Ueber eine neue Methode zur Bestimmung des Polabstandes eines Magnets.
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möge nun mit dem magnetischen Meridian den Winkel McB = © bilden. Die
Ursache dieser beständigen Abweichung vom Meridian kann, wie schon ange-
deutet, in der Torsion des Aufhängungsfadens oder in Ablenkung durch einen
anderen zufällig in der
Nähe befindlichen Magnet
liegen. Sodann möge der
Magnet NS, dessen Pol-
abstand wir bestimmen
wollen in C, östlich von
der Nadel so: hingelegt
werden, dafs die Nadel
die frühere Richtung cB
wieder einnimmt. Hat
sich nun die Richtung des
magnetischen Meridians
geändert, oder ist die be-
ständige Abweichung der
Nadel (etwa durch Aende-
rung der Torsion des
Fadens) eine andere ge-
worden, so bildet die
Nadel mit dem magneti-
schen Meridian nicht mehr
den Winkel ®o, sondern
den Winkel
Oı = Oo + dO1.
Hierauf möge der Magnet
NS umgelegt und west-
lich von der Nadel in
solche Stellung N‘CS' ge-
bracht werden, dafs diese
wiederum die zuerst be-
obachtete Richtung cB
einnimmt, dann möge die
Nadel mit dem magneti-
schenMeridian den Winkel
O1 = Oo + dO4
bilden.!) Dieselben Beob-
achtungen sind nach dem
obigen Schema mit Maß-
stab südlich von der
Nadel anzustellen, um
eine etwaige Abweichung der Mitte der Nadel von dem Nullpunkt der Theilung
der Schiene Ac zu eliminiren.
Um nun die Formel abzuleiten, welche auf die Abweichung der Nadel
vom Meridian und den Umstand, dass die Richtung der Nadel nicht senkrecht
auf der Verschiebungsrichtung des Magnets ist, Rücksicht nimmt, müssen wir
auf die allgemeine Formel zurückgehen, durch welche die Ablenkung einer Nadel
dargestellt wird, auf welche ein Magnet in ganz beliebiger Stellung einwirkt.?)
Wir führen hierbei vorläufig noch die Beschränkung ein, daß die magnetische
Axe des Magnetstabes horizontal und parallel der Verschiebungsrichtung sei,
setzen aber voraus, dafs dieselbe in einer Horizontalebene enthalten sei, welche
in einem Abstande f ober- oder unterhalb der Ebene durch die Nadel liegen
soll.
. 1) Mit Rücksicht auf die Reihenfolge der Beobachtungen, nach welcher die Beobachtung bei
Mafsstab Nord, Magnet West die letzte (vierte) ist, benutzen wir für dieselbe durchweg den Index 4.
2) Siehe: Aus dem Archiv der Seewarte, Jahrgang 1891, No. 2.