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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Ann. d. Hydr. ete., XIX. Jahrg. (1891), Heft II. 
a 
Ueber eine neue Methode zur Bestimmung des Polabstandes 
eines Magnets, ) 
Von Prof, Dr. C. Börgen. 
Bei allen magnetischen Messungen, welchen die Ablenkung einer frei 
beweglichen Nadel durch einen Magnetstab zu Grunde liegt, spielt die Ver- 
theilung des Magnetismus im ablenkenden Stabe sowohl, wie in der abgelenkten 
Nadel eine nicht unbedeutende Rolle, und es ‘ist daher von Wichtigkeit, eine 
Methode zu besitzen, durch welche man auf bequeme Weise die hiervon ab- 
hängigen Glieder bestimmen kann. Wir wollen mit Lamont die Glieder des 
Ausdruckes für die Ablenkung der Nadel, welche von der Vertheilung des 
Magnetismus im ablenkenden Stabe abhängen, mit SC N u. 8. w. bezeichnen 
und diese Gröfsen mit einem Accent versehen, wenn sie sich auf die abgelenkte 
Nadel beziehen sollen. Im $ 35 seines „Handbuch des Erdmagnetismus‘“ kommt 
Lamont zu dem Resultat, dafs man, mindestens sehr nahe, setzen könne: 
(D — = x B (1—e)2, N = (PP) = © 2 (1—g)% u. 8. w. 
worin Z die Länge des Magnets und @ eine Zahl bedeutet, welche ausdrückt, um 
welchen Bruchtheil der Länge diejenigen Punkte, in denen man sich den Mag- 
netismus des Stabes vereinigt denken kann, um dieselbe Fernwirkung zu er- 
halten, wie sie durch die thatsächliche Vertheilung des Magnetismus im Stabe 
hervorgebracht wird, oder mit anderen Worten, um welchen Bruchtheil die Pole 
des Magnets von seinen Endpunkten entfernt liegen. Wir können daher l (1—g) 
=— d den Polabstand oder die Scheidungsweite des Magnets nennen. Nach 
einer von den Herren Prof. Dr. F. Kohlrausch und Dr. Hallock ausgeführten 
Untersuchung kann sehr nahe d =— Z- Z, also @ = & gesetzt werden. 
Da sich nach (1) die höheren Glieder mit aller nur wünschenswerthen 
Genauigkeit als Potenzen von Tr darstellen lassen, so. genügt es, nur diese 
Größe zu bestimmen, woraus sich d = 2 ve unmittelbar ergiebt und die der 
angewendeten Ablenkungsart entsprechenden von‘ der‘ Vertheilung des Magnetis- 
mus abhängigen Glieder sich leicht‘ berechnen lassen. 
Verschiedene Umstände, auf die hier nicht näher einzugehen ist, machten 
es dem Verfasser dieses im höchsten Grade wünschenswerth, " eine Methode zu 
finden, durch welche man den Polabstand (oder zunächst das Er) eines Magnets 
mit solcher Genauigkeit würde finden können, dafs man noch kleine Ver- 
änderungen dieser Größe, die möglicherweise im Laufe der Zeit oder mit der 
1) Nachdem das Manuskript für diesen Aufsatz bereits fertiggestellt war, sah der Verfasser 
aus der englischen Zeitschrift „Nature“ vom 25. Dezember 1890, dafs Mr. Thomas H. Blakesley in 
der Sitzung der Physical society vom 28. November einen Vortrag über eine Methode zur Bestim- 
mung der Poldistanz eines Magnets gehalten hat, welche, soweit das kurze Referat erkennen läfst, 
auf die oben vorgetragene oder eine ganz ähnliche Methode hinauszukommen scheint.
	        
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