Vergleichung der Chronometer nach ihrer Kompensationsart. Sa
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Vergleichung der Chronometer nach ihrer Kompensationsart.
Bericht des Vorstandes des Chronometer-Observatoriums zu Kiel,
Korv. Kapt, a. D. Nees von Esenbeck.
Nachdem im Observatorium seit einer Reihe von Jahren die Untersuchung
des Verhaltens der Chronometer gegen Wärmeveränderungen geschieht, ist das
Beobachtungsmaterial als ausreichend zu betrachten, um einer Ordnung der
Kompensationsarten nach ihrer Güte zur Grundlage zu dienen.
Die Aufstellung (Tabelle I) stützt sich auf die Erfolge: der vorgeschriebe-
nen, zur Ermittelung der Klassifikationsmafse A, B, C alljährlich ausgeführten
Untersuchungen der neu gereinigten oder reparirten Chronometer. Diese unter
wechselnden, von + 30° C auf + 5° absteigenden und wieder auf 30° aufstei-
genden Temperaturen erfolgenden Untersuchungen gestatten die Feststellung des
Gangfehlers in dreifacher Zerlegung. Die Gröfse A giebt das Mafs des Kom-
pensationsfehlers, 'B dasjenige der Sprünge des Ganges, C unter dem Namen des
Accelerationsfehlers, die Summe der aus allen sonstigen Quellen fliefsenden Gang-
fehler. Aus den Beobachtungen von 122 in den letzten Jahren untersuchten
Chronometern ist nun die beigefügte Tabelle I zusammengestellt worden.
Die für die bezeichneten 122 Chronometer in derselben Weise erfolgte
Berechnung, von welcher Tabelle II eine Durchführung für 8 Chronometer giebt,
beruht darauf, dafs die Werthmafßse A, B, C, sowie A -}- 2B + C für alle Chro-
nometer gleicher Kompensation addirt und durch die Anzahl der Chronometer
dividirt worden sind.
Es ist auf diese Weise eine erschöpfende Verwerthung der im Observato-
rium angestellten Beobachtungen für die in Rede stehende Vergleichung erfolgt.
Die in der zweiten Spalte, Tabelle I, angegebene Zahl giebt die Anzahl
der Chronometer, aus welcher der zugehörige Mittelwerth berechnet ist, somit
das Gewicht der in der Zeile stehenden Beobachtung; die Spalte 2D + D’ giebt
den Mafsstab für die Unveränderlichkeit des Go. D ist der Unterschied der
zwei am meisten von einander abweichenden, benachbarten Go, D‘ der Unter-
schied der am meisten abweichenden Go überhaupt. Die Nummern der Spalte
„Ordnung nach A + 2B -+ C“ bedeuten gleichzeitig die laufenden Nummern der
Tafel.
Zu einem Schlufs eignen sich vorzüglich die unter Lfd. No. 1, 11
und 12 zusammengestellten Beobachtungen, deren Gewichte, 12, 17, 62 die Zu-
verlässigkeit der Angaben verbürgen.
In die Augen fallend ist erstens die Vorzüglichkeit der Zügelkompensation.
Das Herabsteigen dieser Kompensation in der Ordnung nach 2D + D‘ an die
vierte Stelle, verliert an Bedeutung, wenn man die geringen Gewichte, 1, 1, 3,
der überlegenen Kompensationen betrachtet.
Von Bedeutung ist zweitens die geringe Leistung der gewöhnlichen Kom-
pensation, deren Durchschnitt aus 62 Chronometern die letzte Stelle einnimmt.
Bemerkenswerth ist indessen das Aufrücken dieser Kompensation bei einer Ord-
nung nach 2D -+D’, nach welcher sich die achte Stelle, also ein Aufrücken um
vier Stellen, ergiebt. Es hat demnach die gewöhnliche Kompensatien einen dem
angenommenen Wärmegesetz: G = Go -+ a (t— 15) + b (t— 15)? besonders gut
entsprechenden Gang zur Folge.
Eine in jeder Hinsicht mangelhafte Leistung zeigt die gewöhnliche Hülfs-
Kompensation, welche mit dem bedeutenden Gewicht 17 in der Güte des umver-
besserten Ganges (nach A + 2B + C) nur die gewöhnliche Kompensation über-
trifft, in der Stetigkeit von Go (nach 2D--D"‘) freilich um zwei Stellen
aufrückt.
Bemerkenswerth ist ferner, dals gemäfs Spalte 10 die Reihenfolge nach
2D-+D', von dem Aufrücken der Lfd. No, 7 zu Lfd. No. 2 und Lfd. No. 12 zu
Lfd. No. 8 abgesehen, der Ordnung nach A + 2B + C einigermafsen entspricht,
während bei einer Vergleichung der einzelnen Chronometer, wie im Aufsatz,
„Annalen der Hydographie“, Jahrgang 1890, Heft II, Seite 41, dargelegt, viel