accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

8

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika und zurück.

Von Australien nach der Westküste von Nordamerika
und zurück.
Von IL. E. Dinklage, Vorsteher der Abtheilung I.

Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)

Segelanweisungen.
In der beigegebenen Karte finden sich die Routen verzeichnet, welche
nach Mafsgabe der besprochenen Verhältnisse für Segelschifffahrten zwischen
Australien und der Westküste Nordamerikas in den verschiedenen Jahreszeiten
als die vortheilhaftesten erscheinen. Die des Weiteren zu gebenden Segelanweisungen
 lassen sich in Kürze fassen, wie folgt:
l. Von der Ostküste Australiens nach Kalifornien, Oregon und
Britisch Columbia. Wenn die Reise in den Monaten April bis Oktober
angetreten wird, nehme man die Route nördlich von Neu-Seeland und westlich
vom Paumotu-Archipel. Auf dem Wege nach Osten halte man sich gut südlich
und bedenke, dafs bei zu leichten oder östlichen Winden, begleitet von hohem
Luftdruck, die bessere Gelegenheit stets in höheren Breiten zu suchen ist. Wenn
88 zu vermeiden ist, gehe man bis nach 167° W-Lg nordwärts nicht über 33,5°
S-Br hinaus. Um später luvwärts von Hawatr passıren zu können, was zur KErzielung
 einer raschen Reise von Wichtigkeit ist, sorge man dafür, dafs man nicht
zu früh in das Passatgebiet gedrängt wird, dessen Grenze sich auch im südlichen
Winter mitunter bis über 30° S-Br hinaus südwärts verschiebt.. Den Parallel
von 30° Süd schneide man in 158° W-Lgy oder östlicher und hole auch dann
noch Ost mit an, um 25° S-Br in 153° W-Lg oder noch etwas östlicher zu
schneiden. Man sollte bedenken, daß der Wind im gröfsten Theile des SE-Pasatgebietes
 oft so schral ist, dafs keine Ostlänge gut gemacht werden kann. Insbesondere
 sollte man zu Anfang und Ende der fraglichen Jahreszeit, wenn die
Passatgrenze noch einige Grade südlicher liegt, als in der Mitte des Winters,
auf dem Wege nach Osten gut südliche und beim Aufsteuern zum Passatgebiet
gut östliche Schnittpunkte wählen.
Mit dem Passat nehme man den Kurs voll und bei dem Winde nordwärts
und hole dabei so viel Ost mit an, als ohne Beeinträchtigung der Fahrgeschwindigkeit
 zu gewinnen ist, um, wenn möglich, die Linie in 149° W-Lg oder östlicher
 zu schneiden, Ist der Wind so schral, dafs dieser Schnittpunkt nicht
bequem angesegelt werden kann, so benutze man den raumeren Wind, der im
Norden der Linie zu erwarten ist, sowie die Mallungen und den Oststrom des
Kalmengürtels, um bis zur Südgrenze des NE-Passats genügend Ost zu machen.
Hat man schon vorher hinreichend Luv gewonnen, so durchsegele man den
Strich nördlich von 3° N-Br, auch wenn dort keine Kalmen und Mallungen
angetroffen werden, auf möglichst kurzem Wege, Wird die Route westlich von
Tahiti genommen, so bleibe man, um nicht durch die Windstillen im Lee der
hohen Insel zu sehr aufgehalten zu werden, mindestens 30 Sm davon entfernt.
Da die Schiffe im NE-Passat in einzelnen Fällen nicht mehr als einen
NNW!AW-Kurs (rw.) gut machen konnten, so gebietet die Vorsicht, die Südgrenze
 des Passatgebietes in so östlicher Länge zu überschreiten, dafs man das
Ostende von Hawar in der Peilung NWzN rw. oder westlicher hat. Dies ist
besonders von Wichtigkeit in den Monaten April, Mai und Juni, wenn die
Passatgrenze noch südlich gelegen ist; alsdann sollte man auf 5° N-Br in 145°
W-Lg oder östlicher stehen. In den späteren Monaten hat man noch nördlich
ron 5° N-Br Gelegenheit, Ost zu machen, aber auch dann sollte man danach
streben, dafs 10° N-Br nicht westlicher als in 147° W-Lg geschnitten wird.
Unter mittleren Windverhältnissen im Passat wird man indessen selbst von einem
Schnittpunkte von 10° N-Br in 150° W-Lg aus noch 100 Sm luvwärts von
Hawat bleiben.
An der Nordgrenze des NE-Passats angelangt, wo der Wind durch Ost
südlich zu holen pflegt, verändere man den Kurs nicht zu früh nach Osten,

(Schlufs.}
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.