Süd bis 22° S-Br erstreckt, in 160° bis 165° W-Lg zu durchqueren.
Nachdem der Passatgürtel südlich der Inseln erreicht ist, gilt es darauf
zu achten, dafs man sich, westwärts steuernd, weder seiner Süd- noch seiner
Nordgrenze zu sehr nähert, und wird es hier im Allgemeinen am besten sein,
die in der Karte vorgezeichnete oder im Februar und März eine anfänglich noch
etwas südlichere Route einzuhalten. Gewöhnlich findet man die beständigste
Passatbriese zwischen 25° und 29° S-Br, doch sind die Grenzen dieses Wind-
gürtels unregelmäfsigen Verschiebungen unterworfen, die eine Folge von Ver-
änderungen der Luftdruckvertheilung sind und sich am ehesten am Barometer
erkennen lassen. Ein Fallen des letzteren deutet an, dafs die Nordgrenze, ein