accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Yon Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück. 59 
sondern mache zunächst hauptsächlich Nord, um später, ostwärts steuernd, an 
der Nordseite des der kalifornischen Küste vorgelagerten Gebietes hohen Luft- 
drucks zu bleiben. Dasselbe hat besonders in den Monaten Juni bis September 
eine große Ausdehnung, und wird es in dieser Jahreszeit oft nothwendig sein, 
bis nach 40° N-Br und selbst darüber hinaus zu gehen, wenn man sich einer 
einigermafsen beständigen günstigen Gelegenheit versichern will. Eine zu frühe 
Kursänderung nach Osten führt in das Hochdruckgebiet hinein oder auch wieder 
nach dessen Südseite und hat Aufenthalt durch Windstillen oder durch erneutes 
Auftreten nordöstlicher Winde zur Folge. Ein Abflauen des südlichen oder 
westlichen Windes, gewöhnlich begleitet von einer Zunahme des Luftdrucks, 
deutet darauf hin, daß man sich dem Gebiete hohen Drucks, welches man an 
St-B. von sich hat, zu sehr nähert, und dafßs man, um die Briese nicht zu ver- 
lieren, mehr nach B-B. halten mufs. Die Beachtung der empfohlenen Mafßregel 
ist besonders von Wichtigkeit für Schiffe, die nach San Francisco und noch mehr 
für die, welche nach einem der südlicheren Häfen bestimmt sind, deren Reisen 
gerade auf dieser Strecke durch die Wahl einer zu südlichen Route nach Osten 
oft so sehr verlängert werden. Der scheinbare Umweg ist hier in den meisten 
Fällen der kürzere Weg. Selbst wenn man es nicht nöthig finden sollte, sehr 
nördlich zu gehen, sollte man doch nicht auf die Küste zusteuern, bevor man 
den Bestimmungsplatz in die Richtung rw. Ost oder besser noch südlich von 
Ost gebracht hat, weil man es sonst oft schwierig finden wird, den Hafen mit 
dem herrschenden Winde anzuholen. Letzterer weht im Sommerhalbjahr in den 
Küstengewässern Kaliforniens und Oregons, entsprechend der Lage dieses Meeres- 
striches an der Ostseite des mehrerwähnten Luftdruckmaximums, mit grofser 
Beständigkeit aus dem nördlichen Halbkreise, und zwar in gröfserem Land- 
abstande vorwiegend aus N bis NNE, näher der Küste aus NNW bis NW. 
Schiffe, welche die Ostküste Australiens in den Monaten November bis 
März verlassen, sollten ihren Kurs sofort südlich von Neu-Seeland setzen, 
zwischen Stewart-Insel und den Snares hindurch passiren und den gröfsten Theil 
der Länge, bis nach ungefähr 135° W-Lg, südlich von 40° S-Br gut machen, 
Dann sollten sie, allmählich nördlicher steuernd, ihren Kurs so wählen, dafs die 
mittlere polare Grenze des SE-Passatgebietes in ungefähr 123° W-Lg geschnitten 
wird. Im Uebrigen sollte man die Route den angetroffenen: Verhältnissen an- 
passen, indem man sich die für die südliche Halbkugel gültigen Beziehungen 
zwischen Luftdruckvertheilung und Wind gegenwärtig hält.') Diesen zufolge hat 
man bei östlichem Winde und niedrigem Barometerstande zu erwarten, dafs 
weiter nördlich westliche Winde wehen; das Fallen des Barometers auf nörd- 
lichem Kurse deutet darauf hin, dal man sich dem Striche, wo dieselben 
herrschen, nähert. Umgekehrt hat man bei hohem Luftdruck die bessere 
Gelegenheit im Süden zu suchen. Auf der nördlich gerichteten Strecke werden 
die Schiffe oft durch nördliche Winde aufgehalten, die der Ostseite eines Gebietes 
niedrigen Luftdrucks angehören. Ist das Barometer bei deren Auftreten im raschen 
Fallen begriffen, so ist das ein Zeichen, dafs das Druckgebiet rasch. in östlicher 
Richtung fortschreitet und deshalb ein baldiges Umlaufen des Windes nach einem 
südlichen Striche zu erwarten steht. Bleibt dagegen der Barometerstand nahezu 
unverändert, so ist zu schließen, dafs das Druckgebiet an Ort und Stelle fest 
liegt, oder daß es mit dem auf östlichem Kurse befindlichen Schiffe nahezu 
gleichen Schritt hält. In einem solchen Falle dürfte sich zur rascheren Herbei- 
führung einer Richtungsänderung des Windes nach Süd empfehlen, das Schiff bei 
nördlichem Winde auf Steuerbordhalsen zu legen und nach der Westseite der 
Depression hinüber zu steuern. Das Fallen des Barometers auf westlichem Kurse 
läfst erkennen, dal s man seinen Zweck bald erreichen wird. Selbstverständlich 
mülß bei der Anwendung des hier empfohlenen Verfahrens stets Bedacht auf die 
Sicherheitsmaßsregeln genommen werden, die besonders bei stürmischem Wetter 
vor dem Umlaufen des Windes zu treffen sind. 
Da der Südostpassat auch in der östlichen Umgebung des Paumotu- 
Archipels in den südlichen Sommer- und Herbstmonaten sich oft gestört zeigt 
und um so regelmäßiger auftritt, je östlicher die Länge ist, auch im südlichen 
Theile seines Gebietes oft eine sehr schrale Richtung hat, so dafs die Schiffe 
5) S. „Segelhandbuch für den Atlantischen Ocean“ Seite 463 und 464.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.