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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück, 
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in dieser Jahreszeit nicht weit nach Süden reicht, seine Richtung ziemlich raum 
ist und im Norden der Linie südliche und westliche Winde herrschen, darf man 
frühzeitig nach Norden aufbiegen, so etwa, daß der Parallel von 30° Süd in 
126° W-Lg und der von 25° Süd in 118° bis 119° W-Lg geschnitten wird. Im 
Südostpassat halte man bei dem Winde gut volle Segel. Nördlich der Linie setze 
man mit dem raumenden und später durch Süd nach SW holenden Winde den 
Kurs direkt auf den Bestimmungsplatz. Wenn es noch vor Ende Juli ist und 
nordwestliche Winde auf der letzten Strecke des Weges zu erwarten sind, dürfte 
es noch besser sein, etwas westlich von der direkten Route zu bleiben. Die 
Linie östlicher als in 112° W-Lg zu schneiden, erscheint nicht rathsam. 
Von Mitte September bis Mitte April gehe man südlich von Neu- 
Seeland und steuere, da der Südostpassat jetzt aus einer durchweg schraleren 
Richtung weht und sein Gebiet sich weiter nach Süden erstreckt, den Parallel 
von 30° Süd in ungefähr 110° W-Lg an; noch etwas östlicher, wenn man von 
November bis April, westlicher, wenn man schon im Oktober oder erst im Mai 
hierher gelangt. Mit dem Südostpassat hole man so viel Ost an, als ohne Be- 
einträchtigung der Fahrgeschwindigkeit zu gewinnen ist, um die Südgrenze des 
Nordostpassats, welcher in der fraglichen Jahreszeit in nördlicher Breite herr- 
schend ist, in 109° W-Lg oder östlicher anzusegeln. Ein westlicherer Schnitt- 
punkt hat den Nachtheil, daß man durch den Nordostpassat in zu grofse Ent- 
fernung vom Bestimmungsort geführt wird und zu weit nach Norden gehen muß, 
ehe man an den Punkt gelangt, wo der Wind eine Nordrichtung annimmt. Das 
Gebiet der leichten, unbeständigen Winde zwischen Südost- und Nordostpassat, 
welches mitunter schon südlich vom Aequator angetroffen. wird, durchsegle man 
auf möglichst kurzem Wege. Mit dem Nordostpassat bleibe man so lange auf 
Steuerbordhalsen, bis man nahezu die Breite des Bestimmungsortes, oder wenn 
dieser am Golf von Kalifornien liegt, die Breite von Kap San Lucas erreicht 
hat. Dann wende man ostwärts. Bei der Annäherung an das Land wird man 
ein allmähliches Herumholen des Windes durch Nord nach Nordwest beobachten, 
so daß man, obgleich es anfänglich leewärts vom Kurse geht, doch unschwer 
seinen Bestimmungsort anholen kann. Immerhin empfiehlt es sich, bei dem an- 
fänglich noch schralen Winde durch einen gelegentlichen Gang auf Steuerbord- 
halsen die erreichte Breite festzuhalten. Dies gilt besonders für den Anfang der 
Jahreszeit: November und Dezember. In den späteren Monaten dehnt sich das 
Gebiet der nordwestlichen Küstenwinde sowohl ostwärts längs der Küste als 
auch landabwärts aus. Man wird dann den Strich, wo der Wind die Nordrichtung 
annimmt, oft schon früher erreichen, -als in der Breite des Bestimmungsortes, 
und kann dementsprechend auch schon früher auf Backbordhalsen gehen. 
Nach den südlicheren Häfen Mexikos bestimmt, kann man dieselben 
Routen, wie hier für die verschiedenen Jahreszeiten empfohlen worden sind, ein- 
schlagen; mit dem Unterschiede nur, dafs man die Südgrenze des Südostpassats, 
der östlicheren Lage ‚des Bestimmungsplatzes entsprechend, weiter ostwärts 
ansteuert. 
4. Von der Ostküste Australiens nach Central-Amerika. Da auf 
dem Wege nach Central-Amerika ein gut Theil Länge abzusegeln ist, so er- 
scheint es für diese Reisen in allen Jahreszeiten als das Vortheilhafteste, die 
Route südlich von Neu- Seeland zu nehmen. Des Weiteren nehme man, nach 
Puntarenas (Costarica) oder Panamd bestimmt, die Route östlich von den Gala- 
pagos-Inseln, indem man 30° S-Br je nach der Jahreszeit etwas östlicher oder 
westlicher, von Januar bis März, zur Zeit der südlichsten Lage der Passatgrenze, 
in ungefähr 97° W-Lg, im August und September in etwa 100° W-Lg ansteuert. 
Oestlicher zu schneiden ist nicht nothwendig, da der Passat in diesen Längen, 
wenigstens in dem nördlichen Theile seines Gebietes, aus sehr raumer Richtung 
zu wehen pflegt, und kann man aus diesem Grunde, wenn man durch den Wind 
gedrängt wird, gern noch einige Grade weiter westwärts in das Passatgebiet 
hineingehen.. Wenn man auch anfänglich den Kurs nach der Ostseite der Gala- 
pagos-Inseln nicht. vorliegen kann, wird man doch weiterhin im Passat den Wind 
genügend raum erhalten. In der Nähe des Aequators dreht sich der Wind ge- 
wöhnlich durch Süd nach SW, und Winde aus Süd bis West, die im Sommer 
des Südens ziemlich frisch, im Winter aber nur leicht und sehr unbeständig sind, 
stehen meistens bis an die Küste durch, :so daß der Bestimmungsort auf direktem
	        
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