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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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Kleine Notizen, 
Kirchhoff, durch die vielen Gaslaternen und das elektrische Licht einer Silber- 
schmelze, die der Stadt ein grofsartiges Aussehen verleihen, sehr erleichtert. 
Das rothe Hafenfeuer ist dagegen wegen der vielen Lichter sehr schwer auszu- 
machen, 
Der auf dem Bergrücken hinter der Stadt gemalte und als Marke dienende 
weiße Anker (South America Pilot Part II, 1886, Seite 350) tritt schlecht gegen 
den Hintergrund hervor, so dafs er nur bei günstiger Beleuchtung aufgefunden 
werden kann; der Ankerring liegt nach unten. 
5. (D. S.) Versetzungen im Agulhas-Strom. Auf einer Reise von 
Bangkok nach Bremen beobachtete Kapitän O0. Tack, Führer der deutschen 
Bark „Etha Rickmers‘, im August 1889 die auf folgender Seite zusammen- 
gestellten Versetzungen im Agulhas-Strom (s. Seite 515). 
Die Ortsangaben der nebenstehenden Tabelle beziehen sich auf den Mittag 
des vorgesetzten Datums, alle übrigen Angaben derselben auf das diesem vorauf- 
gehende Etmal. 
„Etha Rickmers“ hatte in der Zeit vom 7. bis zum 16. August, also in 
9 Tagen, eine Versetzung von 370 Sm nach SSW!/2W; mithin wurde die Fahrt 
durch die Agulhas- Strömung durchschnittlich täglich um ungefähr 41 Sm 
efördert. 
) 6. (D. S.) Einige Bemerkungen über das Wetter in San Pedro. 
Wilmington. Cal., nach Aufzeichnungen in dem meteorologischen Journal des 
deutschen Schiffes „Amelia‘“, Kapitän F. Warneke. 
Am 30. November 1888 lag „Amelia‘, kurz vor Beendigung ihrer Reise 
von Naneimo nach San Pedro, den ganzen Tag bei Windstille unter der Küste 
von Kalifornien in Sicht des Feuerthurms der Spitze Fermine. In der Nacht 
erhielten wir, so schreibt Kapitän Warneke, einen Lootsen, der das Schiff 
am Nachmittag des 1. Dezember mit der leichten Seebriese in den Hafen von 
San Pedro hinein und dort zu Anker brachte. 
Während unseres Aufenthaltes daselbst bis zum 23. desselben Monats war 
das Wetter in den beiden ersten Wochen normal, d. h. in der Nacht und am 
Morgen bis 10 Uhr wehte eine leichte Landbriese, worauf meistens, häufig auch 
erst nach Mittag, nach einer Windstille von kurzer Dauer ein flauer Seewind 
durchkam, der bis gegen Abend anhielt und dann in Mallung überging. Aber 
am Nachmittag des 14. Dezember wurde dieser regelmäfsige Verlauf des Windes 
durch eine steife Böe aus SE mit heftigem Regen unterbrochen, worauf das 
Wetter während der ganzen folgenden Nacht bei flaunem Winde regnerisch war. 
Am 15. Dezember klarte das Wetter zwar wieder auf, aber die hohe See 
gestattete nicht das Löschen der Steinkohlen. Von diesem Tage bis zum 
20. Dezember hatte die Witterung wieder ihren gewöhnlichen Verlauf. Früh 
morgens am 21. Dezember fiel leichter Regen, dann war das Wetter bei schaurig 
bewölktem Himmel bis 3 Uhr Nachmittags wieder trocken. Das Barometer war 
dabei ungefähr 2 mm gefallen, nämlich von 761 auf 759 mm (unred.). Um 
3! Uhr fing der Wind an, aus südöstlicher Richtung aufzufrischen, und es begann 
zu regnen; nach 5 Uhr wurde der von heftigen Regenschauern begleitete Wind 
steif und die See nahm rasch an Höhe zu. Um 7 Uhr Abends sahen wir uns 
veranlafst, noch den zweiten Anker fallen zu lassen. In der Nacht wehte ein 
von anhaltendem Regen begleiteter Sturm, in dem das Schiff bedeutend arbeitete 
und stampfte und zeitweilig schwer in die Kette einruckte, obwohl von der 
B-B.-Kette 137 m (75 Fad.) und von der St-B.-Kette 55m (30 Fad.) aus waren. 
Gegen Morgen am 22. holte der bis dahin zwischen ESE und SSE veränderte 
Wind etwas südlicher, und das Barometer begann zu steigen; allein schon am 
Nachmittag holte der Wind wieder zurück, während das Barometer auf 755,4 mm 
‘unred.) sank. Am Abend wehte wieder ein voller Sturm aus SE bis SSE mit 
heftigem Regen, der nach 10 Uhr in einen mäfsigen unbeständigen östlichen 
Wind überging. Auf eine steife Böe von N um 3 Uhr folgten am Morgen 
faue umlaufende Winde, bei denen eine hohe südliche Dünung vorhanden war. 
Nachdem wir zuvor den zweiten Anker gelichtet hatten, gingen wir um 11 Uhr 
vollends Anker auf, und brachten das Schiff eine halbe Stunde später, gerade 
mit dem Einsetzen der Seebriese, unter Segel. Unser nächster Bestimmungsort 
war Corinto an der Westküste von Nicaragua. Während dieser Reise, welche 
meistens bei schwachen Winden aus verschiedenen Richtungen vollführt wurde,
	        
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