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Kleine Notizen.
war die Küste des öftern in Sicht, wobei die thätigen Vulkane als Peilobjekte
dienten. Mehrere Male konnten der aufsteigende Rauch und die Feuersäulen
derselben beobachtet werden. Am Abend des 23. Januar 1889, als sich das
Schiff laut Besteck auf 13,3° N-Br und 89,3%“ W-Lg befand, beobachtete man,
wie der Vulkan San Marcilino in San Salvador ungefähr jede Minute einen Aus-
wurf that.
Bemerkenswerth ist das häufige Vorkommen von Schildkröten in diesem
Meerestheil. In der Nacht vom 17. zum 18. Januar wurde auf etwa 14,5° N-Br
und 92,5° W-Lg eine weithin hörbare Stromkabbelung beobachtet, welche von
NO nach SW am Schiffe vorbeizog.
Am 26. Januar war das Mittagsbesteck 12° 21’ N-Br und 87° 30‘ W-Lg,
von wo aus der Vulkan Viejo mw. OzN peilte. Bei leichtem SSE-Winde wurde
darauf Kurs nach Corinto gesteuert, und um 4 Uhr war der Feuerthurm von
Cordon-Insel in der Peilung mw. 0'!/,S 8 Sm entfernt. Um 8 Uhr Abends anker-
ten wir unter der genannten Insel auf einer Wassertiefe von 11m (6 Fad.) mit
55m (30 Fad.) Kette, die Feuer mw. 0S0'%0 peilend. Am folgenden Morgen
wurde dann das Schiff unter Assistenz eines Lootsen nach der Innenrhede von
Corinto verlegt.
Die Witterung in Corinto, der Bai von Fonseca und auf dem
Flusse Estero Real vom 26. Januar bis zum 28. Mai 1889. Bis Ende
April nahm dieselbe ihren gewöhnlichen Verlauf, die Luft war trocken und heiß,
besonders wenn ein sogenannter Papagayo wehte, Der Luftdruck schwankte in
dieser Zeit zwischen 762 und 765 mm (unred.), die Temperatur der Luft zwischen
28° und 35° C. Anfang Mai zog schon dann und wann ein Schauer am Himmel
vorüber, und während der Nacht ereignete sich gewöhnlich ein von Regen be-
gleitetes Gewitter, welche Erscheinungen sich gegen Ende des Monats immer
öfter wiederholten. Zu derselben Zeit regnete es auch häufig am Vormittage.
Am 28, Mai gingen wir mit der Landbriese in der Nacht von Corinto
wieder in See und traten die Reise nach Falmouth für Order an.
Ueber die nachtheiligen Folgen nach dem Genufs von Fischen
berichtet derselbe Kapitän Folgendes:
Um 12% Uhr in der Nacht vom 16. zum 17, Juli passirten wir bei
frischem bis mäfsigem südlichen Winde in etwa 2,2° N-Br und 96,5° W-Lg eine
von Ost nach West verlaufende Stromscheide, welche in einer Breite von einer
Schiffslänge ein hörbares Geräusch verursachte. Die Nordkante war wie Bran-
dung, welcher gleichsam im Süden ein Damm entgegengesetzt war.
Am folgenden Nachmittage zeigte sich das Meer als sehr fischreich, auch
schwammen verschiedentlich Schildkröten auf dessen Oberfläche, und es gelang
uns, am Abend 18 Boniten im Gesammtgewicht von etwa 125 kg zu fangen.
Kurz nach dem Genufs eines Theils dieser Fische am folgenden Mittage machten
wir die auffallende Wahrnehmung, dafs bei der ganzen Mannschaft die Haut
namentlich im Gesichte eine braunrothe Farbe annahm und sich Zitttern in den
Gliedern und Kopfweh einstellten, Erscheinungen, die nach Verlauf von einigen
Stunden wieder verschwanden. Es ist dieses das erste Mal, daß ich über nach-
heriges Uebelbefinden nach dem Genuß von Boniten berichten kann, wohingegen
mir die erwähnten Erscheinungen nach dem Genufs von Goldkarpfen — in der
Seemannssprache meistens Delphine genannt — wiederholt, so auch auf meiner
letzten Reise, vorgekommen sind. Im vorliegenden Falle hatten wir nichts
Eiligeres zu thun, als den noch vorhandenen Rest der Fische über Bord zu
werfen.
7. Flaschenpost. Durch Vermittelung des Kaiserlichen Kommissars des
Schutzgebietes der Marschall-Inseln zu Jaluit ist ein Flaschenpostzettel einge-
gangen, welcher von Bord S. M. 8. „Sophie“ am 13. März 1890 um 1230"
Mittags auf der Reise von Matupi nach Hongkong über Bord geworfen wurde.
Dieser Zettel ist von einer Eingeborenen, Namens Ebogen, am 15. März d. J.
um 2* 30” p. m. auf ca. 0° 25‘ S-Br und 167° 20‘ O-Lg auf dem Riffe aufgefunden
worden. Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in ca 367 Tagen
einen Weg von 1918 Sm zurückgelegt und zwar auf dem Kurse rw. 080*40.