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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

502 Ueber den Einflufs von Windrichtung und Luftdruck auf den Seespiegel, 
in erhöhtem Mafse unter der vereinigten Wirkung von Wind und Luftdruck aus 
dem Kanal in die Nordsee gegen die holländische Küste. NW-Winde bei Baro- 
meterständen über 760 mm deuten auf eine aufstauende Wirkung an der Rückseite 
eines nördlich von Holland vorbeiziehenden Minimums in Bezug auf den Seespiegel 
in dem trichterförmigen Becken der Nordsee. Dergleichen Schlufsfolgerungen 
lassen sich noch mehrere aus den Tabellen ziehen. 
Tabelle V läfst erkennen, wie in den verschiedenen Monaten die Ampli- 
tuden der Luftdruck- und Niveauschwankungen ziemlich zusammengehen. Aus 
dieser Tabelle geht hervor, dafs die Veränderung für 1mm Quecksilber mit 
0,8 cm Unterschied im Haldtide-Niveau zusammenfällt. 
Tabelle V. 
Veränderung in Halbtide und Barometerstand. 
unter 760 mm 
Halbtide | 
Bar. | 
Januar 19,2 
Februar 31,5 
März 16,1 
April 26,3 ] 
Mai 23,0 
Juni 22,9 
Juli 15,6 
August 14,1 
September 10,0 
Oktober 5,8 
November 20,7 
Dezember 144 
59,8 
55,5 
19,4 
35 | 
56,0 
56,4 
55,2 
570 
58,4 
58 
A P 
50, 
19 
17 
31 
29 
22 
16 
4 
18 | 
16 
21 
37 
aß 
äber 760 mm 
Halbtide ' 
Bar. | 
7 
32,4 
47,3 
33,8 
32,8 
28,8 
27,6 
4,9 
20,5 
28,4 
19,0 
19,8 
26.6 
712,4 
72,3 
66,5 
64,1 
56,8 
66,5 
543 
55.1 | 
56,8 4 
66,7 + 
64. 3 ‘ 
Se 
( 
o 
1 
‚A 
‘9 
4 
3 
4 
Im Mittel 
Differenz in 
Halbtide 
13,2 
15,8 
17,7 
6,0 
5,8 
7 
9,2 
6,4 
18,4 
13,2 
—0,1 
129 
10.1 
Differenz in 
Barometer 
13,6 
16,8 
17,1 
8,6 
10,8 
10,1 
9,1 
8,1 
13,4 
12,3 
11,9 
12.4 
12.1 
Unter Bezugnahme auf die Tabellen mufs noch Folgendes gesagt werden, 
In erster Linie scheint es sehr schwierig, den Einflufs von Luftdruck und Wind 
wegen des engen Verbandes unter sich vollkommen zu trennen, So geht z. B. 
aus Tabelle IV hervor, dafs der niedrigste Barometerstand mit SO-Wind zu- 
sammenfällt, auf ein sich näherndes Luftdruck-Minimum deutend, was durch die 
Thatsache bestätigt wird, dafs bei Ständen über 760 mm SO-Wind am wenigsten 
vorkommt. Noch mehrere derartige meteorologische und klimatologische That- 
sachen scheinen in diesen Tabellen enthalten zu sein. 
Zum Schlufs möge noch die Bemerkung Platz finden, dafs der Einflufs des 
Barometerstaudes und in noch viel höherem Mafse der der Windrichtung sehr 
durch die Aufstellung des Mareographen selbst bestimmt wird, auch dann noch, 
wenn dieser gänzlich der Wirkung des Oberwassers entzogen ist und an einer 
Küste aufgestellt ist, welche nahezu dieselbe Richtung hat wie zwischen dem 
Helder und Cadzand. 
Aufser dem im Vorigen betrachteten Einflufs von Luftdruck und Baro- 
meterstand auf die Halbtide und somit auch auf den mittleren Seespiegel besteht 
noch eine andere viel sichtbarere, doch nur dann und wann auftretende Wirkung 
der genannten meteorologischen Faktoren. Plötzliche Windstöfse oder Luftdruck- 
veränderungen, wie solche bei Gewitterböen auftreten, geben oft Veranlassung 
zu besonderen Wellen von grofser Amplitude und kurzer Periode, welche die 
Form der Fluthwelle beträchtlich verändern können.
	        
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