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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

506 Vierteljahrs -Wetter-Rundschau der Deutschen Seewarte, Frühling 1887, 
gleich das eine vom Kanal, das andere von Boston ausgegangen war. Wie die 
Luftdruckverhältnisse der Karte XI zeigen, wehten Anfang März vor dem Kanal, 
wie in der Nähe der nordamerikanischen Küste, günstige Winde für südwärts 
bestimmte Schiffe. In beiden Fällen waren es zuerst Hochdruck- und später 
Tiefdruckgebiete, welche diese Verhältnisse bewirkten, jedoch mit dem Unter- 
schiede, dafs die letzteren dem von Boston abgegangenen Schiffe kräftige, durch- 
stehende Westwinde, dem vom Kanal nach Süden steuernden Schiffe aber Ost- 
wind brachten. Als das letztere aber am 4. März südlich vom Mittelpunkte des 
Tiefdruckgebietes gekommen war, veränderte sich der Wind nach Südwest, um 
sich dann, da, wie Karte XII lehrt, auch im zweiten Drittel des März von Westen 
kommende Tiefdruckgebiete sich nach Südspanien bewegten, für längere Zeit in 
diesem Viertel zu halten. „Professor“, der infolge dessen unverhältnifsmäfßig 
weit nach Osten verdrängt wurde und dem es, da ein für das Auftreten frischen 
Passats erforderliches, stark ausgeprägtes Hochdruckgebiet nicht vorhanden war, 
erst am 14. März in der Nähe von 22° Nord und 20° West gelang, Passat anzu- 
treffen, sah sich deshalb auch veranlalst, die Kap Verden an ihrer Ostseite zu 
passiren. Diese für „Professor“ ungünstigen Passatverhältnisse waren dem Fort- 
gange von „Astreas‘“ Reise günstig. Nachdem dieses Schiff von den gleich 
anfänglich angetroffenen, beständigen, an manchen Tagen stürmisch wehenden 
Westwinden bis zum 11. März nach 24,5° Nord in 39,5° West geführt worden 
war, nahmen dieselben bis zum leisen Zuge ab. Sie hielten in dieser Weise so 
lange an, bis „Astrea“ mit ihrer Hülfe bis zum 16. März nach 20° Nord in 36° 
West vorgerückt war. Indem der schwache Wind dort durch Nord drehte und 
auffrischte, entstand aus ihm der Passat, bei dem in rascher Fahrt die Strecke 
bis zu der am 25. März in 1° Nord und 27,5 West liegenden nördlichen Grenze 
des Stillengürtels zurückgelegt werden konnte. Bei leichter östlicher Mallung 
ging „Astrea‘‘ am 28. März in 28,5° West von nördlicher in südliche Breite über, 
„Professor“ überschritt den Aequator in 26° West am 24. März, ohne bis dahin 
Stille oder Mallung angetroffen zu haben. In südlicher Breite verlor jedoch er 
wie auch der Mitsegler längere Zeit, bevor es gelang, den Südostpassat zu 
erreichen. 
Von den ersten drei Schiffen dieser Liste, welche im März von Lizard 
aus südwärts segelten, legten „Paula“ und „Hermann‘‘ die Fahrt zur Linie in 25 
und „Amaranth‘ in 34 Tagen zurück, Dieselben wurden auf dem Wege nach 
30° N-Br an mehreren Tagen durch frischen Ostwind begünstigt, welchen jene 
schon mehrfach erwähnten Tiefdruckgebiete der Karte XII verursachten, deren 
nach Südosten gerichtete Bahn nach Südspanien führte. Und nachdem im 
zweiten Drittel des März sich, wie dieselbe Karte zeigt, ein gröfseres, dem Auf- 
treten des Passats günstigeres Hochdruckgebiet gebildet hatte, gelang es auch, 
Passat anzutreffen. „Paula“ überschritt dessen polare Grenze in 28° Nord und 
21,5° West, wie „Hermann“ in 30° Nord und 18,5 West am 21. März, ‚„Ama- 
ranth‘ that dasselbe in 31,5° Nord und 20,5° West am 27. März. Bei dem letz- 
teren Schiffe wurde der Passat später vom 3. bis zum 5. April von leichter west- 
licher Mallung unterbrochen, die verursacht wurde durch jenes flache Tiefdruck- 
gebiet der Karte XIV, das sich auf höchst ungewöhnlicher Bahn nach Süden 
bewegte und dessen Mittelpunkt am 5. April unweit von 25° Nord in 25° West 
lag. Die äquatoriale Passatgrenze überschritt: „Hermann‘ in 3,2° Nord und 
23,5° West am 2. und „Amaranth“ in 1,2° Nord und 25,5° West am 15. April. 
Von der sich mehrere Grade westlicher haltenden ‚Paula‘ wurde in nördlicher 
Breite gar keine Mallung angetroffen. Bei mälsigem Südostwinde ging dies Schiff 
am 3. April in 28° West von nördlicher in südliche Breite über. In letzterer 
wurde es dann noch für kurze Zeit durch leichte Mallung aufgehalten. Bei 
„Hermann“, welcher den Aequator in 24° West am 6. April, und bei „Amaranth‘, 
der dasselbe in 25,5° West am 18. April gethan hatte, wurde der Südostpassat in 
südlicher Breite zunächst nicht wieder unterbrochen, 
Von „Kepler“ und „Mazatlan‘‘, den beiden letzten Schiffen, welche im 
März den Kanal verliefsen, legte das erstere mit 22 Tagen die Reise zum 
Aequator in kürzester Zeit von allen hier angeführten zurück. Es geschah dies 
besonders infolge der ungewöhnlich günstigen Verhältnisse, die dasselbe auf 
dem ersten Reiseabschnitte fand. Verursacht durch die Lage und Gestalt des in 
Karte XIV eingezeichneten Hochdruckgebietes, fand dies Schiff, wie auch „Ma-
	        
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