308 Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887.
und 21,5° West am 1. Mai. Südlich derselben wurden beide Mitsegler von ziem-
lich frischer und beständiger Briese begünstigt. Der Passat endete bei ‚„Stan-
dard‘“ in 1,2° Nord und 23,2° West am 9. und bei „Confluentia‘“ im 4° Nord und
25,5° West am 14. Mai. Da bei dem ersteren Schiffe der Uebergang in den
Südostpassat fast ohne vorhergehende Störung erfolgte, erreichte dasselbe am
10. Mai in 24,5° West den Aequator. Für „Confluentia“ waren zwei Tage erfor-
derlich, um den Stillengürtel zu durchsegeln. Nachdem am 16. Mai in 3° Nord
und 26° West der Südostpassat wieder angetroffen worden war, ging dies Schiff
am 18. Mai in 27,5° West von nördlicher in südliche Breite über. Auch in
diesem Falle hatte das westlichere Ueberschreiten des Stillengürtels gröfßsere
Schwierigkeiten verursacht.
An recht günstiger Weise, nach mittlerer Reisedauer von 26 Tagen, legten
„Comet“ und „Kriemhild‘“, welche ihre Reisen in den letzten Tagen des Aprils
antraten, dieselben zurück. Diese Schiffe fanden gieich aufserhalb des Kanals
östliche Winde, die geschaffen wurden durch jenes Tiefdruckgebiet der Karte XVII,
dessen Mittelpunkt am 30. April in der Nähe von 33° Nord und 18° West zu
liegen schien. Als sich dasselbe in den ersten Tagen des Mai weiter nach Nord-
asten fortbewegt hatte und dadurch die inzwischen nach Süden vorgerückten
Schiffe in die südliche Hälfte dieses Tiefdruckgebietes gelangt waren, veränderte
sich der Wind zwar nach Westen, doch liefßs sich bei demselben auch dann noch
ein befriedigender Fortschritt nach Süden erzielen. Am 7. Mai veränderte sich
vei beiden Schiffen, bei „Comet“ in 35° Nord und 18,5° West und bei „Kriemhild“
in 36° Nord und 18,2° West, der Wind von Nordwest durch Nord nach Nordost
and wurde ohne weitere Störung Passat. Da die Lage des Hochdruckgebietes
später, wie Karte XIX zeigt, eine dem Auftreten frischen Passats günstige war,
erfreuten die Schiffe sich südlich von 18° Nord eines recht frischen Nordostwin-
des. Der Passat endete, nachdem „Comet‘“ von ihm bis zum 21. Mai nach 5,2°
Nord in 25,3° West und „Kriemhild‘ bis zum 22. Mai nach 5,2° Nord in 25° West
geführt worden war. Am 24. Mai stellte sich bei beiden Mitseglern, bei dem
ersteren in 3,5° Nord und 25° West und bei dem letzteren in 4,2° Nord und
24,2° West, der Südostpassat ein. Am 26. Mai gingen die Schiffe von nördlicher
in südliche Breite über.
Die letzten sieben, ihre Reise in der zweiten Woche des Mai antretenden
Schiffe können in eine Gruppe zusammengefafst werden. Es waren dies:
„Adolph“, „Peter Godeffroy‘‘, ‚Friedrich‘, „Helene‘‘, „Marie“, „Weser“ und „Fürst
Bismarck‘, Von „Adolph“, dem zuerst genannten Schiffe, wurde in 20 "Tagen
die rascheste Fahrt zur Linie von allen in dieser Liste angegebenen ausgeführt.
Wie die Lage des vom 12, bis zum 15, Mai herrschenden Hochdruckgebietes der
Karte XIX zeigt, waren die Aussichten auf günstigen Wind für die den Kanal
bei diesen Verhältnissen verlassenden Schiffe sehr gute; während schon wenige
Tage später, als das Hochdruckgebiet die andere, in derselben Karte angegebene
Gestalt angenommen hatte, die Wetterlage eine schlechtere geworden war. Bei
„Adolph‘‘, „Peter Godeffroy‘“ und „Friedrich“ wehte der Ostwind, nachdem der
Kanal verlassen worden war, ganz ungestört, und es entwickelte sich aus dem-
selben später der Passat, ohne dafs der Uebergang in denselben sich bemerkbar
machte. Der infolge gröfserer Schnelligkeit den Mitseglern voraneilende „Adolph‘*
segelte bis zum 26. Mai nach 6,5° Nord in 23,5° West bei ungestörtem Ostwinde.
Und nachdem darauf in kaum einem Tage der Stillengürtel überschritten, an-
scheinend schon in 6,3° Nord und 23° West der Südostpassat wieder angetroffen
worden war, erreichte das Schiff einige Tage später den Aequator in 25,3° West.
Der weniger schnelle „Peter Godeffroy‘‘, welcher vom Stillengürtel kaum Spuren
gefunden hatte, überschritt die Linie in 28° West am 9. Juni. Friedrich‘ hatte,
obgleich derselbe Lizard nur einen Tag später als die eben erwähnten beiden
Schiffe verließ, an den ersten beiden Reisetagen schon nordwestlichen Wind an-
getroffen. Derselbe veränderte sich jedoch bald nach Nordost und hielt dann
ebenfalls bis zur südlichen Passatgrenze an. Am Mittage des 17. Mai hatte sich
„Peter Godeffroy“ in 35,2° Nord und 18,8° West und „Friedrich“ gleichzeitig in
35,1° Nord und 18,4° West befunden. Nach dieser Zeit blieb der langsamer
segelnde „Peter Godeffroy‘‘ auch gegen diesen Mitsegler zurück. In dem zwischen
8° Nord in 26,2° West und 6,8° Nord in 26° West liegenden Stillengürtel ver-
brachte „Friedrich“ 36 Stunden, und am 4. Juni verliefs dies Schiff in 29,3°