Kleine. Notizen,
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Kleine Notizen. >
1. (D. S.) Bemerkenswerthe Himmelserscheinungen. In dem
meteorologischen Journal des deutschen Dampfers „Saale“, Kapitän H. Richter,
finden sich die folgenden Aufzeichnungen:
Am 8. September 1891, um 10* p. m. in 50° 36‘ N-Br_ und 23° 0 W-Lg
erschien plötzlich im Nordosten, etwa 45° hoch, ein helles Meteor, das seinen
Weg nach Westen nahm und im Nordwesten in gleicher Höhe verschwand.
Dasselbe hinterließ einen hellen, feurigen Streifen von etwa 1° Breite und
15° Länge, dessen Mittelpunkt anfangs genau unter dem Polarstern lag. Der
Streifen, dessen Licht ein sehr intensives war, behielt seine Helle und Form
ungefähr 1!/a—2 Minuten, dann löste er sich in ein wolkenartiges Gebilde auf,
welches, allmählich schwächer werdend, über den Polarstern hinzog und nach
weiteren 2—3 Minuten verschwand. ?)
Zu gleicher Zeit war ein sehr helles und strahlendes Nordlicht sichtbar,
welches in einer Höhe von 15° eine grofse Ausdehnung hatte. Ks herrschte
Windstille, am Himmel standen vereinzelte Wolken, die Temperatur der Luft
betrug 13,6°, der Luftdruck hatte eine Höhe von 747,6 mm (red.). |
Am 10. desselben Monats wurde von 9'—11* p. m. zwischen 48,7° N-Br
in 420° W-Lg und 485° N-Br in 42,8° W-Lg ein Nordlicht beobachtet, das
bis etwa 20° über das Zenith hinausragte, bogenförmig und strahlend war und
eine ganz außergewöhnliche Lichtstärke hatte, so dafs man bei demselben ge-
wöhnliche Schrift lesen konnte.
Ferner war am Morgen des 12. September von 12 Uhr bis 3 Uhr zwischen
45,6° N-Br in 51,8° W-Lg und 45,2° N-Br in 53,0° W-Lg ein außerordentlich
starkes Nordlicht sichtbar.
2. Ankerplatz für Kriegsschiffe im Hafen von Piraeus. Griechen-
land. (Hydrographische Nachricht No. 43/187. Pola 1891.) Nach einem Be-
richte des Kommandanten des österreichisch-ungarischen Schiffes „Friedrich“,
Linienschiffs-Kapitän Carl Spetzler von Oltramare, ankern die Kriegsschiffe
im Hafen von Piraeus®) querab vom Ufer am nordwestlichen Kai zwischen
folgenden Peilungen: „Rothes Hafenfeuer in rw. SW*/4S 0,7 Kabllg. und in rw.
SW'4S 2,9 Kabllg.“ Ein anderer Ankerplatz ist am südwestlichen Kai zwischen
folgenden Peilungen: „Grünes Hafenfeuer in rw. W’AN 1'/4 Kabllg. und in
WNW5/AW 3 Kabllg.“ ;
Auf diesen Plätzen. können die Kriegsschiffe ohne Hülfe eines Lootsen
ankern. Von der Regierung sind für den Hafen von Piraeus keine Lootsen
angestellt.
3. Ankerplatzan der Nordseite der Insel Pajaros. Mexiko, (Notice to
Mariners No. 40/811. Washington 1891.) Nach einem Berichte des Führers
des Dampfers „Newbern‘“, Kapitän John von Helms fand derselbe bei einem
südöstlichen Sturm einen sehr guten Ankerplatz an der Nordseite der Insel
Pajaros?) bei Mazatlan. Das Schiff lag auf 11 m (6 Fad.) Wasser, mit 55 m (30 Fad.)
Kette, und hatte am Heck nicht weniger als 9m (5 Fad.) Wasser. Man hatte
an der Stelle die SO-Spitze der Insel Pajaros gerade frei von der NW-Spitze
der Insel Venado.
Bei der NW-Spitze der Insel Pajaros scheint sich in der Richtung des
Riffes flacheres Wasser noch in beträchtlichem Abstande zu erstrecken.
Bei der Umsegelung. dieser Spitze von Westen kommend, findet man eine 12,8 m-
(7 Fad.-)Stelle ca !/2 Sm von der Spitze entfernt; und in derselben Richtung,
ca 1Sm von der Spitze, war Brandung sichtbar. Infolge der sehr hohen
EEE ist anzunehmen, dal sich daselbst weniger als 12,8 m (7 Fad.) Wasser
efinden.
4. Antofagasta. Die Ansteuerung der Rhede von Antofagasta bei
Nacht wird nach dem Berichte S. M. S. „Sophie“ Kommandant, Korv.-Kapt.
ij) Die mit (D. S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
) Vergleiche über eine ähnliche Erscheinung „Annalen der Hydrographie etc.“ 1887, Seite 80.
°) Segelhdb. „Mediterranean Pilot“, Vol. 4, 1882, Seite 44,
i) West Coast of Mexico, Washington 1887, Seite 44.