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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Vierteljahrs-Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887. 507 
zatlan‘‘, ab Lizard kräftigen Nordostwind, bei dem sich ein rascher Fortschritt 
erzielen ließ. Eine Störung desselben fand erst statt, nachdem 30° Nord über- 
schritten worden war. Verursacht wurde sie durch leichte westliche Winde, die 
anscheinend herrührten von jenem flachen Tiefdruckgebiete, dessen Mittelpunkt, 
nach Karte XIV, am 8. April unweit von 42° Nord in 18° West lag. Nach 
einigen Tagen stellte sich bei beiden Mitseglern der Passat ein, welcher indessen 
aus Anlafs des schwach ausgeprägten Hochdruckgebietes der Karte XV nur für 
kurze Zeit frisch und beständig auftrat. Im Stillengürtel, dessen Gebiet ‚, Kepler“ 
in 4° Nord und 26,7° West am 18., „Mazatlan“ in 3,7° Nord und 22,5° West am 
22. April betrat, verbrachte jenes Schiff kaum zwei Tage, während dieses, für 
welchen sich derselbe bis nach 2° Süd ausdehnte, darin länger als eine Woche 
zubrachte. „Kepler“ kreuzte die Linie in 27,8° West am 21. und „Mazatlan‘“ in 
23° West am 27. April. Die Durchsegelung des Stillengürtels schien damals für 
die ihn östlicher durchquerenden Schiffe bedeutend schwieriger zu sein, als für 
die, welche dasselbe weiter nach Westen hin thaten. 
Während der ersten Woche im April verliefsen drei von den zur Linie 
bestimmten Schiffen: „Amanda & Elisabeth‘, „Caroline Behn‘“ und „Polynesia‘ 
den Kanal. Dieselben fanden außerhalb desselben zunächst frischen Ostwind, der 
in Begleitung jenes Tiefdruckgebietes auftrat, welches sich nach Karte XIV im 
ersten Drittel des Aprils auf kreisförmiger Bahn über Spanien bewegte. Von 
diesen Winden wurde die bei ihnen bis nach 36° Nord segelnde „Amanda & 
Elisabeth“ am längsten begünstigt. Die anderen beiden Mitsegler beobachteten 
sie nur, bis 42° Nord erreicht worden war. Auf sie folgten bei allen drei 
Schiffen veränderliche Winde, die vorherrschend aus dem südwestlichen Viertel 
kamen und deren Auftreten theils begründet wurde durch die inzwischen gänzlich 
veränderte Lage und Gestalt des Hochdruckgebietes, hauptsächlich aber wohl die 
Folge des Auftretens jenes Tiefdruckgebietes waren, das sich im zweiten Drittel 
des Aprils westlich von Nordwestspanien bewegte. (Siehe Karte XV.) Der 
Fortgang aller drei Schiffe wurde nun, diesen Verhältnissen entsprechend, ein 
langsamerer. Das Passatgebiet betraten: „Amanda & Elisabeth“ in 28,7° Nord 
and 19,5° West am 15., „Caroline Behn“ in 24° Nord und 20,3° West und ‚Po- 
Iynesia‘“ in 24,3° Nord und 24° West am 23. April. Diese beiden letzteren 
Schiffe standen damals fast zur selben Stunde in derselben Breite, nur ihre 
Länge war um mehr als 3,5 Grade von einander verschieden. „Caroline Behn‘‘ 
wurde durch ihren östlichen Standpunkt dazu bewogen, Ost von den Kap Verden 
nach Süden zu steuern, während die anderen beiden Mitsegler diese Inseln an 
ihrer Westseite passirten. Das Gebiet des ziemlich frisch und beständig wehen- 
den Passats dehnte sich für „Amanda & Elisabeth‘ am 27. April bis nach 4° 
Nord in 26,5° West, für „Caroline Behn“ bis nach 2,3° Nord in 23,5° West, wie 
für „Polynesia‘‘ am 3. Mai bis nach 2,9° Nord in 25,2° West aus. Dies letztere 
Schiff stand damals also östlicher, als die von Osten der Kap Verden herkom- 
mende „Caroline Behn‘“. Im Stillengürtel, der sich für alle Schiffe bis in südliche 
Breite ausdehnte, wurde „Amanda & Elisabeth‘ am längsten aufgehalten. In 
diesem Falle fanden es also die sich östlicher haltenden Schiffe am leichtesten, 
denselben zu überschreiten. Der Aequator wurde gekreuzt von: „Amanda & Eli- 
sabeth‘“ in 26,8 West am 5. Mai und von „Caroline Behn‘‘ in 24,2° West, wie von 
„Polynesia‘“ in 23,4° West am 7. Mai. Von 30° Nord her hatte dies letztere 
Schiff die Fahrt zur Linie in etwa 12 Stunden kürzerer Zeit, als „Caroline Behn“ 
es that, zurückgelegt, doch war dies wohl kaum eine Folge der günstigeren 
westlichen Route. 
Von den beiden Mitseglern „Standard“ und „Confluentia‘‘, welche im 
zweiten Drittel des Aprils ihre Reisen antraten, wurde das erstere länger als das 
letztere durch die anfänglich beobachteten Ostwinde begünstigt. Dieselben 
wurden verursacht durch jenes wiederholt erwähnte Tiefdruckgebiet der Karte 
XV, welches damals westlich von Spanien auftrat. Nachdem es verschwunden 
war, stellten sich leichte, veränderliche Westwinde ein, die, da gegen Ende des 
Monats ein anderes, auf Karte XVII verzeichnetes Tiefdruckgebiet sich südost- 
wärts nach den Kanaren bewegte, besonders bei „Standard‘‘ sehr lange anhielten. 
„Confluentia‘ litt unter diesen Verhältnissen weniger, weil dies Schiff sich zur 
Zeit noch nördlich von dieser Erscheinung befand. Die polare Passatgrenze er- 
reichte: „Standard“ in 21° Nord und 27° West, wie „Confluentia“ in 31° Nord
	        
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