Aus: dem Reisebericht des Kapt. Fr. Reiners, Schiff „Aeolns“.
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Dahingegen ist das-Lootsengeld sehr beträchtlich, weshalb, wie ich hörte, die
Rheder und Kaufleute sich bemühen, eine Herabsetzung desselben zu erwirken.
Eine ganz besonders unangenehme Ausgabe, deren man sich aber bei einer
Stückgutladung kaum erwehren kann, ist diejenige an den Stauer für.die Ent-
löschung des Schiffes. Es ist ja nicht zu bestreiten, dafs hierdurch viel Zeit
erspart wird, denn der Stauer wird so rasch als möglich die Ladung aus dem
Schiffe auf die Brücke werfen, um seine übernommene Arbeit zu beendigen.
Hierdurch können dem Kapitän aber leicht Kosten erwachsen, denn er ist so
lange für die Ladung verantwortlich, bis dieselbe von dem Empfänger auf der
Brücke in Empfang genommen ist. Darüber aber vergehen manchmal mehrere
Tage, und da es oft vorkommt, dafs von der Ladung gestohlen wird, so haben
die meisten Schiffe einen Abzug von ihrer Fracht zu erleiden. Aus diesem
Grunde sollte dahin gestrebt werden, eine Bedingung in die Charterpartie zu
bringen, nach welcher der Kaufmann seine Waaren beim Uebergang über die
Reling und nicht, wie jetzt üblich, längsseit auf der Brücke zu empfangen hat.
Wie die Sachen zur Zeit liegen, steht man sich noch am besten, die Ladung mit
der eigenen Mannschaft zu löschen und einige Arbeiter zu Hülfe zu nehmen,
deren Tagelohn 3 Dollars beträgt.
Aufserdem sollte man bei einem Frachtabschlufs nach San Francisco den
Ausdruck „to be discharged according to Custom of the Port“ in der Charter-
partie zu vermeiden suchen, denn durch denselben wird einem nichts Bestimmtes
gewährleistet. Statt dessen bedinge man sich Liegetage aus. Es ist dem Kapitän
sehr dringend anzurathen, bei allen seinen Geschäften in San KFrancisco ruhig
und mit Ueberlegung zu handeln, weil er sonst leicht Gefahr läuft, übervortheilt
zu werden. Viele Grofshändler haben sich dem Kleinhändler verpflichtet, den
Kapitänen nichts zu verkaufen, so dafs dieser darauf angewiesen ist, seine KEin-
käufe bei einem Schiffshändler zu machen. Ein Kapitän, der zum ersten Male
hierher kommt, wird vielfach schlechte Erfahrungen machen, die es ihm aber
ermöglichen, bei einem zweiten Besuche vortheilhaftere Geschäfte abzuschliefsen.
Schiffsproviant, außer Mehl, Hartbrod, Speck und Fleisch, ist hoch im
Preise und theuerer als in Deutschland; dazu bekommt man von den Zwischen-
händlern auch manchmal noch schlechte Waare. .
Für ein Schiff, welches nur frischen Proviant für die Dauer seines Auf-
enthaltes benöthigt ist, ist San Francisco im Verhältnils zu dem, was es als
Frachtenmarkt bietet, kein ungewöhnlich theuerer Hafen,
Die Maklergebühren sind gleichfalls sehr hoch und betragen für die Be-
sorgung einer Fracht 5 %o und für Adresskommission 2'/2 %,. Ist ein einkom-
mendes Schiff ohne eine Konsignation, so kann der Kapitän einen Zollhausmakler
nehmen, der es für etwa 10 Dollars ein- und für ebenso viel ausklarirt, inklusive
der Kosten eines Gesundheitspasses.
Desertionen der Schiffsmannschaften gehören in San Francisco zur Tages-
ordnung; gewöhnlich entweichen die Leute schon, wenn das Schiff noch auf der
Rhede vor Anker liegt.
Zimmerlohn und die gewöhnlichen Materialien, die bei einer Ausbesserung
erforderlich sind, als Holz u. s. w., stehen hoch im Preise.
Apia auf der Insel Upolu (Samoa-Gruppe). Die Segel-Anweisungen für
diesen Hafen, wie sie von den Kommandanten 8. -M. S. Schiffe in den „Annalen
der Hydrographie u. s. w.“ gegeben, sind in jeder Hinsicht zuverlässig und
genügend.
Während unseres Aufenthaltes vom 23. Juli bis 13. August 1888 war die
Witterung bisweilen fast unerträglich; der Passat wehte nur an 7 Tagen frisch,
yewöhnlich von des Morgens 9 Uhr bis des Abends 10 Uhr, manchmal auch bis
zum folgenden Morgen um 4 Uhr. In der übrigen Zeit war nur am Tage ein
schwacher östlicher Zug vorhanden, während von 7 Uhr Abends bis zum nächsten
Morgen leichte umlaufende Briese von S durch W auf NW beobachtet wurde.
An mehreren Tagen regnete es in den Nachmittagsstunden von 4 Uhr bis 8 Uhr
über dem Lande.
Alle Lebensmittel, auch Fleisch, welches nebenbei schlecht ist, sind sehr
theuer, obwohl Awia ein Freihafen ist.
Der Lootse kommt, je nach dem wie das Wetter ist, in einem Abstande
von 1 bis 2 Sm von der Küste an Bord und bringt das Schiff im Hafen zu