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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

310 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887. 
Karte verzeichneten Tiefdruckgebieten auftraten, legten die beiden Schiffe den 
letzten Reiseabschnitt zurück. Am 25. März gelangten sie in die Nähe von 
Lizard, 
Die nächst zu behandelnde Gruppe von Schiffen, bestehend aus: „Aequator‘‘, 
„Juno“, „Katharine‘“, „Terpsichore“, „Libussa“, „Livingstone“ und „Nestor“, erreichte 
nördliche Breite ebenfalls noch im Februar. Die bezüglichen Reisen nahmen 
alle einen ungewöhnlich langsamen Verlauf. Bei „Aequator‘““ erreichte derselbe 
die ganz ungewöhnlich lange Dauer von 61 Tagen, während die unter dieser 
Gruppe befindliche, nach Lissabon bestimmte „Juno“ ihr Ziel nach 44 Tagen er- 
reichte. Bei allen Schiffen hatte der Südostpassat, schon bevor der Aequator 
überschritten wurde, geendet, und erforderte die Ueberschreitung des sich auch in 
nördlicher Breite ausdehnenden Stillengürtels eine verhältnifsmäfsig lange Zeit. 
Der Nordostpassat stellte sich bei den die Linie östlicher überschreitenden 
Schiffen um etwa 60 Sm nördlicher ein als bei den westlicher stehenden. Bei 
jenen geschah dasselbe in etwa 3° Nord. Da, wie Karten XI und XII aus- 
weisen, während der ersten Hälfte des März im Nordatlantik kein, frischen Passat 
verursachendes Hochdruckgebiet vorhanden war, wehten nur schwache östliche 
Winde, die bei einigen dieser Mitsegler schon südlich von 20 ° Nord endeten. Auch 
bei den nördlich von diesem Parallel beobachteten, meist östlichen und südlichen 
Winden liefs sich nur ein langsamer Fortschritt erzielen. Nördlich von 30° Nord 
wurden,, Aequator‘“ und „Juno“, die diese Breite einige Tage früher als die übrigen 
Schiffe überschritten, für mehrere Tage von kräftigen Westwinden begünstigt, 
während die anderen Mitsegler auch dort ungünstige Verhältnisse antrafen. Diese 
verschiedenen Winde scheinen veranlafst worden zu sein durch die beiden in 
Karte XIII verzeichneten Hochdruckgebiete. Das erstere derselben brachte den 
zuerst erwähnten, an dessen Nordseite stehenden, Sehiffen westliche Winde, 
während die folgenden Mitsegler sich später an die Südseite des inzwischen weiter 
nach Norden verschobenen Hochdruckgebietes versetzt sahen und dement- 
sprechend von Nordostwinden zurückgehalten wurden. Und besonders ungünstig 
waren die auf dem letzten Reiseabschnitt angetroffenen Winde. Das auf Karte XIV 
eingezeichnete Hochdruckgebiet, wie die gleichzeitig und während des zweiten 
Drittels des April in den mittleren Breiten des östlichen Atlantik sich bewegen- 
den Tiefdruckgebiete verursachten längere Zeit anhaltende Ostwinde, die nicht 
zelten stärmisch wehten. Besonders war dies am 11. und 12. April der Fall, 
infolge jenes Tiefdruckgebietes, dessen Mittelpunkt, wie Karte XV zeigt, am 
erstgenannten Tage in 42° Nord und 20° West zu liegen schien. Bei west- 
lichen Winden, die mit einem anderen Tiefdruckgebiete sich einstellten, welches 
sich im zweiten Drittel des April über und in der Nähe von SchottlAnd bewegte, 
erreichten die meisten dieser Schiffe den Kanal. Dasselbe war auch bei der 
für die Nordspitze Schottlands steuernden „Katharine‘‘, wie bei dem nach Lissabon 
bestimmten „Aequator‘“ der Fall. 
Bedeutend raschere Reisen, als diese eben erwähnten, legten die beiden 
in der Liste folgenden, im zweiten Drittel des März die nördliche Halbkugel 
betretenden Schiffe: „Suaheli“ und „Papa“ zurück. Gleich zuerst sahen sich die- 
selben begünstigt dadurch, dafs sie bis in nördliche Breite vom Südpassat, der 
bei dem ersteren Schiffe in 2,3° Nord und 25,3° West, bei dem letzteren in 
3,8° Nord und 27° West endete, begleitet wurden. Für die Durchquerung 
des Stillengürtels benöthigen beide Mitsegler drei Tage, „Suaheli“ fand den 
Passat in 5° Nord und 28,2° West und „Papa“ in 3,8 ° Nord und 27° West 
am 18. März. Da in nächster Zeit, wie Karten XV und XVI ausweisen, ein, 
wenn auch nur kleines Hochdruckgebiet inmitten des Oceans vorhanden war, 
wurden beide Schiffe von befriedigend starkem und beständigem Passat begünstigt. 
Derselbe hielt an, bis sich „Suaheli‘“ am 31. März bei 31,5 ° Nord in 42,5 ° West, 
und der besondes schnell segelnde „Papa“ am 28. März in etwa 28° Nord und 
12,2° West befand. Am 31. März Mittags war „Papas‘““ Schiffsort 4 Breiten- 
grade nördlicher als der von „Suaheli‘‘. Nachdem das Passatgebiet verlassen 
worden war, wurden indessen auch diese beiden Schiffe noch sehr lange Zeit von 
östlichen Winden zurückgehalten. Mufsten sie doch bei solchen, die zwar vor- 
herrschend aus südlicher Richtung kamen, fast die ganze Strecke bis zum Kanal 
zurücklegen. ‚„Suaheli‘“ kreuzte den Meridian von „Lizard“ am 22. und „Papa“ 
am 20. April.
	        
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