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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Veber eine neue Methode zur Bestimmung des Polabstandes eines Magnets. 
dann ist, wenn der Mafsstab von West nach Ost durchgehende Theilung hat: 
1 
h = x {la + as) — (a8 + ap}. 
2 
Um den zu untersuchenden Magnet von vornherein thunlichst nahe in 
die richtige Lage bringen zu können, ist es nützlich, vorher das zu erwartende h 
annähernd zu berechnen, Für das gewählte k berechnet man zunächst eiuen 
ersten Näherungswerth von h aus: 
® 5 ,\ 
ah = 41,6 (25 7) 
ermittelt mit diesem h die Faktoren A und B von N und un dann erhält man 
einen genaueren Werth von h aus: 
5 5 2 5 2 
29h = Al 7) +B(32)- 
In der Regel reicht schon der zuerst gefundene Werth von h aus, weil 
A nie viel von —-1,6 verschieden und sehr klein ist. 
Die Koefficienten der Gleichung (3) können, da sie nur von N abhängen, 
mit diesem Argument in eine Tabelle gebracht werden, welche nur geringen 
Umfang zu haben braucht, da % wenig veränderlich ist. 
Im Vorhergehenden haben wir angenommen, dafs die unbeeinflufste Nadel 
sich genau in den Meridian einstelle, dafs der Magnet senkrecht auf der Nadel 
sei und dafs der magnetische Meridian während der Beobachtung seine Richtung 
nicht ändere. Es ist nun aber sehr wohl möglich, dafs infolge der Torsion 
des Aufhängungsfadens oder der Gegenwart eines andern Magnets die Nadel 
eine beständige Ablenkung aus dem Meridian besitzt, ferner kann der Winkel, 
den der Mafsstab, längs welchem der Magnet verschoben wird, mit der Nadel 
bildet, von 90° abweichen, und endlich ist es ja eine bekannte Thatsache, dafs 
die Richtung des magnetischen Meridians fast beständig kleineren oder gröfseren 
Aenderungen unterworfen ist, Indem wir die Richtung, welche der magnetische 
Meridian bei der ersten Einstellung der Nadel hatte, als feste Richtung ansehen, 
können wir die letztgenannten Aenderungen als Aenderungen der beständigen 
Abweichung der Nadel vom Meridian auffassen, 
Um auf diese Fehlerquellen Rücksicht zu nehmen, müssen wir die Auf- 
gabe lösen: die Formel für die Bestimmung des Polabstandes eines Magnets 
abzuleiten unter der Voraussetzung, dafs die Nadel eine sich während der Be- 
obachtung ändernde Abweichung aus dem Meridian habe und dafs der Mafsstab 
oder vielmehr die Linie, welche die Mittelpunkte des Magnets in den beiden 
Lagen östlich und westlich von der Nadel verbindet, welche wir kurz die Ver- 
schiebungsrichtung nennen wollen, nicht genau senkrecht auf der Verlängerung 
der Nadel ist. Wir setzen hierbei zunächst noch voraus, dafs die magnetische 
Axe parallel der Verschiebungsrichtung sei, werden uns aber später auch von 
dieser Voraussetzung frei machen und annehmen müssen, dal die magnetische 
Axe sowohl eine Neigung gegen den Horizont, als auch eine azimutale Ab- 
weichung von der Verschiebungsrichtung haben könne. Der KEinflufs dieser 
letzten Fehlerquellen kann durch die Anordnung der Beobachtung selbst eliminirt 
werden. Dagegen werden wir die Voraussetzung machen, dafs der zu unter- 
suchende Magnet nicht in der durch die Nadel gelegten Horizontalebene liegt, 
sondern sich etwas ober- oder unterhalb dieser Ebene befinde. 
Es sei in nebenstehender Figur (2) MM, resp. mm oder m'm‘ der mag- 
netische Meridian resp. durch die Nadel und den zu untersuchenden Magnet, ns 
die Nadel, NS der Magnet, CC‘ der Mafsstab, an welchem h gemessen wird, 
Ac die Richtung durch die Mitte c der Nadel, welche senkrecht auf CC‘ steht 
(als welche die Messingschiene angesehen werden kann, auf die der Mafsstab 
aufgesetzt wird) und es schneide die Verlängerung der Nadel bei der ersten 
Einstellung derselben den Mafsstab CC‘ in dem Punkte B. 
Die Beobachtung beginnt, wie oben erwähnt, mit der Einstellung des 
Fernrohrs auf die frei schwingende Nadel ns, deren Richtung cB, ist und sie
	        
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