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Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
und Raaen drohten jeden Augenblick zu brechen. Dabei eine furchtbare See;
Sturzseen schlugen die Deckslast los, Bootszurrings brachen, Boote kamen los,
Vieles schlug in Stücke und ging über Bord, Kajüte und Logis waren voll
Wasser; nie in meinem Leben habe ich solch einen Sturm durchgemacht. Die
Hagel-, Regen- und Schneeböen waren kaum härter als der fortwährende Orkan.
Zu hören und sehen war nichts; Alles ein Dampf. Gegen 3" p. m. wurde es eine
Kleinigkeit besser, nahm dann nach und nach ab, und auch die Hagel- und
Schneeböen wurden seltener. Nach 4*a, m. am 16. Sturm rasch abnehmend bis
zur Windstille, ohne Richtungsänderung des Windes. Hatten 38 Zoll Wasser
im Raum, welches wir erst bis Mittag ausgepumpt hatten.“
Nach weiterem Aufenthalt von 10 Tagen durch südliche, jetzt meist flaue
Winde und Stille setzt in 30° N-Br der NE-Passat ein, der bis 12° N-Br anhält,
aber meistens nur als leichte Briese weht. Von 12° Nord bis 5° N-Br wieder
10 Tage lang Mallung aus NE, E und SE. SE-Passat von 5° Nord bis 22° S-Br;
frische Briese aus SE bis E von 5° Nord bis 7° S-Br, später oft flau und aus
nordöstlicher Richtung, böiges Wetter. Von 170° West bis 175° O-Lg in 24°
bis 26° S-Br Wind nördlich, zeitweilig stürmisch. Jenseits 175° O-Lg kommt
wieder Passat aus E bis NE durch, womit die Reise vollendet wird. Das Schiff
nimmt die Route südlich von den Tonga-Inseln.
Bemerkung des Kapitäns: „Während der Reise war die Ladung über-
gegangen; das Schiff hatte eine starke Schlagseite über Backbord, und es war
nur wenige Segel zu führen möglich.“
2922. Bark „Hannover“, Kapitän A. Benecke, 1887 Februar 10
von Humboldt Harbor nach Sydney, 49 Tage Reise. Trifft zu Anfang
der Reise auf eine Depression, mit deren SE- und E-Winden der Vorderseite
zuerst, wie richtig, nach Westen und dann mit den N- und W-Winden der Rück-
seite nach Süden gesegelt wird. Gelangt nach rascher Gtägiger Fahrt in 28° N-Br
in das Passatgebiet. Der NE-Passat weht fast ebenso viel aus SE wie aus NE,
durchweg als frische Briese, und geht in ungefähr 8° N-Br ohne Unterbrechung
durch Stille in den SE-Passat über, Bis 16° S-Br gute Briese, steif von 5° Nord
bis 0° Breite Richtung SE, E, NE und wieder SE. Von 16° Süd bis 22° S-Br
Passat gestört, Stille und NW-Wind, der am 14. Februar zum Sturm mit orkan-
artigen Böen zunimmt. Südlich von 22° bis 33° S-Br wieder frischer, mitunter
steifer Passat. Nimmt die Route südlich der Tonga-Inseln, passirt in Sicht von
Pyulstart-Insel. Gute Reise. Stromversetzung zwischen 0° und 2° S-Br SW
54 Sm im Etmal.
2815. Bark „Frieda Grampp“, Kapt. C. F. Lindenberg, 1887 Fe-
bruar 28 von Burrard Inlet nach Sydney, 94 Tage Reise. Bis 38° N-Br
ziemlich günstige Gelegenheit mit mäfsigen westlichen Winden, dann längere
Zeit südlichen Gegenwind. NE-Passat von 30° Nord bis 4,5° N-Br, mäfßige
Briese. Nach 2 Tagen Windstille SE-Passat von 3,5° Nord bis 24° S-Br; frische
Briese von 3° Süd bis 7° S-Br und von 18° bis 24° S-Br, sonst nur leicht. Von
175° O-Lg, welche in 24,5° S-Br geschnitten wird, noch 32 Tage Reise bis Sydney;
Aufenthalt verursacht durch anhaltende westliche Gegenwinde. Nimmt die Route
südlich und in Sicht der Tonga-Inseln. Das Schiff „Salisbury“, welches nördlich
von den Fijx-Inseln geht und 175° O-Lg in 17,5° S-Br 13 Tage später schneidet,
kommt noch einen Tag früher, als „Frieda Grampp“ in Sydney, im Melbourne
an. Stärkster Weststrom zwischen 1° Nord und 2° S-Br.
Bemerkung des Kapitäns: „Am 14. April 1887 um 6* p. m. passirten Flint-
Insel in 6 bis 8 Sm Abstand. Das Nordende derselben scheint sehr gefährlich
zu sein. In ungefähr 4 Sm Entfernung davon sahen wir die See von Zeit zu
Zeit branden, während sie in der Zwischenzeit von 5 bis 8 Minuten Dauer ganz
ruhig war.“
2914. Schiff „Salisbury“, Kapitän P. Reitzenstein, 1887 März 26
von Port Townsend nach Melbourne, 67 Tage Reise. Auf der ersten
Strecke viel südlichen Gegenwind, der an mehreren Tagen stürmisch weht und
am 31. März zum vollen Orkan anwächst. In 38° N-Br, am 12. Tage der Reise
dreht sich der Wind günstig nach WSW und Tags darauf, als schwerer Sturm,
durch W nach NW. NE-Passat von 26° N-Br bis 6° N-Br; steifer, fast stürmischer
Wind zwischen 23° und 16° N-Br. Richtung des Passats NE bis ENE. Keine
Aequatorkalmen, Scheidegrenze der Passate nur durch das Auftreten einer