Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.
65
nördlich von Maldon-Insel zu passiren und ferner 160° W-Lg in etwa 5° S-Br,
170° W-Lg in 10° S-Br und 180° Länge in 13° bis 14° S-Br zu schneiden. Dann
sollte man den Kurs westlich von den Fij%-Inseln auf 30° S-Br und 160° O-Lg
und von hier direkt auf den Bestimmungsort setzen. Auf dieser Route würde
man den größten Theil der Länge im frischesten Passat ablaufen.‘
137. Bark „Anna“, Kapt. M. Meiners, 1869 November 10 von
San Francisco nach Sydney, 61 Tage Reise. Trifit zu Anfang der Reise
südwestliche und leichte umlaufende Winde und benöthigt infolgedessen bis
30° N-Br 12 Tage. NE-Passat von 30° N-Br bis 12,5° N-Br und 146° W-Lg;
sehr frische, oft starke Briese mit Regenschauern. KEinen Tag Windstille und
SW-Wind. SE-Passat setzt schon in 12° N-Br ein, weht leicht bis 5° N-Br, von
hier bis 7° S-Br ziemlich frisch, doch weniger stark als der NE, dann wird er
wieder leicht und holt nordöstlich. Von 11° S-Br und 160° W-Lg bis 23° S-Br
und 175° W-Lg Wind NW und NE, zeitweilig SE, meistens leicht, oft still, an
einem Tage fast stürmisch; viel Regen, Barometerstand niedrig. Von 23° S-Br
bis 26° S-Br und 172° O-Lg wieder ziemlich frischer SE-Passat. Vollendet die
Reise mit umlaufenden, meistens günstigen Winden. Nimmt die Route südlich
der Tonga-Inseln. Zwischen 10,5° und 6,5° N-Br 110 Sm Stromversetzung nach
NOzN in 4 Tagen; von 5° Nord bis 6° S-Br 140 Sm in 4 Tagen, nördlich der
Linie nach WzN, südlich derselben nach SWzW.
Bemerkung des Kapitäns: „Nachdem man den Aequator in 150° W-Lg
geschnitten hat, sollte man einen möglichst südlichen Kurs verfolgen, weil man
auf diese Weise am schnellsten durch die zwischen den Inseln herrschenden ver-
änderlichen Winde kommt. Südlich von den Zonga-Inseln trifft man wieder
frischeren SE-Passat, mit dem man West machen kann.“
285. Bark „Ka-Moi“, Kapt. S. Geerken, 1872 Februar 24 von
Honolulu nach Auckland N.-S., 28 Tage Reise. NE-Passat aus E bis
ENE-Richtung weht steif bis 6° N-Br, dann etwas schwächer, geht aber ohne
Unterbrechung durch Stille oder Mallung in 5° N-Br in den aus ESE-Richtung
wehenden SE-Passat über. Die Grenze zwischen NE und SE nur durch starke
Regenschauer markirt. Von 1° Süd bis 5° S-Br Passat ziemlich frisch, im Ganzen
jedoch viel weniger stark als der NE. Von 12° Süd bis 20° S-Br Passat gestört;
Wind NW, SW;und SE, meistens flau oder still, mitunter steif und böig mit
Regen. Das Schiff benöthigt, um diese 8° Breite zu machen, 9 Tage. Südlich
von 20° S-Br wieder frischer bis steifer SE-Passat, der das Schiff ganz bis zum
Bestimmungsort bringt. Die eingeschlagene Route führt unweit östlich von den
Samoa- und Tonga-Inseln nach Süden. Starker westlicher Strom zwischen 3°
Nord und 6° S-Br; 33 Sm nach NW und 105 Sm nach SWzW iu 4 Tagen.
1859. Bark „Atalanta“, Kapt. A. Mohrmann, 1882 Juni 25 von
San Francisco nach Sydney, 61 Tage Reise. Gelangt mit nordwestlichem
durch Nord holendem Winde rasch in den NE-Passat, der sich von 26° Nord bis
9° N-Br erstreckt und bis 22° N-Br als leichte, später als mäfsige Briese weht.
Von 9° bis 8° N-Br 2 Tage Aufenthalt durch flauen östlichen Zug und Wind-
stille im Kalmengürtel. Von 8° N-Br bis 21° S-Br SE-Passat; frischeste Briese (5)
zwischen 6° Nord und 6° S-Br und wieder südlich von 17° S-Br. Auf der Strecke
westlich von 180° Länge viel Aufenthalt durch westliche, oft steife Winde; ge-
braucht 18 Tage, um von 180° bis 160° O-Lg zu kommen. Nimmt die Route
südlich von den Tonga-Inseln und passirt in Sicht von Savage- und Koa-Insel.
Hätte wohl besser gethan, die nördliche Route zu nehmen, weil er dann länger
den Passat behalten und sich länger in dem Striche frischester Briese und
günstiger Strömung gehalten hätte. Hat zwischen 4° Nord und 2° N-Br in einem
Etmal 82 Sm Versetzung nach Westen.
2951. Bark „General Brialmont“, Kapt. A. Ziemann, 1886 No-
vember 22 von Port Blakely, Puget-Sound, nach Brisbane, 102 Tage
Reise. Hat zu Anfang der Reise sehr langen Aufenthalt durch südliche Winde
und stürmisches Wetter, so dafs er bis 40° N-Br 30 Tage benöthigt. Der Wind
hält sich fast ununterbrochen zwischen SSE und SSW; zu drei verschiedenen
Malen wächst derselbe zum orkanartigen Sturm an.
Dezember 15 in 45° N-Br und 131° W-Lg: „Wieder Sturm aus SE,‘ Um
8b a, m. legten das Schiff auf Steuerbordhalsen. Um 9* a, m. brach in einer Böe
aus SSW ein voller Orkan herein, Das Schiff lag platt auf der Seite, Stängen
Ann. 4. Hyär. ete., 1891. Heft IL *