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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück. 
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Gewitterböe markirt, in der der Wind umspringt. SE-Passat von 6° N-Br bis 
12° S-Br; frische Briese aus ESE bis EzN zwischen 2,5° S-Br und 7° S-Br, sonst 
nur leicht und unbeständig. Von 12° S-Br und 175° W-Lg bis 17° S-Br und 
175° O-Lg Passat gestört (Anfang Mai), Mallung und leichte Winde; das Schiff 
gebraucht 10 Tage, um die 10 Grad Länge zu machen. Von 17° S-Br bis 21° S-Br 
and 170° O-Lg, NW von den Fij%i-Inseln, wieder leichter SE-Passat. Nachdem 
das Schiff im Westen und Süden von Neu-Caledonien acht Tage lang, erst durch 
stürmische westliche Winde und dann durch zu leichte südliche Winde aufgehalten, 
bekommt es in 26° S-Br und 162° O-Lg von Neuem SE-Wind, der bis zum Ende 
der Reise anhält. Das Schiff nimmt die Route nördlich von den Samoa- und 
Fiji-Inseln. Ziemlich starke Stromversetzung im NE-Passat; zwischen 14° N-Br 
und 9° N-Br 66 Sm nach W in zwei Tagen. Desgleichen im SHE-Passat; von 
4° N-Br bis 0° Br in zwei Tagen WzN 78 Sm.‘ Südlich von 12° S-Br wenig 
Strom mehr. 
Bemerkungen des Kapitäns: „Am 31. März 1887 in 44° N-Br und 132° W-Lg 
Vormittags allmählich auffrischender Wind aus SzW. Liefs die Segel ziemlich 
lange stehen, da ich glaubte, dafs die Sache ebenso harmlos wie früher verlaufen 
würde, Nachmittags sah ich jedoch, dafs wir schlechtes Wetter bekommen würden, 
ınd halsete deshalb um 6* p. m. südostwärts. Um 8* p.m. sehr schwerer Sturm, 
der Wind krimpt nach SSE. Bald nach 8% voller Orkan; die Leeseite des 
Schiffes ganz unter Wasser, die Luft angefüllt mit Gischt. Um 10* p. m. die 
ganze Verschanzung der Leeseite fortgeschlagen, das Kajütsschott durch die 
Deckladung eingedrückt, letztere los und viel davon über Bord. Der treibenden 
Balken wegen der Aufenthalt auf dem Verdeck lebensgefährlich, können nicht 
pumpen; viel Wasser im Schiff, da alle Relingsstützen losgeschlagen; furchtbare 
Kreuzsee. Ladung im Raum übergeschossen, Kajüte voll Wasser, drei Wasser- 
fässer über Bord, Bug und Heck durch schwere Sturzseen beschädigt. Um 
Mitternacht niedrigster Barometerstand 744,3mm; darauf dreht sich der Wind bei 
rasch steigendem Barometer nach SSW und SW und um 5* a. m. des 1. April 
nach W und wird flauer. Um 8% a.m. Wind zurückkrimpend ‚nach SSW und 
wieder stürmisch werdend. Bereits ‘so viel Wasser im Schiff, daß sich das 
letztere in der See nicht mehr hebt; warfen Deckladung über Bord, was äußerst 
schwierig und lebensgefährlich. Nachmittags Wind rasch abnehmend; begannen, 
nachdem mehr Deckladung geworfen, zu pumpen. Um 10 p. m. peilten die 
Pumpen, was vorher nicht möglich war, und fanden 7'/ Fuß Wasser im Schiffe; 
pumpten unablässig den ganzen folgenden Tag; endlich am 3. April um 2* a, m, 
hatten die Pumpen lenz.‘“ 
„April 28 in 6° S-Br und 163° W-Lg. Vormittags ‚passirten den Ort der 
zweifelhaften Pulmoore-Insel, ohne Land zu sehen. Nachts Blitzen in SO, O und 
NO; während des Blitzens ist eine drohend aussehende Wolkenbank sichtbar. 
Wind ENE 4. Bei Tagesanbruch steht die Bank ungefähr 20° über dem Horizont, 
die Luft sieht so drohend aus, dafs ich beidrehen würde, wenn das Barometer 
fele. Um 1* p.m. Böe von Stärke 8 aus SSE, darauf raumt der Wind wieder 
rasch bis E, die Wolken ziehen durcheinander aus SW, S und SE, zerrissene 
Wolkenfetzen ziehen aus SW. Gegen Ende der Nachmittagswache verzog sich 
das Ganze nach Norden; sehr unbeständiger Wind, hohe, durcheinander laufende 
See. Ich halte dies für einen in der Auflösung begriffenen Orkan. - Am 21. Oktober 
1882 sah von meiner Strandungsstelle in Manila der abziehende Orkan, der Tags 
vorher Manila zerstört hatte, gerade so aus.“ _ . 
„Mai 4 in 12° S-Br und 174° W-Lg. Leichter unbeständiger Wind. Ich 
glaube, dafs ich besser gethan hätte, die Route im Süden der Samoa-Inseln ein- 
zuschlagen; hier scheint in dieser Jahreszeit noch kein Passat zu wehen.‘ 
(Das Schiff „Fulda“, welches 30° N-Br 4 Tage nach „Salisbury“ über- 
schritt uud die südliche Route nahm, hatte von 30° N-Br nach Sydney nur zwei 
Tage weniger Reise als „Salisbury“ nach Melbourne; letzteres Schiff hatte also 
durch die Wahl seiner Route keineswegs verloren. Siehe auch die Bemerkung 
zur Reise der „Frieda Grampp“.) . 
2889. Bark „Fulda“, Kapitän H. W. Bohlmann, 1887 April 11 
von San Francisco nach Sydney, 53 Tage Reise. Gelangt mit günstigem 
nordwestlichem, durch N.nach NE holendem frischen Winde rasch nach Süden. 
NE-Passat von 25° N-Br bis 6° N-Br; durchweg frische Briese, vorwiegende
	        
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