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Kleine Notizen.
Kleine Notizen. )
i. (D. S.) Tägliche autographirte Wetterberichte der Seewarte.
Nach den, insbesondere in den letzten Jahren, gesammelten Erfahrungen erschien
es zweckentsprechend, in den täglichen autographirten Wetterkarten der Seewarte
die den Karten eingeschriebenen Differenzen der Barometer- und Thermometer-
stände, welche sich auf die letzten 24 Stunden beziehen, in Wegfall zu bringen
und hierfür die Angaben der Barometer und Thermometer selbst zu setzen.
Diese allerdings nicht sehr wesentliche Abänderung erschien namentlich des-
wegen geboten, damit bei Benutzung der Karten diese Angaben mit eiLander direkt
für die verschiedenen Stationen verglichen werden können, so dafs man ein
schärferes Bild für Luftdruck- und Wärmevertheilung erhält. Diese Abänderung
in den Wetterkarten soll vom 1. Januar 1891 in den Wetterberichten der See-
warte in der Weise angebracht werden, dafs aufser den Angaben der Barometer-
und Thermometer-Beobachtungen auch noch die Aenderungen dieser Werthe in
Worten eingeschrieben werden, beispielsweise „gestiegen‘, „etwas gestiegen“,
„Stark gestiegen“ u. s. w. und ebenso „wärmer“, „etwas wärmer“, „viel wärmer“
u. s. w. Dabei beziehen sich diese Aenderungen für Luftdruck auf die Zeit vom
Vorabend bis zum Morgen, diejenigen für Temperatur auf die letzten 24 Stunden.
Alles übrige bleibt in den Wetterberichten unverändert.
2. Windverhältnisse im Indischen Ocean. („Hydrographische Nach-
richt“ No. 26/183, Pola 1890). Nach einem Berichte des Kommandanten des
österreichisch-ungarischen Schiffes „Aurora“, Freg.-Kapt. Rudolf Graf Montec-
cucoli Polinago, ergaben die während der Reise von Calcutta nach Madras
gemachten Beobachtungen, dafs man bereits im Januar auf keinen beständigen
NE-Monsun im Bengalischen Meerbusen?) rechnen darf. Während dieses Monats
herrschten längs des ganzen westlichen Theiles des Meerbusens nur veränderliche,
meistens nördliche leichte Winde oder Windstillen.
Von Kap Comorin bis Minicoy herrschten im März Windstillen und ver-
änderliche Winde, welche von starken Gewittern unterbrochen waren.
Zwischen dem 8. und 9. Breitenparallel waren noch der NE-Monsun und
ungünstige Strömung bis zur Küste von Afrika vorherrschend. Sobald der
9. Parallel überschritten wurde, wurden Windstillen und veränderliche Winde
angetroffen. Südlich des Golf von Aden wurden keine besonders günstigen Winde
oder Strömungen angetroffen, wogegen auf der nördlichen Hälfte der NE-Monsun
noch ziemlich frisch wehte.
3. (D. S.) Ueber das Einnehmen von Trinkwasser in der Sunda-
strafse berichtet Kapitän L. Haesloop von dem deutschen Vollschiffe
„Columbus“: „Begünstigt durch einen starken südwestlichen Strom kreuzten wir
auf der Reise von Bangkok nach Bremen am 27. August 1888 in die Sundastrafse
ein und ankerten um 8 Uhr Abends, Vierde Punt m SzW'42W %/4 Sm entfernt,
auf einer Wassertiefe von 40m (22 Fad.), um hier unseren Vorrath an Trink-
wasser zu ergänzen. Aus einem Reservoir kann man sich das Trinkwasser mit
seinen eigenen Booten unentgeltlich an Bord holen; allein da diese Beschäftigung
viel Zeit erfordert, lassen die meisten Schiffe sich dasselbe an Bord bringen. Ein
in Neu-Anjer, der in unmittelbarer Nähe des Feuerthurms belegenen Ansiedelung,
ansäfsiger Schiffehändler ist im Besitz eines 800 Gallonen haltenden Wasserboots,
vermittelst dessen er die Schiffe gegen Zahlung von 1’2 Gulden für 100 Gallonen
mit Trinkwasser versieht. Da es am folgenden Morgen gerade Niedrigwasser
war und das Wasserreservoir, welches innerhalb der Mündung des kleinen Flusses
belegen ist, erst mit halber Tide von dem Wasserboot erreicht werden kann,
erhielten wir erst im Laufe des Nachmittags unser Wasser an Bord.
i) Die mit (D. S.) bezeichneten Notizen sind von der Deutschen Seewarte eingesendet.
’) „Indian Ocean Directory“, 1882, Seite 61.