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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück. 
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übrigen Theil des Weges Passat nur leicht. Die Richtung ist fast immer S von O0, 
westlich von den F7ji-Inseln eine Zeit lang 80 schral, dals das Schiff Schwierigkeit 
hat, die Neu-Hebriden freizusegeln. Die letzte Strecke nimmt eine unverhältnifs- 
mäßig lange Zeit in Anspruch; von 31° S-Br und 160° W-Lg bis Melbourne, 
für eine Distanz von rund 900 Sm, gebraucht das Schiff nicht weniger als 28 Tage. 
Der Wind macht verschiedene Umläufe und kommt dabei, besonders in der ersten 
Zeit, noch mehrmals wieder aus günstiger östlicher Richtung; vom 14. bis zum 
20. Oktober, während das Schiff sich vor dem Eingang zur Bass-Strafse befindet, 
weht es jedoch anhaltend und zeitweilig stürmisch aus SW und W. 
Die eingeschlagene Route führt nördlich von den Fij%-Inseln vorüber und 
in Sicht der Inseln Gente Hermosa‘), Uvea, Futuna (Erronan), Aneitum und 
Walpole. Stärkste westliche Stromversetzungen wurden gefunden: zwischen 
4° N-Br und 2,5° N-Br WzN 70 Sm und zwischen 0,5° N-Br und 1° S-Br WzS 
35 Sm im Etmal. Desgleichen trat nördlich von den Samoa- und Fiji-Inseln bis 
zu den Neu-Hebriden eine ziemlich starke westliche Strömung auf, 
Segelanweisungen. 
Von San Francisco ausgehend und nach Australien bestimmt, 
hat man es gewöhnlich leicht, das Nordostpassatgebiet zu erreichen. Während 
des gröfsten Theiles des Jahres herrscht in diesen Breiten der nordwestliche 
Küstenwind, der einen südlichen bis südwestlichen Kurs einzuhalten gestattet 
und der meistens ohne Unterbrechung durch Windstille oder Gegenwind, vermittelst 
Drehung durch Nord in das Passatgebiet hineinführt. Trifft man, wie es besonders 
im Winter vorkommt, Winde aus W und SW, so suche man, nachdem die hohe 
See gewonnen ist, unbekümmert um die verloren gehende Länge, nur Süd zu 
machen, um so bald als möglich den Nordostpassat zu erfassen, mit dem die zu- 
gesetzte Länge leicht wieder eingebracht werden kann. Da die. Küste von 
San Francisco aus in südöstlicher Richtung verläuft, so hat man bei einigem 
Landabstand selbst noch mit SW-Wind eine günstige Gelegenheit, um Süd an- 
zuholen. 
Schwieriger liegen die Verhältnisse der ersten Strecke, wenn die Reise 
von Portland oder der Juan de Fuca-Strafse angetreten wird. An diesem 
Theile der Küste treten im Winterhalbjahr oft südliche Winde auf, die sehr an- 
haltend und mitunter sehr stürmisch wehen. Da diese Winde, selbst wenn sie 
zum Sturme anwachsen, nur wenig ihre Richtung verändern, so ist anzunehmen, 
dafs die Luftdruckdepressionen, deren Ostseite sie angehören, ‚nahezu stillliegen. 
Es empfiehlt sich deshalb, wenn man auf der ersten Strecke als ein Zeichen der 
Annäherung an eine solche Depression östlichen oder südöstlichen Wind bei 
fallendem Barometer antrifft, einen gut westlichen Kurs — WSW oder noch 
westlicher — einzuschlagen, weil man auf diese Weise am ehesten Aussicht hat, 
in den Bereich der günstigen nördlichen Winde an der Westseite der Depression 
zu gelangen. Man hat hier ebenso zu verfahren, wie seitens der Seewarte für 
die Fahrt vom Kanal nach der Linie und Westindien empfohlen worden ist, auf 
welcher an der ähnlich gelegenen Westküste Süd - Europas im. Spätherbst und 
Winter auch oftmals derartige stationäre Depressionen angetroffen werden. Ebenso 
wie auf der Fahrt vom Kanal nach der Linie sollte man auch auf diesen Reisen 
im Herbst und Winter bis zur Breite von San Francisco stets für einen gehörigen 
Abstand von der Küste Sorge tragen und. jedes Südlichholen des Windes dazu 
benutzen, die etwa verloren gegangene Westlänge wieder einzubringen. . Bei 
stürmischem Südwinde und rasch fallendem Barometer mufs natürlich auf das 
Umlaufen des Windes nach W und NW Bedacht genommen werden. . 
Im Sommer, wenn gutes Wetter herrscht, erscheint es eher rathsam, bei 
ungünstigem Winde sich nicht zu weit von der Küste zu entfernen, da man den 
Küstenwiud aus N bis NW in der Nähe des Landes wohl früher als weiter land- 
abwärts erwarten darf und dort auch gewöhnlich eine frischere Briese findet. 
In etwa 40° N-Br pflegt in dieser Jahreszeit fast immer eine günstige Richtungs- 
änderung des Windes einzutreten. 
Nachdem das Nordostpassat- Gebiet erreicht ist, trennen sich die Routen 
für die verschiedenen Jahreszeiten. Bei einem Reiseantritt von Anfang April 
X Der Bericht des Kapitäns über diese Insel findet sich in diesen Annalen 1890, S. 422.
	        
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